Die Sanierungstechnik ist die praktische Ausgestaltung von Sanierungsmaßnahmen. Die Palette möglicher Sanierungsverfahren ist vielfältig. Ihre Auswahl hängt ab vom zu sanierenden Umweltmedium, dem gebotenen Umgang mit der Kontamination, der verfahrenstechnischen Einordnung der Sanierung und vom Behandlungsort.
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Sanierungsmaßnahmen
Sanierung im Sinne des Paragraphen 2 Absatz 7 Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG) sind Maßnahmen
zur Beseitigung oder Verminderung der Schadstoffe (Dekontaminationsmaßnahmen),
die eine Ausbreitung der Schadstoffe langfristig verhindern oder vermindern, ohne die Schadstoffe zu beseitigen (Sicherungsmaßnahmen),
zur Beseitigung oder Verminderung schädlicher Veränderungen der physikalischen, chemischen oder biologischen Beschaffenheit des Bodens.
Absatz 5 des Paragraphen 4 BBodSchG (Pflichten zur Gefahrenabwehr) besagt, dass in der Regel Schadstoffe zu beseitigen sind, wenn schädliche Bodenveränderungen oder Altlasten nach dem 1. März 1999 eingetreten sind - soweit dies im Hinblick auf die Vorbelastung des Bodens verhältnismäßig ist.
Die zur Erfüllung der Pflichten zur Gefahrenabwehr verhältnismäßigen, d. h. geeigneten, erforderlichen und angemessenen Maßnahmen oder Maßnahmenkombinationen sind bei Altlasten mit Sanierungsuntersuchungen zu ermitteln. Diese Verhältnismäßigkeitsprüfung ist Bestandteil der Sanierungsuntersuchung. Sind Sanierungsmaßnahmen im Einzelfall nicht verhältnismäßig, können sonstige Maßnahmen wie Schutz- und Beschränkungsmaßnahmen zur Anwendung kommen. Bei der Entscheidung über Sanierungsmaßnahmen oder über Schutz- und Beschränkungsmaßnahmen sollte auch die natürliche Schadstoffminderung berücksichtigt werden.
Bis die behördlich festgelegten Sanierungsziele erreicht sind, kann der finanzielle und zeitliche Aufwand für verschiedene mögliche Maßnahmen sowie für eine gegebenenfalls erforderliche Überwachung des Sanierungserfolges und für Nachsorgemaßnahmen erheblich variieren. Durch ein Netz kompetenter Ingenieurdienstleister und eine entsprechende Sanierungsinfrastruktur steht eine Vielzahl von Lösungsansätzen und technischen Verfahren zur Verfügung. Das schließt aber nicht aus, dass im konkreten Fall noch kein marktgängiges Sanierungsverfahren existiert, dass der finanzielle Aufwand für die Durchführung einer Maßnahme nicht angemessen ist oder dass Probleme mit der Akzeptanz innovativer Technik- oder Managementkonzepte bestehen. In der Praxis werden vielfach Maßnahmen kombiniert und in modularen (mobilen und semi-mobilen) Sanierungsanlagen technisch umgesetzt. Praxisbewährt sind ebenfalls komplexe Managementkonzepte, die Monitoringkonzepte einbeziehen.
Bei der Auswahl von Maßnahmen zur Gefahrenabwehr sind ihre Umweltauswirkungen zu berücksichtigen. In diesem Zusammenhang sind auch soziale und ökonomische Aspekte der Sanierung und des Flächenrecyclings zu betrachten. So kann eine unmittelbare Verbindung von Dekontaminations- und (Tief-)Baumaßnahmen zur Flächennachnutzung nachhaltiger sein als ein herkömmlicher Bodenaushub. Weiterhin ist es möglich, Boden- und Grundwassersanierungen durch die Entwicklung komplexer Sanierungsstrategien und innovativer Verfahren effizienter zu gestalten.
Maßnahmen zur Baustelleneinrichtung bei der Sanierung
Zum Schutz unkontaminierter Bereiche oder zur Böschungssicherung werden Geotextilien eingesetzt. Die Trennung z.B. von Schrott und anderen
Quelle: Frauenstein / Umweltbundesamt
Mobile Erdbautechnik auf der Sanierungsbaustelle
Der Einsatz mobiler Erdbautechnik hat sich auf den Sanierungsbaustellen bewährt. Damit sind auf Altstandorten Kontaminationsquellen aber auch Fundamente sehr präzise auszuheben.
Quelle: Frauenstein / Umweltbundesamt
Untersuchung der Grundwasserverhältnisse
Die Erkundung der Grundwassersituation (Lage, Fließrichtung, Beschaffenheit, Schadstoffkonzentrationen) ist eine wichtige Voraussetzung zur Auswahl geeigneter Sanierungsverfahren.
Mobile Grundwasseraufbereitungsanlage auf der Sanierungsbaustelle
Die Kontamination des Grundwassers unter Altstandorten erfordert eine Sanierung, meist durch mobile oder semimobile Anlagen, wie hier im Bild dargestellt wird.
Quelle: Frauenstein / Umweltbundesamt
Bodenbehandlungsanlage (on site)
Semimobile thermische Bodenbehandlungsanlage
Quelle: Frauenstein / Umweltbundesamt
Großlochbohrgerät im Einsatz
Ein Großlochbohrgerät im Einsatz auf einem zu sanierenden Standort. Durch das Bohrverfahren wird kontaminierter Boden gewonnen, einer Bodenbehandlung zugeführt oder deponiert. Es erfolgt eine Verfüllung des Bohrloch mit unbelastetem Material.
Quelle: Frauenstein / Umweltbundesamt
Arbeitsschutz bei Arbeiten in kontaminierten Bereichen
In kontaminierten Bereichen sind bei Sanierungsarbeiten besondere Arbeitschutzvorkehrungen zutreffen, wie hier im Bild, das Tragen persönlicher Schutzausrüstungen.
Quelle: Frauenstein / Umweltbundesamt
Stahlspundwand, eingebaut
Mit Stahlspundwänden wird die Ausbreitung von Kontaminationen verhindert. Diese bauformen kommen als sogenannte Sicherungsverfahren zum Einsatz.
Quelle: Frauenstein / Umweltbundesamt
Direct Push - Mobile Technik
Der Vorort Einsatz mobiler und hochauflösender Erkundungsverfahren (hier: Direct Push) bieten enorme wirtschaftliche und zeitliche Vorteile bei überwiegend hervorragenden Dedektionsergebnissen.
Quelle: Frauenstein / Umweltbundesamt
Vorort-Analytik - hoch technisiert
Vorort - Analytik erfordert umfangreiche und komplexe Auswerteverfahren und Softwareunterstützung
Mit der rechtlichen Verankerung der Altlastensanierung hat sich in Deutschland schnell ein entsprechender Dienstleistungsmarkt für Bodensanierung entwickelt. Er unterliegt stetigen Veränderungen. Nachdem es in den 1990er-Jahren darauf angekommen war, eine funktionierende Sanierungsinfrastruktur zu entwickeln und verfügbar zu machen, rückten die Anlagenauslastung und ihr wirtschaftlicher Betrieb stärker in den Vordergrund. Die stationären Bodenbehandlungsanlagen bekamen zunehmend Konkurrenz durch mobile und semimobile Anlagen. Für spezielle Projekte optimiert, boten sie vielfach eine ökonomischere Alternative für konkrete Sanierungsmaßnahmen. Zudem beinhalteten Sanierungskonzepte immer häufiger differenzierte Anforderungen an die Sanierung von Teilflächen, so dass der Bedarf an modularen Sanierungsanlagen stieg.
„Für Mensch und Umwelt“ ist der Leitspruch des UBA und bringt auf den Punkt, wofür wir da sind. In diesem Video geben wir Einblick in unsere Arbeit.
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