Territoriale Agenda der Europäischen Union
Im Rahmen der Deutschen EU-Ratspräsidentschaft im Mai 2008 hat ein Informelles Ministertreffen in Leipzig stattgefunden. Auf diesem Treffen haben sich die für Raumentwicklung in den Mitgliedstaaten der EU zuständigen Minister auf die so genannte „Territoriale Agenda der EU” verständigt.
Die Verabschiedung der Agenda hat den vorläufigen Höhepunkt eines Prozesses gebildet, der auf einem Informellen Ministertreffen 2004 in Rotterdam gestartet und über das Treffen 2005 in Luxemburg fortgesetzt worden ist.
Die Territoriale Agenda der EU als knappes politisches Papier hat zum Ziel, durch Empfehlungen für eine integrierte Raumentwicklungspolitik die Potenziale der Regionen und Städte Europas für ein nachhaltiges Wirtschaftswachstum und mehr Beschäftigung zu mobilisieren.
Der CEMAT-Prozess auf dem Weg von Hannover nach Ljubljana
Anlässlich der 12. Europäischen Raumordnungsministerkonferenz (Europäische Raumentwicklung – CEMAT), die im Rahmen der EXPO 2000 am 7. und 8. September 2000 in Hannover stattfand, wurden unter Vorsitz des Bundesministers für Verkehr, Bau- und Wohnungswesen erste gesamteuropäische territoriale Entwicklungsvorstellungen - die „Leitlinien für eine nachhaltige räumliche Entwicklung auf dem europäischen Kontinent” (CEMAT-Leitlinien) - als Basis für die zukünftige raumordnungspolitische Zusammenarbeit beschlossen. Ziel der deutschen Politik war es, die Staaten, die nicht der Europäischen Union angehören, in diese politische Diskussion einzubeziehen, um zu einem Konsens möglichst aller Staaten Europas über Ziele und Handlungsfelder europäischer Raumentwicklung zu gelangen. Weiterführende Informationen zur Raumordnungspolitik finden Sie beim Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung.
Pilotaktionen nach Artikel 10 des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung -EFRE-
Die Europäische Kommission fördert aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) auch innovative Maßnahmen zur Weiterentwicklung der Regionalpolitik der Gemeinschaft und der Mitgliedstaaten (Artikel 10 EFRE-Verordnung ). Mit den innovativen Pilotaktionen in großen transnationalen Raumordnungsgebieten Europas werden innovative Raumordnungsverfahren und –kooperationen erprobt. Die Programme und Projekte wurden von Beginn an aus einer überregionalen und staatenübergreifenden Sicht entwickelt.
ESPON - das europäische Netzwerk zur Beobachtung der Raumentwicklung in Europa
Das europäische Raumbeobachtungsnetzwerk ESPON (European Spatial Planning Observation Network) ist ein von der europäischen Kommission nach INTERREG-Kriterien gefördertes Programm der Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU) sowie europäischer Drittstaaten, bei dem Forschungseinrichtungen europaweit in gemeinsamen transnationalen Projekten raumentwicklungsrelevante Themen untersuchen.
Europäisches Raumentwicklungskonzept – EUREK
Mit dem Europäischen Raumentwicklungskonzept (EUREK) werden der Gemeinschaft keine neuen Befugnisse im Bereich der Raumplanung übertragen. Es dient als politischer Orientierungsrahmen zur Verbesserung der Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Fachpolitiken der Gemeinschaft mit hoher Raumwirkung. Es wurde auf Grund der Feststellung erarbeitet, dass die Maßnahmen der Mitgliedstaaten besser aufeinander abgestimmt werden können, wenn sie auf gemeinsam festgelegte Raumentwicklungsziele ausgerichtet sind. Es ist ein Dokument mit zwischenstaatlichem, hinweisendem und unverbindlichem Charakter. In Übereinstimmung mit dem Subsidiaritätsprinzip wird es auf der geeignetsten Interventionsebene und nach Ermessen der an der Raumentwicklung beteiligten Akteure angewandt.
Die Gemeinschaftsinititiative INTERREG
INTERREG ist eine Gemeinschaftsinitiative des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Förderung der Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Raumordnung zwischen den Regionen der Europäischen Union. Sie ist eine Initiative mit Pilotcharakter, in deren Rahmen innovative Raumordnungsverfahren und –kooperationen erprobt werden.
Die aktuelle Phase ist das INTERREG IV A-Programm ”Deutschland – Nederland”, das sich um das deutsch-niederländische Grenzgebiet zwischen Nordseeküste und Niederrhein dreht. Unter Interreg IV A Aktuelles finden Sie die neuesten Informationen zum Programm.
Andere Programme nach Artikel 53 der Leitlinien:
- ESPON
- INTERACT
- LIFE, das Finanzierungsinstrument für die Umwelt, wurde 1992 eingeführt und ist ein Umweltprogramm der Europäischen Union.