Die mineralischen Rohstoffe der Arktis werden bereits seit Jahrzehnten in industriellem Maßstab gefördert. Der international steigende Bedarf lenkt den Blick der Industrie und Politik verstärkt nach Norden, wo noch viele unerforschte Bereiche auf bisher unentdecktes Rohstoffpotenzial hoffen lassen. In der Arktis existieren tatsächlich reiche Lagerstätten an mineralischen Bodenschätzen – im Weltmaßstab gibt es bedeutende Rohstoffvorkommen insbesondere von Hochtechnologie- und Basismetallen sowie Industriemineralen (Seltene Erden, Edelmetalle wie Platin, Palladium und Gold, Eisenerze, Diamanten und Düngemittelrohstoffe).
Schweden und Finnland sind bedeutende Förderländer von Metallerzen in der EU. In Russland gibt es nördlich des Polarkreises etwa 20 Bergwerksbetriebe, wobei sich die größten Abbaugebiete auf der Kola-Halbinsel und in Sibirien befinden. Die Palette an Rohstoffvorkommen reicht von Eisen, Bunt- und Edelmetallen über seltene Erden und Diamanten bis zu Düngemittelrohstoffen. Die russische Firma Norilsk Nickel ist der weltgrößte Produzent von Platin und Nickel. Auch die nordamerikanische Arktis blickt auf eine lange Bergbautradition zurück. Besonders die Gewinnung von Gold, Blei und Zink spiegelt sich noch heute in Kanada mit einem Anteil von bis zu 33 Prozent im Bruttoinlandsprodukt (BIP) wider. Island ist wegen seiner geologischen Gegebenheiten arm an abbauwürdigen Rohstoffvorkommen. Grönland hingegen birgt ein erhebliches Rohstoffpotential: bedingt durch zu hohe Kosten und den enormen logistischen Aufwand erfolgt dort allerdings bisher nur sehr wenig aktiver Abbau. Darüber hinaus sind einige Lagerstätten radioaktiv belastet.
Die Erschließung eines großen Teils der Rohstoffquellen sowie die Ausbeutung der Gas- und Ölfelder in der Arktis ist derzeit wirtschaftlich noch unrentabel: große räumliche Distanzen, fehlende Infrastruktur, Wetterextreme, lange Phasen von extremer Kälte und Dunkelheit treiben die Kosten in die Höhe.
Im Bereich der Förderung fossiler Energieträger ergibt sich allerdings ein anderes Bild: Alle Arktisanrainer verfügen über Gas- und Ölfelder und beuten diese bereits nach ihren Möglichkeiten aus oder verfolgen deren Exploration. Schätzungen zufolge liegen in der Arktis ca. 16 Prozent der weltweiten Erdöl- und etwa 30 Prozent der weltweiten Erdgasreserven. Deren tatsächliche Förderbarkeit ist zwar unsicher, jedoch machen der Rückgang des Meereises durch den Klimawandel und die fortschreitende Entwicklung effizienter Technologien den Abbau zunehmend attraktiver. Die Ausbeutung der Gas- und Ölfelder ist jedoch ebenso wie der Bergbau mit zahlreichen Schwierigkeiten behaftet: Auch hier mangelt es an Infrastruktur, fortschrittlichen Technologien und milden Wetterbedingungen. Darüber hinaus birgt der Abbau auch enorme Risiken für die arktische Umwelt – in den Polargebieten ist die Beseitigung von Ölverunreinigungen im Meer kompliziert und langwierig. Nichtsdestotrotz sind Bergbau und die Förderung von fossilen Energieträgern wichtige Wirtschaftszweige, in denen zahlreiche Menschen beschäftigt werden.