Die Luftverschmutzung ist eine hauptsächlich vom Menschen verursachte Quelle. Zu großen Teilen werden die Schadstoffe wie z.B. Feinstaub und Stickstoffdioxid über Verbrennungsprozesse in Kraftwerken, Industrie oder Verkehr in die Luft gebracht, aber auch die Landwirtschaft verursacht Emissionen. Man nennt dies anthropogene, also vom Menschen verursachte Quellen. Demgegenüber stehen aber auch natürliche Quellen wie z.B. Wüstenstaubaufwirbelungen, Pollen, Vulkanausbrüche oder Waldbrände. Sind die Schadstoffe einmal in große Höhen aufgestiegen, dann können sie sehr weit transportiert werden. Daher kann es auch in Deutschland dazu kommen, dass in den Messstationen der Luftmessnetze der Länder und des Umweltbundesamtes Feinstaub aus der Sahara, aus Waldbränden oder aus Vulkanasche beobachtet wird.
Die Europäische Luftqualitätsrichtlinie 2008/50/EG geht darauf sogar extra in ihrem Artikel 20 „Emissionsbeiträge aus natürlichen Quellen“ ein. Darin steht, dass Emissionsbeiträge aus Naturereignissen wie Vulkanausbrüchen, Erdbeben, geothermischen Aktivitäten, Freilandbränden, Stürmen, Meeresgischt oder der atmosphärischen Aufwirbelung oder des atmosphärischen Transports natürlicher Partikel aus Trockengebieten (also auch Saharastaub) nicht durch den Menschen verursacht werden und daher nicht als Überschreitung eines Grenzwertes im Sinne dieser Richtlinie gelten. Dazu gibt die Richtlinie Hinweise, wie die Mitgliedstaaten der Europäischen Kommission in einem solchen Fall über die Emissionsbeiträge aus natürlichen Quellen berichten müssen.
Der Copernicus Atmosphere Monitoring Service (CAMS) und das European Centre for Medium-Range Weather Forecasts (ECMWF) erstellen für ein Ensemble von Modellen eine stündliche Vorhersage für Europa, in der beispielsweise über die Parameter „Dust“ oder „PM wild fire“ auch Informationen für natürliche Quellen von Luftschadstoffen abgerufen werden können.