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Müll im Meer

Plastikreste am Meer: Ein alter Reifen, eine Flasche, Kinderspielzeug und der Rest eines Einkaufkorbs aus Plastik liegen auf einem Kiesstrand.
Dreiviertel des Mülls im Meer besteht aus Kunststoffen. Es dauert Jahrhunderte sie abzubauen.
Quelle: Juandive / Fotolia

FAQ

Welche Lösungsansätze gibt es, um Abfällen im Meer zu begegnen?

Das nachsorgende Sammeln von Müll im Meer und am Strand ist aufwändig, kostspielig und erreicht nur einen kleinen Teil des Mülls. Es bedarf einer deutlichen Verstärkung der Vorsorge, die Maßnahmen müssen also an den Quellen greifen. Recycling- und Wiederverwertungsstrukturen müssen daher weiter gestärkt und die umweltgerechte Gestaltung von Kunststoffprodukten (Öko-Design) gefördert werden…

Was ist Mikroplastik?

Als Mikroplastik werden Plastikstücke bezeichnet, welche kleiner als 5 mm sind. Sie sind also teilweise mit dem bloßen Auge schwer zu erkennen. Es gibt zwei Sorten von Mikroplastik: Zu sogenanntem primären Mikroplastik gehören Basispellets, die das Grundmaterial für die Plastikproduktion darstellen; Granulate in Kosmetik und Hygieneprodukten, wie Peelings, Zahnpasta, Handwaschmittel…

Verrottet Plastik gar nicht oder nur sehr langsam?

Man geht davon aus, dass Mikroorganismen nicht in der Lage sind, Kunststoffe vollständig zu zersetzen. Plastik ist biologisch ‚inert‘ und daher auch kaum einer Mineralisation unterworfen. Das bedeutet, dass Mikroplastikpartikel zwar kontinuierlich kleiner, aber nicht vollständig abgebaut werden. Weltweit wird eine Anreicherung von Kunststoffen an Stränden, in Meeresstrudeln und Sedimenten…

Welche Abfallmengen befinden sich in den Meeren?

Schätzungen gehen davon aus, dass sich mittlerweile zwischen 100 und 142 Millionen Tonnen Müll in den Meeren befinden. Jährlich werden bis zu 10 Millionen weitere Tonnen eingetragen. Man geht davon aus, dass etwa 70 Prozent der Abfälle zu Boden sinken, von den restlichen 30 Prozent wird etwa die Hälfte an den Stränden angespült, die andere Hälfte treibt an der Wasseroberfläche und in der…

Inhaltsverzeichnis

Ein Meer von Kunststoffen

Was können wir gegen die Vermüllung der Ozeane tun?

Dreiviertel des Mülls im Meer besteht aus Kunststoffen, deren Abbau Jahrhunderte benötigt. Durchschnittlich 13.000 Plastikmüllpartikel treiben mittlerweile auf jedem Quadratkilometer Meeresoberfläche. Vor allem Verpackungsmaterialien und Abfälle aus Fischerei sowie Schifffahrt wie Netzreste oder Taue sind für das Leiden von mehr als einer Million Seevögeln und weiteren circa 100.000 Meereslebewesen verantwortlich, die dadurch jährlich umkommen. Für 136 Arten von Meereslebewesen ist bekannt, dass sie sich regelmäßig in Müllteilen verheddern und strangulieren. Für mindestens 43 Prozent aller Wal- und Delfinarten, allen Arten von Meeresschildkröten sowie 36 Prozent der Seevögel und viele Fischarten können Müll fressen und verschlucken.

Bei der Zersetzung geben Kunststoffe giftige und hormonell wirksame Zusatzstoffe wie Weichmacher, Flammschutzmittel und UV-Filter in die Meeresumwelt oder den Organismus ab, der sie aufnimmt. Mikroorganismen sind nicht in der Lage, die Kunstoffe vollständig zu zersetzen. Deshalb verbleiben die pulverartigen Kleinstpartikel in der Meeresumwelt, wahrscheinlich für immer. Weltweit wird eine Zunahme dieses Mikroplastiks in den Meereswirbeln, den Sedimenten und an den Stränden beobachtet. In allen kürzlich untersuchten Kotproben von Seehunden und Kegelrobben im niedersächsischen Wattenmeer wurde durch die Universität Oldenburg Mikroplastik gefunden.

Mikroplastik gelangt aber auch direkt ins Meer: die Verwendung in Kosmetikprodukten wie Peelings oder Zahnpasten ist mittlerweile Standard. Bis zu 2.000 Kunstfasern aus Fleece-Kleidungsstücken, einem Velourstoff, der meist aus Polyester oder Polyacryl besteht, gelangen pro Waschgang in die Meeresumwelt, da sie von den Klärwerken nicht zurückgehalten werden. Geht ein typischer Transportcontainer mit Industriepellets aus Kunststoff zur späteren Weiterverarbeitung auf See verloren, gelangen 50 Milliarden davon ins Meer und sind an den Stränden von Sandkörnern kaum unterscheidbar. Laut Angaben der Kunststoffindustrie landen diese Pellets auch oft im Produktionsprozess in der Kanalisation und je nach Lage der Kläranlagen anschließend in Flüssen oder Küstengewässern.

Mikroplastikpartikel binden persistente toxische Schadstoffe, die sich im Meer befinden, an ihrer Oberfläche. Das können auch bereits verbotene Substanzen wie das Insektizid Lindan oder das Pestizid DDT sein, die sich nach wie vor in der Meeresumwelt befinden. Diese Eigenschaft kann zu einer Anreicherung von Schadstoffen im Nahrungsnetz führen und möglicherweise auch Relevanz für den menschlichen Verzehr von Fischen und Meeresfrüchten haben.

Werden Sie aktiv und treten Sie der Müllbelastung der Meere entgegen:

  • Verwenden Sie keine Peelings, Duschgels und Zahnpasten, die Kunststoffe (zum Beispiel Polyethylen) enthalten.
  • Werfen Sie Müll nicht achtlos weg, sondern stets in den Mülleimer. Nehmen Sie alles wieder mit, was Sie für den Strandtag oder das Picknick im Freien eingepackt haben.
  • Kaufen Sie langlebige Produkte – so schonen Sie wertvolle natürliche Ressourcen und vermeiden Müll. Nutzen Sie plastikfreie Verpackungen wie Papiertüten für Brot oder Obst und Gemüse, Mehrwegflaschen oder noch besser Glasflaschen aus der Region und eigene Textiltragetaschen für den Einkauf.
  • Trennen Sie Ihren Müll. Nur so ermöglichen Sie, dass Plastik und andere Stoffe überhaupt recycelt werden können.
  • Beteiligen Sie sich an freiwilligen Säuberungsaktionen an Küsten, Stränden und Flussufern.

EG-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie

Die neue EG-Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie fordert von den Mitgliedsstaaten, das Müllvorkommen in den europäischen Meeresregionen zu bewerten, eine entsprechende Überwachung zu etablieren und die Einträge so zu regulieren, dass bis 2020 Abfälle keine weiteren schädlichen Effekte auf Meeresbewohner ausüben. Das UBA leitet gemeinsam mit dem „Joint Research Center“ der Europäischen Kommission und dem französischen Forschungsinstitut „Ifremer“ die entsprechenden EU-Arbeitsgruppe. 2011 legte sie einen Bericht mit Empfehlungen für eine umfassende Überwachung der Müllbelastung der einzelnen Meereskompartimente und der Auswirkungen von Müll auf Meereslebewesen vor. Eine unlängst erschienene Publikation des Alfred-Wegener-Instituts spezifiziert diese Empfehlungen zusätzlich für den Aspekt Mikroplastik. Das UBA setzt sich global und regional für Aktionspläne ein, um strategisch koordinierte Maßnahmen der ständig fortschreitenden Müllbelastung der Meere entgegenzusetzen. Nach der Honolulu-Strategie von 2011, die einen globalen Ansatz für Aktionspläne darstellt, sollen nun spezifische Aktionen für die europäischen Meeresregionen identifiziert und umgesetzt werden.

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Links

Publikationen

Dokumente

Meeresmüll

Honolulu-Strategie: A global framework for management and prevention of marine debris, UNEP / NOAA (2011)

Auswirkungen von Meeresmüll

-- wird zurzeit aktualisiert und demnächst neu veröffentlicht --

Herkunft mariner Abfälle

-- wird zurzeit aktualisiert und demnächst neu veröffentlicht --

Maßnahmen zur Vermeidung von Meeresmüll

-- wird zurzeit aktualisiert und demnächst neu veröffentlicht --

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Schlagworte

Kurzlink: www.umweltbundesamt.de/n3394de