Was ist Umweltbeobachtung?
Unter dem Begriff Umweltbeobachtung wird die Erhebung und Bewertung von Daten über den Zustand der Umwelt zusammengefasst. Dies schließt Daten über Veränderungen der natürlichen Lebensgrundlagen und über umweltbedingte Gesundheitsrisiken und umweltassoziierte Erkrankungen beim Menschen ein. Zuverlässig und systematisch erhobene Daten der Umweltbeobachtung sind eine Grundlage für umweltpolitische Entscheidungen und die Ausrichtung auf eine nachhaltige, umweltverträgliche Entwicklung. Die Hauptaufgaben der Umweltbeobachtung sind:
- die Erfassung und Bewertung des Zustands der Umwelt und deren Veränderungen (Analysefunktion),
- das frühzeitige Erkennen und Bewerten von Risiken (Frühwarnfunktion),
- die Erfolgskontrolle von umwelt- und naturschutzpolitischen Maßnahmen (Kontrollfunktion).
Umweltzustand in Deutschland, Trends und Prognosen
Informationen zum Umweltzustand und seiner räumlichen und zeitlichen Veränderungen sind eine wesentliche Grundlage der Umweltpolitik. Die Umweltbehörden des Bundes und der Länder ermitteln unter anderem den Zustand von Klima, Wasser, Boden, Luft sowie des Trinkwassers, führen Informationen zusammen und bewerten sie.
Auch Erhebungen zur Belastung des Menschen und zum Auftreten umweltbezogener Erkrankungen sowie ökologischer Veränderungen (Biodiversität) zählen zur Umweltbeobachtung. Das UBA nutzt Daten und Informationen sowohl aus eigenen Messtellen und Beobachtungsprogrammen, als auch aus denen der Länder und anderer Institutionen.
Analyse und Bewertung von Umweltdaten
Umweltdaten bedürfen der Analyse und Bewertung. In der Regel dienen dazu
- Grenzwerte aus rechtlichen Regelwerken,
- Richt- und Empfehlungswerte, die toxikologisch oder ökotoxikologisch begründet sind oder
- Kriterien, die mittels wissenschaftlich fundierter Methoden festgelegt wurden.
Sofern diese nicht vorliegen, können auch statistische Beurteilungswerte hilfreich sein, die eine Normspanne einer üblichen Belastung charakterisieren (Referenzwerte).
Ferner können Trendbetrachtungen und räumliche Vergleiche von beispielsweise Konzentrationsmessungen auch ohne wirkungsbezogene Normen sinnvoll sein, um Belastungsschwerpunkte (räumliche Hotspots) zu lokalisieren oder den Erfolg von Reduzierungsmaßnahmen zu belegen.
Berichterstattung
Nach dem Umweltinformationsgesetz ist das Umweltbundesamt dazu verpflichtet, die Öffentlichkeit über den Zustand der Umwelt in Deutschland zu informieren. Um dieser gesetzlichen Verpflichtung nachzukommen, nutzt das Umweltbundesamt verschiedene Informationsmedien wie Print-Publikationen, Online-Veröffentlichungen oder Fach- und Umweltinformationssysteme.
Der Umweltberichterstattung des Umweltbundesamtes kommt in diesem Zusammenhang die Aufgabe zu, Informationen zum Umweltzustand, zu aktuellen Umwelttrends und zur Belastung der Bevölkerung durch Umwelteinflüsse zu bündeln, fachlich aufzubereiten und an die Öffentlichkeit zu kommunizieren. Zu den bereitgestellten Informationen gehören Daten und Bewertungen zu den Schutzgütern, Klima, Luft, Boden, Wasser, aber auch zu Fläche und natürliche Ressourcen. Des Weiteren dient die Umweltberichterstattung der Information über umweltbezogene Risiken für die menschliche Gesundheit und über die Beanspruchung der Umwelt, zum Beispiel durch Landwirtschaft, Verkehr, Industrie und private Haushalte. Für die Kommunikation von Umweltinformationen an die Öffentlichkeit stehen verschiedene Informationsangebote online bereit, wie beispielsweise „Daten zur Umwelt“-Artikel, Umweltindikatoren, unsere Datensuche, der Metadatenkatalog oder Kartenanwendungen auf der UBA-Website und auf unserer Website gis.uba.de/maps. Mit dem Tool „Mein Indikatorenbericht“ kann ein tagesaktueller Bericht aus insgesamt 50 verschiedenen Umwelt-Indikatoren zusammengestellt und als PDF-Broschüre heruntergeladen werden.
Darüber hinaus dient die Berichterstattung der Erfüllung von politischen Berichtspflichten. Das Umweltbundesamt führt hierfür Umweltdaten des Bundes und der Länder zusammen, die eine bundesweite Beurteilung der Situation erlauben und Handlungserfordernisse aufzeigen. Diese bilden auch die Grundlage für die Berichterstattung an verschiedene politische Akteure, wie zum Beispiel die Europäische Umweltagentur oder die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).