Umweltleistungen des Ökolandbaus
Der ökologische Landbau ist eine besonders ressourcenschonende und umweltverträgliche Form der Landwirtschaft, die sich am Prinzip der Nachhaltigkeit orientiert. Der Verzicht auf mineralische Stickstoffdüngemittel und die Flächenbindung der Tierhaltung fördern nahezu geschlossene Nährstoffkreisläufe: Im Betrieb anfallende Nährstoffe in Mist und Gülle werden auf die hofeigenen Flächen ausgebracht und können von den Pflanzen aufgenommen werden. Nährstoffüberschüsse durch Futtermittelzukauf und Mineraldüngereinsatz werden weitgehend reduziert. Das schont vor allem die Oberflächengewässer und das Grundwasser, die bei ökologischer Bewirtschaftung weniger stark durch ausgetragene Nährstoffe (insbesondere Nitrat) gefährdet sind als im konventionellen Landbau. Weiterhin wirkt sich der Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel positiv auf den Schutz der Gewässer und die Biodiversität aus.
Die organische Düngung und der Anbau von stickstofffixierenden Eiweißpflanzen (Leguminosen) fördern die Humusbildung und die Bodenfruchtbarkeit mit positiven Auswirkungen auf die Bodenparameter Aggregatstabilität und die Infiltrationskapazität. Bodenlebewesen finden gute Lebensbedingungen vor und sorgen durch ihre Aktivität für ein stabiles Bodengefüge. Zwischenfrüchte und Untersaaten, die häufig im Ökolandbau angebaut werden, verringern durch die nahezu ganzjährige Bedeckung des Bodens die Gefahr des Bodenabtrags durch Erosion. Dies trägt zum Hochwasserschutz bei und unterstützt die Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels.
Weiterhin fördert der Ökolandbau durch vielfältige Fruchtfolgen mit Zwischenfruchtanbau und dem Verzicht auf Pflanzenschutzmittel die biologische Vielfalt von Pflanzen und Tieren in der Agrarlandschaft. Die tiergerechtere Haltung, die häufig Auslauf und Bewegung sowie frische Luft ermöglicht und eine längere Mastzeit und einen geringeren Antibiotikaeinsatz gewährt, dient dem Tierwohl und sorgt für Akzeptanz in der Bevölkerung.
Der Ökolandbau kann auch einen Beitrag zum Klimaschutz leisten, wenn es gelingt, durch ökologische Bewirtschaftungsmaßnahmen den Humusgehalt des Oberbodens dauerhaft zu erhöhen. Denn so werden höhere Mengen an Kohlendioxid gespeichert und der Atmosphäre entzogen. Außerdem werden keine Mineraldünger eingesetzt, deren Herstellung besonders energieintensiv ist.
Die beschriebenen, vergleichsweise guten Umweltleistungen des Ökolandbaus kommen insbesondere in Bezug zur bewirtschafteten Fläche zum Zug. Bei einer flächenbezogenen Betrachtung hat der Ökolandbau in Bezug auf den Ressourcenschutz vielfältige Vorteile gegenüber der konventionellen Bewirtschaftung, die sich vor allem aus dem im Ökolandbau verfolgten Systemansatz und der geringeren Produktionsintensität ergeben.
Bei einer produktbezogenen Betrachtungsweise (Ökoeffizienz) ergibt sich hingegen ein gemischtes Bild. Grund dafür ist, dass im Ökolandbau niedrigere Erträge erzielt werden als im konventionellen Anbau. Die Emissionen pro Produkteinheit, d.h. pro Kilogramm oder Liter, können somit auch höher oder in vergleichbarer Größenordnung ausfallen wie im konventionellen Landbau, weil für die gleiche Menge von z.B. Getreide oder Milch aufgrund der geringeren Erträge, mehr Flächen bewirtschaftet oder Tiere gehalten werden müssen. Dies ist beispielsweise bei der Bewertung der Klimaschutzleistung des Ökolandbaus relevant. Dies macht deutlich, dass allgemein ein landwirtschaftliches System immer nur so nachhaltig sein kann, wie es der korrespondierende Konsum zulässt.
Ökolandbau
Der Flächenanteil des Ökologischen Landbaus ist ein Schlüsselindikator der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie. Ziel der Bundesregierung ist es, den Anteil der ökologisch bewirtschafteten Flächen bis 2030 auf 30 Prozent zu erhöhen.
Mit 11,2 Prozent an der landwirtschaftlich genutzten Fläche in 2024 (Datengrundlage: Statistisches Bundesamt, verschiedene Erhebungsmethoden; Bodennutzungshaupterhebung, Agrarstrukurerhebung) ist Deutschland von diesem Zielwert jedoch noch weit entfernt. In den vergangenen Jahren wuchs der Flächenanteil des Ökolandbaus langsam, aber kontinuierlich, gegenüber dem Vorjahr stagnierte er hingegen. Weitere Anstrengungen und eine ausreichend finanzielle Förderung durch die Europäische Agrarpolitik, des Bundes und der Länder sind daher erforderlich.
Daten des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, die mit einer anderen Methode erhoben werden, zeigen, dass Ende 2024 insgesamt 35.881 Betriebe Betriebe – das sind 14,1 Prozent aller landwirtschaftlichen Betriebe Deutschlands - ihre Flächen nach den Grundsätzen und Regeln des ökologischen Landbaus bewirtschafteten. Die ökologisch bewirtschaftete Fläche betrug rund 1.9 Millionen Hektar und damit 11,5 Prozent an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche (BMEL 2025).
Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang um 799 Betriebe, der laut BMLEH auf altersbedingte Betriebsaufgaben und fehlende Hofnachfolge zurückzuführen. Umso wichtiger ist es, dass die staatliche Förderung so ausgestaltet ist, dass sie Landwirte und Landwirtinnen beim dauerhaften Umstieg auf die ökologische Wirtschaftsweise unterstützt und ihnen langfristige Planungssicherheit gibt.
Der innerdeutsche Vergleich zeigt, dass der Ökolandbau je nach Bundesland unterschiedliche Bedeutung hat. Während zum Beispiel in Baden-Württemberg, Brandenburg, im Saarland, in Hessen und in Mecklenburg-Vorpommern ein deutlich über dem Bundesdurchschnitt liegender Flächenanteil ökologisch bewirtschaftet wurde, hatte der Ökolandbau in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen und Schleswig-Holstein eine deutlich geringere Bedeutung.
Bioprodukte erfreuen sich in Deutschland wachsender Beliebtheit. Deutschland ist größter Absatzmarkt und größter Bio-Produzent in Europa. Im Jahr 2024 wurde ein Umsatz von knapp 17 Milliarden Euro erzielt. Gegenüber dem Vorjahr 2023 ist die Nachfrage damit um 5,7 Prozent gestiegen (BÖLW 2025). Die Nachfrage nach Bioprodukten übersteigt das inländische Angebot jedoch nach wie vor deutlich. Ein Teil dieser Bio-Importe könnte auch hierzulande produziert werden, was jedoch weitere Anstrengungen im Hinblick auf die Planungssicherheit und -verlässlichkeit der Förderpolitik voraussetzt.