Geschichte des UBA und des Umweltschutzes
Seit 1974 gibt es das Umweltbundesamt – kurz: UBA. Hier erfahren Sie, welche Meilensteine es im Umweltschutz seitdem gab und was wir für Mensch und Umwelt erreicht haben. Über die Filter unten können Sie sich nur Jahre anzeigen lassen, in denen Ereignisse zum gewählten Thema stattfanden. Über die Suche rechts oben können Sie innerhalb dieses Portals suchen.
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1974
1974 ist die Geburtsstunde des Umweltbundesamtes. Der erste Präsident: Heinrich Freiherr von Lersner. Eines der ersten Projekte: Der Aufbau eines Informations- und Dokumentationssystems Umwelt (UMPLIS). Außerdem tritt das Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) in Kraft, um in Deutschland den Schutz vor Luftverschmutzung, Lärm, Erschütterungen und Strahlen zu verbessern.
1975
1975 geht es der unkontrollierten Entsorgung von Abfällen an den Kragen: Das UBA deckt rund 50.000 wilde Mülldeponien in Deutschland auf und sorgt für deren Schließung. Die europäische Gemeinschaft erlässt die Abfallrahmenrichtlinie. Außerdem wird beim UBA die Meldepflicht für die Rezepturen von Wasch- und Reinigungsmitteln eingeführt – mit Erfolg: Die Belastung der Gewässer sinkt.
1976
1976 erschüttert die Chemiekatastrophe im italienischen Seveso ganz Europa und sorgt für strengere Regeln, um Mensch & Umwelt besser vor Unfällen mit gefährlichen Stoffen zu schützen. Auch ein weiterer giftiger Stoff steht 1976 im Fokus: Blei im Benzin. Außerdem erlässt die Europäische Gemeinschaft die Badegewässerrichtlinie – Enthalten Gewässer zu viele Keime, sollen Badende gewarnt werden.
1977
1977 noch neu: Das UBA rechnet vor, wie viel Geld uns unterlassener Umweltschutz kostet. Außerdem gibt das UBA den ersten Studienführer Umweltschutz für Deutschland heraus. Eine gute Nachricht für den Naturschutz: Das Bundesnaturschutzgesetz tritt in Kraft.
1978
1978 wird das Umweltzeichen „Blauer Engel“ eingeführt. Eines seiner ersten Einsatzgebiete: FCKW-freie Spraydosen. Bereits in diesem Jahr warnt das UBA vor dem menschengemachten Klimawandel. Außerdem werden Vorschläge für die Bekämpfung von Lärm und für Grenzwerte für Blei- und Cadmiumemissionen in die Luft vorgelegt. Eine neue Richtlinie schafft eine europaweite Grundlage für weniger Baulärm.
1979
1979 startet das UBA die Aufklärung über die fatalen Gesundheitsfolgen von Asbest. Erster Erfolg: Die deutsche Industrie stellt zumindest die Produktion von Spritzasbest ein. Im Fokus steht auch die Müllverbrennung auf See. Außerdem starten in diesem Jahr das erfolgreiche Förderprogramm für Umweltschutztechnik „Umweltinnovationsprogramm“ und zwei „Evergreens“ der UBA-Publikationenreihen.
1980
Ganz Deutschland spricht vom Waldsterben. Schuld ist „Saurer Regen“ durch Luftverschmutzung. Diese kostet den Steuerzahler jährlich 4 Milliarden Mark, wie das UBA 1980 vorrechnet. Außerdem warnt das UBA vor einem Aus der Mehrweg-Verpackungen. Doch es gibt auch Positives: Die „Spielstraße“ wird eingeführt. UBA und Industrie präsentieren einen 90 % leiseren Lkw. Und Asbest wird weiter eingeschränkt.
1981
1981 findet der erste „autofreie Sonntag“ in Deutschland statt. Das Motto: Autofrei – Spaß dabei!“. Es gibt sogar einen extra Song. Ein weiteres Highlight: Das UBA feiert das erste Mal den „Tag der Umwelt“ an seinem Dienstsitz. Mit ca. 10.000 Besuchern, einem Theaterstück und Milch aus Mehrwegflaschen. Außerdem legt das UBA einen Bericht über Ursachen und Wirkungen des „Sauren Regens“ vor.
1982
1982 ist das UBA die erste Bundesbehörde, die per „Bildschirmtext (BTX)“ informiert. Eine UBA-Langzeitstudie zeigt: Cadmium im Zigarettenrauch ist hoch krebserregend. Als weitere Themen stehen Lärmschutz, Verkehr in Ballungsräumen, Dieselrußfilter und Batterien auf der UBA-Agenda. Außerdem tritt 1982 das Chemikaliengesetz in Kraft und Ressourcenschutz wird Ziel der europäischen Umweltpolitik.
1983
1983 ist ein gutes Jahr für den Schutz von Umwelt und Gesundheit vor schädlichen Luftschadstoffen: Die Großfeuerungsanlagenverordnung tritt – nach tatkräftiger Mitarbeit des UBA – in Kraft und wird in den kommenden Jahren zur Erfolgsgeschichte. Außerdem widmet sich das UBA 1983 den Umweltgiften PCB und Dioxin sowie dem so genannten „Sommersmog“, der aus Abgasen des Straßenverkehrs entsteht.
1984
1984 veröffentlicht das UBA den ersten bundesweiten Bericht zum Zustand der Umwelt: die „Daten zur Umwelt“. Auch die Archivierung von Umwelt- und Humanproben in den Probenbanken des Bundes startet: Menschliches Blut, Vogeleier und andere Proben werden tiefgefroren, um sie auch noch in Jahrzehnten auf Schadstoffe untersuchen zu können. Ebenfalls Thema: alte Eisenbahnschwellen auf Spielplätzen.
1985
Die Luft in den Städten muss besser werden. Ein wichtiger Schritt: 1985 wird nach intensiver Vorarbeit des UBA die Abgassonderuntersuchung (ASU) für alle Kraftfahrzeuge mit Benzinmotor eingeführt und sorgt für eine schnelle Verbreitung des Drei-Wege-Kats. Außerdem veröffentlicht das UBA eine Studie zu Cadmium: Zehn- bis hunderttausend Bundesbürger leiden an Dauerschäden durch das Schwermetall.