Wirtschaftlichkeit von Photovoltaik-Dachanlagen
Bei Photovoltaik (PV)-Dachanlagen ist die Selbstversorgung mit dem erzeugten Solarstrom besonders attraktiv, also Modelle, bei denen nur die Überschüsse in das Netz eingespeist werden. Hintergrund sind die niedrigen Stromerzeugungskosten einer Photovoltaikanlage gegenüber den höheren Strombezugskosten, welche neben den eigentlichen Beschaffungskosten zu einem großen Anteil aus Netzentgelten, Steuern und Abgaben bestehen. Diese Strombezugskosten können durch solare Selbstversorgung teilweise eingespart werden.
Da neben dem eigenen PV-Strom meist (etwa an sonnenarmen Tagen oder nachts) weiterhin Strom aus dem öffentlichen Netz bezogen wird, nimmt der Anlagenbetreiber die aus den Strombezugskosten finanzierten Leistungen einer jederzeit gesicherten Versorgung – z. B. Regel- und Ausgleichsenergie, die über Netzentgelte finanziert wird – weiterhin wie ein Stromkunde ohne Photovoltaikanlage in Anspruch, zahlt jedoch wegen der geringen Menge an aus dem Netz bezogenen Strom einen deutlich geringeren Anteil. Diese Privilegierung wirkt als indirekte Förderung für Photovoltaikanlagen mit Eigenverbrauch. Zusätzlich erhalten kleine Dachanlagen bis 10 Kilowatt, die ab Februar 2024 in Betrieb gehen, für den überschüssig eingespeisten Strom 8,11 Cent / kWh. Sofern sämtlicher in der Anlage erzeugter Strom ohne anteilige Selbstversorgung in das Netz eingespeist wird, beträgt die Vergütung bei dieser Anlagengröße 12,87 Cent / kWh. Die Einspeisevergütung ist so bemessen, dass die Summe aus Einspeisevergütung und eingespartem Netzstrombezug in der Regel für die Amortisation einschließlich einer angemessenen Rendite ausreicht.
Der Stromanteil, der direkt und zeitgleich im Gebäude verbraucht werden kann, hängt unter anderem von der Größe der Photovoltaikanlage und dem individuellen Stromverbrauch (Höhe und Zeitpunkt) ab. Er kann zum Beispiel mit einem Rechner der HTW Berlin ermittelt werden. Die Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage mit und ohne Batteriespeicher kann beispielsweise bei der Stiftung Warentest berechnet werden.
Tendenziell kann bei Kleinstanlagen (z. B. Steckersolargeräten) ein hoher Anteil des erzeugten Stroms selbst genutzt werden. Hintergrund ist, dass einer eher geringen Strommenge ein durchschnittlicher Haushaltsverbrauch gegenübersteht – das Erzeugungs- und das Verbrauchsprofil überlappen sich dadurch stärker. Kleinstanlagen sind bei Installation durch Elektrofachkräfte allerdings pro Kilowatt installierter Leistung deutlich teurer als konventionelle Dachanlagen. Beim Mieterstrom werden die Verbrauchsprofile vieler Haushalte mit dem Erzeugungsprofil einer größeren Dachanlage kombiniert; dadurch kann ein großer Teil der lokalen Stromerzeugung direkt verbraucht werden.