Marktdaten: Ernährung

Die Höhe des Fleischkonsums und der Marktanteil von Biolebensmitteln sind zentrale Kennzahlen für eine umweltgerechte und nachhaltige Ernährung. Auch die Marktzahlen für MSC-gelabelten Fisch und für Fairtrade-Siegel geben Auskunft darüber, wie wichtig uns ökologische und soziale Kriterien bei der Ernährung sind. Die Senkung von Lebensmittelabfällen ist ein wichtiges umweltpolitisches Ziel.

Inhaltsverzeichnis

 

Fleischkonsum: Tendenz zu „weniger“

Der Fleischverzehr in Deutschland lag viele Jahre konstant hoch bei etwa 60 kg pro Person und Jahr. Zwischen 2018 und 2023 ist er um rund 14 % auf 51,6 kg gesunken (siehe Abb. „Fleischverzehr in Deutschland“). Damit liegt er allerdings in Bezug auf die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) (rund 15 kg pro Person und Jahr) immer noch deutlich zu hoch. Unter „Fleischverzehr“ wird die tatsächlich von Menschen verzehrte Menge erfasst. Bei Angaben zum „Fleischverbrauch“ sind hingegen auch Futtermittel, industrielle Verwertung und Schlachtabfälle wie Knochen enthalten.

Diagramm: Der Fleischverzehr pro Kopf in Deutschland lag von 2000 bis 2018 bei rund 60 kg. Seitdem ist er gesunken, auf 51,6 kg im Jahr 2023.
Fleischverzehr in Deutschland
Quelle: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) Diagramm als PDF
 

Biolebensmittel: Zurück in der Wachstumsspur

Nimmt man die beiden Corona-Jahre 2020 und 2021 heraus, zeigt sich bei Biolebensmitteln seit Jahren sowohl bei Umsätzen als auch bei Marktanteilen ein stetiges Wachstum in kleinen Schritten (siehe Abb. „Umsatz und Marktanteil von Biolebensmitteln“). Um bis 2030 das Ziel von 30 % Marktanteil zu erreichen, müsste das in 2020 erzielte Umsatzwachstum in Höhe von rund 25 % bis 2030 aufrechterhalten werden.

Diagramm: Der Marktanteil von Biolebensmitteln ist von 3,6 Prozent 2008 auf 6,3 Prozent 2024 gestiegen. Der Umsatz lag 2024 bei rund 17 Milliarden Euro.
Umsatz und Marktanteil von Biolebensmitteln
Quelle: Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) Diagramm als PDF
 

Fairtrade-Lebensmittel: Wachstum in der Nische

Der Umsatz mit Fairtrade-Lebensmittel hat sich seit 2008 auf über 2 Mrd. Euro bis 2023 mehr als verzwölffacht. Der Marktanteil am gesamten Lebensmittelmarkt lag 2023 bei 0,8 % (siehe Abb. „Umsatz und Marktanteil von Fairtrade-Lebensmitteln“). Die Entwicklung ist vergleichbar mit der Marktentwicklung der Biolebensmittel, wenn auch auf einem deutlich geringeren Niveau. Dies liegt u.a. daran, dass das Fairtrade-Label nur für einen Teil der Lebensmittel verfügbar ist. Viele Fairtrade-Produkte sind auch biozertifiziert. So hatten 66 % der Fairtrade-Bananen und 72 % des Fairtrade-Kaffees im Jahr 2023 auch ein Biolabel (Fairtrade Deutschland 2024).

Diagramm: Der Marktanteil von Fairtrade-Lebensmitteln ist von 0,1 Prozent 2008 auf 0,8 Prozent 2023 gestiegen. Der Umsatz lag 2023 bei über 2 Milliarden Euro.
Umsatz und Marktanteil von Fairtrade-Lebensmitteln
Quelle: Transfair in Bewegung - Jahres- und Wirkungsbericht 2008-2021 (Fairtrade Deutschland); Marktanteile: Statistisches Bundesamtt Diagramm als PDF
 

ASC- und MSC-Fisch: Im Massenmarkt zu Hause

Der Absatz von Fischprodukten aus nachhaltiger Fischerei mit ASC-Label (Aquakultur) und ⁠MSC⁠-Label (Wildfang) betrug 2022 rund 250.000 Tonnen, was einem Marktanteil von rund 64 % entspricht (siehe Abb. „Absatz von Fischprodukten mit ASC- und MSC-Label“ und „Marktanteil von Fischprodukten mit ASC- und MSC-Label“). Allerdings sind die Verkaufszahlen im Jahr 2022 deutlich zurückgegangen, was insbesondere auf fehlende Fangquoten im Nordostatlantik zurückzuführen ist (MSC Deutschland 2023).

Diagramm: Der Absatz von ASC- und MSC-gelabeltem Fisch lag 2020 bei rund 307.000 Tonnen, 2022 bei rund 248.000 Tonnen.
Absatz von Fischprodukten mit ASC- und MSC-Label (nach Kategorien)
Quelle: ASC/MSC-Marktbericht Deutschland 2023 Diagramm als PDF
Diagramm: Der Markanteil von ASC- und MSC-gelabeltem Fisch lag 2020 bei rund 9 bzw. 62 Prozent, 2022 bei rund 9 bzw. 55 Prozent
Marktanteil von Fischprodukten mit ASC- und MSC-Label (Absatz)
Quelle: ASC/MSC-Marktbericht Deutschland 2023 Diagramm als PDF
 

Vermeidbare Lebensmittelabfälle: Zu gut für die Tonne

Gemäß einer Studie der GfK fielen 2020 in privaten Haushalten durchschnittlich 22,4 kg vermeidbare Lebensmittelabfälle pro Person an. Dies entspricht einem Einkaufswert von knapp 70 Euro. Einpersonenhaushalte werfen dabei mehr Lebensmittel weg als Mehrpersonenhaushalte (32 kg gegenüber 18 kg pro Person und Jahr). Es werden vor allem leicht verderbliche Lebensmittel weggeschmissen (siehe Abb. „Vermeidbare Lebensmittelabfälle in privaten Haushalten, Anteile nach verschiedenen Lebensmitteln“).

Diagramm: Jedes Jahr werden in Deutschland rund 22 kg vermeidbare Lebensmittel weggeworfen. Davon sind ein Drittel Obst und Gemüse, 15 Prozent Zubereitetes und 13 Prozent Backwaren.
Vermeidbare Lebensmittelabfälle in privaten Haushalten, Anteile nach verschiedenen Lebensmitteln
Quelle: Gesellschaft für Konsumforschung Diagramm als PDF
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