Wie können NbS in kommunalen Planungsprozessen verankert werden?
Naturbasierte Lösungen (NbS) gewinnen zunehmend an Bedeutung für die Förderung von Klimaanpassung, Biodiversität und städtischer Lebensqualität. Viele Kommunen nutzen jedoch die Möglichkeiten zur Integration von NbS in Planungsinstrumente und Satzungen nicht. Gründe dafür sind bestehende Verwaltungsstrukturen, der hohe Personalbedarf, begrenzte Budgets, Wissensdefizite über die Umsetzung und Vorteile von NbS sowie der starke Nachverdichtungsdruck in dicht bebauten Innenstädten.
Potenzial von integrierten Ansätzen
Integrierte Ansätze haben ein besonderes Potenzial, NbS systematisch in der Stadtpolitik und -planung zu verankern. Informelle Planungsinstrumente, wie Stadtentwicklungs- und Freiraumplanung, bieten hierfür gute Möglichkeiten. Diese Instrumente sind nicht rechtlich formalisiert und standardisiert, was Flexibilität bei der Umsetzung systematischer, sektorübergreifender Ansätze ermöglicht.
Informelle Planungsinstrumente und gute Praxisbeispiele der NbS-Integration
NbS können in einer Reihe von strategischen kommunalen Planungsinstrumenten verankert werden. Diese reichen von der gesamtstädtischen Ebene bis hinunter zu einzelnen Stadtteilen und können bestimmte Sektoren oder geografische Bereiche betreffen. Viele Städte, so z. B. auch Berlin und Nürnberg, haben gezeigt, wie durch gezielte Strategien und Pläne NbS erfolgreich verankert werden können:
Praxisbeispiel: Die BerlinStrategie | Stadtentwicklungskonzept Berlin 2030 umfasst die Förderung und Umsetzung von NbS zur Erreichung ökologischer und sozialer Ziele. Maßnahmen umfassen u. a. die Vernetzung von Grünflächen, die Weiterentwicklung von Grün- und Freiflächen mit Blick auf Klimaschutz- und Anpassung und ein Grundwasser- und Regenwassermanagement mit innovativen (grünen) Lösungen.
Praxisbeispiel: Der Masterplan Freiraum Nürnberg enthält multifunktionale Maßnahmen zur Klimaanpassung und Stadtgrünentwicklung. Teil des Masterplans sind ein gesamtstädtisches Freiraumkonzept, ein entsprechender Aktionsplan, welcher kontinuierlich aktualisiert und mit neuen Projekten gefüllt wird, sowie Freiraumkonzepte auf Stadtteilebene.