Chronik
Hier finden Sie eine Chronik weltweiter Temperaturen, Niederschläge und Extremereignisse seit 2020.
Zur Untersuchung von Klimaänderungen werten Fachleute weltweite Messungen meteorologischer Parameter wie Temperatur, Niederschlag und Wind aus und bilden räumliche und zeitliche Mittelwerte aus diesen Daten. Um beispielsweise das globale Mittel der bodennahen Lufttemperatur zu erhalten, interpolieren und mitteln sie mit Hilfe von Rechenvorschriften die Messwerte räumlich über die ganze Erde sowie zeitlich über ein ganzes Jahr, zum Beispiel 2020. Nun ist das globale Temperaturmittel von 2020 allein wenig aussagekräftig. Mehr Informationen gewinnen wir aus der Abweichung des globalen Mittels von 2020 vom Mittelwert in einem zurückliegenden, längeren Zeitraum (Referenzzeitraum) – wir sehen dann, ob 2020 wärmer oder kühler als im langjährigen Durchschnitt war.
Zudem wird eine Zeitreihe der globalen Mitteltemperatur benötigt, um Erkenntnisse über die zeitliche Änderung der Temperatur – den Trend – ableiten zu können. Fachleute wählen als Referenzzeitraum beispielsweise die Jahre 1850 – 1900 (u. a. von der Weltorganisation für Meteorologie/WMO verwendet) und bilden aus den globalen Temperaturmitteln der einzelnen Jahre dieser Periode den Mittelwert. Nun konstruieren sie eine Zeitreihe (beispielsweise von 1900 bis 2025), indem sie auf der x-Achse der Darstellung alle Jahre (von 1900 bis 2025) abtragen und auf der y-Achse für jedes einzelne Jahr die Abweichung des globalen Temperaturmittels vom Mittelwert des Referenzzeitraumes.
Derartige Reihen zur Analyse der zeitlichen Entwicklung der globalen Mitteltemperatur werden von verschiedenen wissenschaftlichen Institutionen berechnet und veröffentlicht. Für unsere Chronik wird die Zeitreihe der Weltorganisation für Meteorologie der Vereinten Nationen (World Meterological Organization [WMO]) genutzt. Diese erhebt selbst keine Daten, sondern nutzt für ihre Berechnungen die Zeitreihen der sechs weltweit führenden Institutionen. Dabei handelt es sich um die Datensätze der Universität von East Anglia und des Britischen Meteorologischen Dienstes (Climate Research Unit [CRU] at the University of East Anglia und Hadley Center – HadCRUT), der NASA (Goddard Institute for Space Studies – GISS), der Universität Berkley, den Datensatz der des Erdbeobachtungsprogramms der Europäischen Union (Copernicus), der Japanischen Wetterbehörde (JMA - Japan Meteorological Agency) sowie der amerikanischen Ozean-Atmosphärenbehörde NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration). Bedingt durch unterschiedliche Referenzzeiträume und geringfügige Abweichungen in den Methoden zur Berechnung der globalen Mitteltemperatur sind die Zeitreihen der verschiedenen wissenschaftlichen Institute nicht identisch (NASA, 2011). Dies wird auch in der Übersicht der WMO deutlich, welche die sechs Datensätze der vorgenannten Institutionen vergleichend darstellt (Abbildung 3). Tabelle 1 zeigt eine Übersicht der von der WMO berechneten Abweichungen der globalen Durchschnittstemperaturen seit 2020.