Der Sechste Sachstandsbericht (Sixth Assessment Report, AR6) fasst den aktuellen Stand der Klimaforschung umfassend zusammen. Eine zentrale Erkenntnis ist, dass der menschengemachte Klimawandel eindeutig nachweisbar ist und sich bereits tiefgreifend auf natürliche und menschliche Systeme auswirkt. Der Bericht bestätigt, dass ohne drastische Emissionsminderungen das Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 °C oder sogar 2 °C zu begrenzen, kaum noch erreichbar ist. Zudem warnt der AR6 vor sich verstärkenden Kipppunkten im Klimasystem, die unumkehrbare Veränderungen verursachen könnten. Einige dieser Kipppunkte, wie das Abschmelzen des grönländischen und westantarktischen Eisschilds oder das Absterben des Amazonas-Regenwaldes, könnten bereits bei einer Erwärmung zwischen 1,5 °C und 2 °C erreicht werden. Andere, wie die Destabilisierung großer Teile des Permafrosts, würden wahrscheinlich bei höheren Erwärmungsniveaus eintreten und zusätzliche Treibhausgase freisetzen, die den Klimawandel weiter verstärken.
Ein weiteres wesentliches Ergebnis ist die Notwendigkeit umfassender Anpassungsmaßnahmen, um Klimarisiken zu minimieren. Besonders betont werden die Ungleichheiten in der Betroffenheit: Während einige Regionen besonders stark unter Extremereignissen wie Dürren, Hitzewellen und Überschwemmungen leiden, fehlen vielerorts finanzielle und technische Mittel für eine wirksame Anpassung. Der Bericht hebt hervor, dass ambitionierte Klimapolitik nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich vorteilhaft ist und langfristig erhebliche Kosten vermeidet.
Der AR6 wurde zwischen 2021 und 2023 veröffentlicht. Er besteht aus drei Hauptteilen:
- Arbeitsgruppe I: Naturwissenschaftliche Grundlagen des Klimawandels
- Arbeitsgruppe II: Folgen des Klimawandels, Anpassung und Verwundbarkeit
- Arbeitsgruppe III: Minderung des Klimawandels
Zusätzlich wurde ein übergreifender Synthesebericht veröffentlicht, der die wichtigsten Erkenntnisse zusammenfasst.
Darüber hinaus hat der IPCC im sechsten Bewertungszyklus mehrere Sonderberichte veröffentlicht, darunter:
- 1,5°C globale Erwärmung (2018): Auswirkungen und notwendige Maßnahmen zur Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 °C.
- Klimawandel und Landsysteme (2019): Zusammenhänge zwischen Klimawandel, Landnutzung und Ernährungssicherheit.
- Ozean und Kryosphäre im Klimawandel (2019): Auswirkungen des Klimawandels auf Meere, Eisgebiete und Küstenregionen.