Aussehen und Vorkommen
Der Gescheckte Nagekäfer (Xestobium rufovillosum), auch als Bunter Nagekäfer oder Totenuhr bekannt, ist ein Käfer aus der Familie der Nagekäfer (Ptinidae), zu der auch der Gemeiner Nagekäfer (Anobium punctatum) und der Gekämmte Nagekäfer (Ptilinus pectinicornis) gehören. Der Gescheckte Nagekäfer ist in Europa weit verbreitet und befällt in der Natur abgestorbene, von Pilzen befallene Bäume. Als Schädling in Holzkonstruktionen ist er vor allem in von Pilzen vorgeschädigtem, feuchtem Hartholz zu finden. Häufig ist er in Eichenholz in Fachwerkhäusern anzutreffen aber auch andere Gegenstände aus Holz wie Fenster, Möbel, Treppen oder Skulpturen können befallen werden.
Der Gescheckte Nagekäfer ist der größte Nagekäfer in Mitteleuropa. Die Käfer sind dunkelbraun mit fleckiger, graugelber Behaarung und werden zwischen fünf bis neun Millimeter lang. Die Weibchen sind größer als die Männchen. Die Larven werden bis zu 10 mm lang und sehen den Larven des Gewöhnlichen Nagekäfers sehr ähnlich. Zu unterscheiden sind die Larven an den beim Gescheckten Nagekäfer vorhandenen Augenflecken.
Der Name „Totenuhr“ geht auf Klopfgeräusche zurück, die die Käfer verursachen, indem sie mit dem Kopf an Holz schlagen, um Paarungspartner anzulocken. Auch Menschen können dieses typische Geräusch hören. Die Eilarven entwickeln sich nur in pilzbefallenem Holz. Wichtig für eine optimale Entwicklung ist eine hohe Feuchtigkeit des Holzes. Das Holz muss mindestens eine Feuchte von 14 % aufweisen. Die optimalen Bedingungen für die Entwicklung der Larven liegen bei einer Holzfeuchtigkeit von etwa 25 % und einer Temperatur zwischen 22 und 25 °C. Unter optimalen Bedingungen dauert die Entwicklung der Larven ein bis zwei Jahre, unter ungünstigen Umständen auch über 10 Jahre.
Nach der Verpuppung und dem Schlupf im Frühjahr leben die erwachsenen Käfer bis zu acht Wochen und nehmen in dieser Zeit keine Nahrung mehr zu sich. Die Käfer widmen sich der Paarung, der Eiablage und der Suche nach Wirtsholz für die nächste Generation.