Ammoniak wird als Kältemittel auch unter der Bezeichnung R-717 geführt. Es ist ein farbloses Gas. Wer schon einmal mit Ammoniak zu tun hatte, erinnert sich zumeist an den besonders prägnanten und stechenden Geruch. Als Kältemittel verfügt es über eine lange Tradition. Schon seit gut 150 Jahren kommt es in Kühlhäusern, Brauereien und Schlachthöfen zum Einsatz. Und seit gut 120 Jahren wird es zusätzlich auch in Großkälte- und Industrieanlagen genutzt. Mitte des 20. Jahrhunderts wurde Ammoniak vielfach durch die heute verbotenen Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) ersetzt. Dennoch hat es seine wichtige Rolle in der Industrie-Kältetechnik wegen seiner sehr guten thermodynamischen Eigenschaften immer behaupten können.
Obwohl Ammoniak für die Verwendung im Kälteprozess synthetisch erzeugt wird, gilt es als „natürliches Kältemittel“. Denn NH3 – so die chemische Bezeichnung – kommt in den Stoffkreisläufen der Erde vor und entsteht in der Natur überwiegend beim Abbau organischer, stickstoffhaltiger Materialien. Da Ammoniak als Kältemittel in geschlossenen Anlagen verwendet wird, sind die Emissionen aus den Anlagen, im Vergleich zum Gesamtstickstoffkreislauf, vernachlässigbar. Ammoniak wird als Kältemittel heute unter anderem in großen Kälteanlagen für Kühlhäuser und bei der Klimatisierung von Flughäfen, Bürogebäuden, Produktionshallen oder Sportanlagen verwendet.