Ergebnisse der Zustandsbewertung
Nach vorläufigen Einschätzungen des ökologischen Zustandes der deutschen Übergangs- und Küstengewässer der Landesbehörden von Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Bremen und Hamburg wurden im Jahr 2008 erstmals in der Europäischen Union (EU) abgestimmte Bewertungsverfahren angewendet. In den Jahren 2015 und 2021 folgten weitere Bewertungen nach abgestimmten und verbesserten Verfahren. Die letzte Bewertung stufte von 28 Wasserkörpern 15 als „mäßig“, 9 als „unbefriedigend“ und 4 Wasserkörper als „schlecht“ ein (siehe Karte „Ökologischer Zustand/Ökologisches Potenzial in den Übergangs- und Küstengewässern der Nordsee“). Keiner der Wasserkörper erreichte den guten oder sehr guten Zustand.
Insgesamt wird der „gute ökologische Zustand“ in den Übergangs- und Küstengewässern der Nordsee weiterhin verfehlt. Dies resultiert überwiegend aus dem übermäßigen Eintrag von Nährstoffen über die Flüsse, der küstennah zu Eutrophierungseffekten führt. Die Zielverfehlung ist im Ostfriesischen Wattenmeer durch hohe Nährstoffeinträge aus der Elbe und der Ems größer als im Nordfriesischen Wattenmeer.
Die Auswirkungen auf die Mikroalgen (Phytoplankton), Großalgen und Blütenpflanzen (Makrophyten) und auf wirbellose Bodentiere (Makrozoobenthos) waren der Hauptgrund für das Verfehlen des „guten Zustands“ (siehe Abb. „Ökologische Zustandsbewertung der Wasserkörper in den Küsten- und Übergangsgewässern der Nordsee“). Am besten fiel die Bewertung für das Makrozoobenthos aus. 39% der Wasserkörper erreichten den „guten Zustand“, 7% sogar den „sehr guten Zustand“. Bei den Makrophyten erreichten 18% der Wasserkörper den „guten Zustand“, bei Phytoplankton hingegen wurden nur 4% der Wasserkörper mit einem „guten Zustand“ und 4% mit einem „sehr guten Zustand“ bewertet.