Hintergrund
Computer- und Videospiele zu spielen ist in Deutschland sehr populär. Laut Bundesverband der Deutschen Games-Branche (game) spielen rund sechzig Prozent der Deutschen Computer- und Videospiele, zumindest gelegentlich. Dabei ist die Zahl der deutschen Spieler*innen in der Vergangenheit über nahezu alle Altersklassen hinweg stetig gestiegen (game, 2022).
Verband der deutschen Games Branche - game (2022): Jahresreport der deutschen Games-Branche 2022.
Während der größte Teil der Spiele der Kategorie der Unterhaltungsspiele zugeordnet werden kann, gibt es auch Spiele, die neben der Unterhaltung weitere Ziele verfolgen. Diese Serious Games oder auch Impact Games genannten Spiele, zielen beispielsweise auf Bildung, dem Transfer bestimmter Fähigkeiten oder Motivation zu bestimmten Handlungen ab. Serious Games kombinieren dabei typische Spielelemente wie Spaß, Wettbewerb und eine ansprechende Spielwelt mit z.B. Bildungsinhalten. Sie bieten dadurch eine innovative Möglichkeit, um Nachhaltige Entwicklung zu fördern, neue Zugänge für eine zunehmend technikaffine Generationen zu öffnen und damit eine breite Zielgruppe gezielt anzusprechen.
Die Politik hat derartige Entwicklungen bereits aufgegriffen: Die umweltpolitische Digitalagenda strebt im Maßnahmenpaket 4 »Umweltpolitik 4.0« die Etablierung digitaler Tools für Bildung und Partizipation an. Serious Games sind ein solches Tool und haben das Potenzial, einen zunehmend bedeutsamen Zugang zu Umweltinformationen und Umweltbildung für die breite Bevölkerung darzustellen. Sie bieten darüber hinaus das Potenzial zur Schaffung einer erhöhten Digital- und Datenkompetenz.
BMUV (2020): Auf einen Blick. Die Umweltpolitische Digitalagenda: Wie ein Problem zur Lösung wird. https://www.bmuv.de/fileadmin/Daten_BMU/Download_PDF/Digitalisierung/digitalagenda_bf.pdf
Angesichts einer Generation umweltbewusster Schüler*innen und junger Erwachsener, die für Klimaschutz demonstrieren und sich von Vorbildern wie Greta Thunberg und Luisa Neubauer inspirieren lassen, scheint das persönliche Interesse, selbst etwas zu einer nachhaltigeren Zukunft beizutragen, auch in einer Zeit multipler Krisen weiterhin hoch zu sein (Frick et al., 2022).
Frick, V., Holzhauer, B., Gossen, M., Harnisch, R., Winter, F. (2022). Zukunft? Jugend fragen! – 2021. Umwelt, Klima, Wandel – was junge Menschen erwarten und wie sie sich engagieren. Berlin & Dessau-Roßlau. https://www.umweltbundesamt.de/publikationen/zukunft-jugend-fragen-2021
Dennoch weisen nicht alle gesellschaftlichen Gruppen ein Nachhaltigkeitsbewusstsein auf (Umweltbundesamt, 2021). Für eine groß angelegte Nachhaltigkeitstransformation, bei der auch Bürger*innen erreicht werden, die bisher wenig Berührungspunkte mit den Konzepten Nachhaltigkeit und Nachhaltige Entwicklung hatten, sind daher innovative Ansätze erforderlich.
Umweltbundesamt (2021). 25 Jahre Umweltbewusstseinsforschung im Umweltressort: Langfristige Entwicklungen und aktuelle Ergebnisse. Dessau-Roßlau.