Umweltbundesamt ehrt die Sieger im Wettbewerb „Blauer Kompass“
Unter dem Motto „Blauer Kompass – Anpassungspioniere gesucht“ zeichnete das Umweltbundesamt am 21. Juni 2016 vier lokale Anpassungsmaßnahmen aus, mit denen klimawandelbedingte Risiken gemindert und Chancen des Klimawandels genutzt werden. Die Beteiligungsprojekte „Future Cities – Grün-blauer Klimakorridor Kamen“, „Natur in graue Zonen“ aus Bonn und „KiezKlima“ in Berlin zeigen, wie Extremwetterereignissen wie Starkregen oder Hitzeperioden begegnet werden kann. In Kamen wurde ein Flusslauf renaturiert und Anwohner entkoppelten ihre Grundstücke von der Kanalisation, um gegen Überflutung vorzusorgen und ihr Wohnumfeld zu verbessern. Die Bonner Initiative „Natur in graue Zonen“ entsiegelte und begrünte in Pilotmodellen mit Unternehmen aus Duisburg, Erfurt und Wiesloch innerstädtische Flächen. Im Berliner Brunnenviertel gilt es, die Quartiersbewohnerinnen und -bewohner für die Entwicklung von Klimaanpassungsmaßnahmen an ihrem Wohnort zu begeistern. Aus der Region Frankfurt-Rhein-Main kommt mit dem Weiterbildungskonzept „Klaro: Klimarobust Planen und Bauen“ eine Sensibilisierungs- und Qualifizierungsmaßnahme, die mit der Zielgruppe Handwerk auf die Anpassungserfordernisse im Baugewerbe aufmerksam macht.
„Die Gewinner des Wettbewerbs handeln schon heute vorbildlich und ihre Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels sind richtungsweisend. Alle vier Projekte zeichnet insbesondere die Einbindung unterschiedlicher gesellschaftlicher Akteure aus“, so Dr. Thomas Holzmann, Vizepräsident des Umweltbundesamts, in seiner Laudatio an die Sieger. Da der Klimawandel sich auf viele Bereiche des Lebens auswirkt, wie beispielsweise die Gesundheitsvorsorge, die Landwirtschaft oder die Energieversorgung, rückt die Beteiligung von Akteuren immer mehr in den Fokus. Die Förderung von Beteiligungsprozessen und selbstständig getroffenen Vorsorgemaßnahmen bewertete die Jury des „Blauen Kompass“ daher bei allen vier Gewinnerprojekten als besonders auszeichnungswürdig.
Der Jury gehörten in 2016 an: Prof. Dr. Andrea Heilmann, Hochschule Harz; Susanne Hempen, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit; Jörg Sommer, Deutsche Umweltstiftung; Nadine Steinbach, Verband Kommunaler Unternehmen e.V. sowie Petra Mahrenholz vom KomPass-Team des Umweltbundesamtes.