Grundwassereinträge von Bioziden aus Fassaden in urbanen Gebieten (GruBurG)
Die Studie untersucht den Eintrag von Bioziden aus Baumaterialien in das Grundwasser. Biozide werden häufig Fassadenfarben, Putzen oder anderen Baustoffen zugesetzt, um Algen- und Pilzbefall zu verhindern. Gelangen diese Stoffe jedoch durch Regen aus den Materialien heraus, können sie über den Boden ins Grundwasser sickern und dort langfristig die Wasserqualität beeinträchtigen.
Ein zentrales Element der Studie ist die Modellierung verschiedener städtischer Eintragspfade. Dazu zählen begrünte Flächen, durchlässige Pflasterbeläge und Versickerungsanlagen, über die Regenwasser in den Boden gelangt. Mithilfe spezialisierter Computermodelle (COMLEAM, FOCUS PEARL und PELMO) wird simuliert, wie Biozide ausgewaschen werden und sich im Boden weiterverlagern. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass mehrere Emissionspfade in Städten gleichzeitig berücksichtigt werden müssen, um die Belastung des Grundwassers verlässlich einschätzen zu können. Auf Basis der Erkenntnisse formuliert die Studie Empfehlungen zur Verbesserung europäischer Emissionsszenarien (ESD) für Biozide.
Des Weiteren münden die Ergebnisse in Planungshilfen für Architektinnen, Ingenieure und Kommunen. Diese sollen helfen, nachhaltige Bauweisen zu fördern, etwa durch den Einsatz biozidfreier Materialien und eine umweltfreundliche Regenwasserbewirtschaftung, mit dem Ziel, das Grundwasser in Städten wirksam zu schützen.
Abschlussbericht (in Englisch): UBA Texte 133/2025
Planungshilfen:
Merkblatt Nachhaltiges Bauen: Schutz des Grundwassers vor Biozideinträgen
Planungshilfe 1: Gestaltung einer nachhaltigen Fassade. Lösungen an der Quelle der Stoffemission