Aussehen und Vorkommen
Die Familie der Bockkäfer (Cerambycidae) sind in Mitteleuropa mit etwa 230 Arten vertreten, in Deutschland sind es etwa 177. Einige Arten sind in der Roten Liste als gefährdete Arten erfasst, zum Beispiel der Alpenbock (Rosalia alpina). Die in unseren Breiten vorkommenden Bockkäfer sind Pflanzenfresser und Blütenbesucher. Ihre Larven ernähren sich oftmals von totem Holz und sind somit an das Leben in nährstoffarmem Holz angepasst. Je nach den Anforderungen der Larven an Holzfeuchte und den Nährstoffgehalt des Holzes können Bockkäfer unterteilt werden: Während es Arten gibt, die das Holz geschwächter oder frisch abgestorbener Bäume bevorzugen (zum Beispiel Zangenböcke, Fichtenbockkäfer) sind andere Arten an das Leben in trockenem Holz angepasst, zum Beispiel Scheibenböcke und der als Schädling bedeutende Hausbockkäfer.
Der Hausbockkäfer (Hylotropus bajulus) ist sehr weit verbreitet und kommt von Nordafrika über ganz Europa bis weit nach Asien vor. Seinen natürlichen Lebensraum hat der Käfer im Wald, wo er die Eier in abgestorbenes Nadelholz legt. Neben trockenen Hölzern im Wald kann er aber auch Bauhölzer (trockene, nichtberindete Hölzer) befallen.
Die Weibchen des Hausbockkäfers werden bis 25, Männchen bis 16 Millimeter lang. Der Käfer ist dunkelgrau, braun bis schwarz, mit weißen Flecken auf den Flügeldecken. Der Halsschild ist rundlich mit zwei weiß behaarten Höckern auf der Oberseite. Der Kopf ist deutlich schmaler als der Halsschild. Die Antennen bestehen aus 11 Gliedern und sind etwa halb so lang wie der Körper. Die Weibchen können zur Eiablage eine Legeröhre ausstülpen. Die Eiablage erfolgt in Unebenheiten an der Holzoberfläche. Die Larven entwickeln sich im nährstoffreichen Splintholz von Nadelbäumen. Die Larven des Hausbockkäfers sind weiß bis elfenbeinfarbig und deutlich segmentiert. Sie werden im Laufe Ihrer Entwicklung bis zu 30 Millimeter lang. Die Entwicklung der Larven bis zum erwachsenen Käfer kann zwischen 3 und 10 Jahre dauern. Diese Zeit ist durch ausgeprägten Fraß im eiweißreichen Splintholz gekennzeichnet. Der Schlupf der Käfer erfolgt von Juni bis August. Sie leben nur wenige Wochen und nehmen keine Nahrung zu sich. Die Käfer widmen sich der Paarung, der Eiablage und der Suche nach Wirtsholz für die nächste Generation.