Gemeine Flussmuschel (Unio crassus)
Die Gemeine Flussmuschel (Unio crassus), oft auch als Bachmuschel oder Kleine Flussmuschel bezeichnet, gehörte früher zu den häufigsten Muschelarten in großen Flüssen und kleinen Bächen Mitteleuropas. Sie hat eine Länge von bis zu 10 cm. Heute ist die Art nach ihrem dramatischen Rückgang in den meisten Gebieten Mitteleuropas streng geschützt. Die Kanalisierung der Fließgewässer durch den Menschen, übermäßige Nährstoff- und Schadstoffeinträge, zu hohe Feinsedimenteinträge und Sauerstoffmangel im Gewässerboden, das Fehlen geeigneter Wirtsfische für die parasitischen Larven der Muscheln und eine verringerte Durchgängigkeit der Fließgewässer sind in Ihrem Zusammenwirken dafür verantwortlich. Die wenigen noch existierenden Populationen dieser Art sind auf kleinere, saubere Flusssysteme und Bäche beschränkt.
Köcherfliege (Lepidostoma basale)
Die Köcherfliege Lepidostoma basale benötigt zur Entwicklung saubere Bäche und kleine Flüsse. Die geflügelten Adulten (Erwachsenen) leben im Uferbereich naturnaher Gewässerabschnitte mit angrenzender Aue. Die im Wasser lebenden Larven besiedeln vor allem Wurzeln von Schwarzerlen und Totholzansammlungen, da sie sich von Blatt- und Totholzfragmenten, den darauf lebenden Algen, sowie von Pilzen und Bakterien ernähren. Köcherfliegen sind gute Indikatoren für die Gewässergüte und die Struktur der Gewässer, wobei die Präferenzen der verschiedenen Arten sich unterscheiden. Lepidostoma basale gilt u.a. als typspezifische Art für den Gewässertyp 14. Für die Art ist das Vorhandensein geeigneter Larval- und Puppenlebensräume, in Form von Totholz im sonst strukturarmen sandigen Gewässerbettrund von Schwarzerlen-Beständen am Gewässerrand sowie einer guten Sauerstoffversorgung im Gewässer ohne Schadstoffeinträge wichtige Voraussetzung für ihr Vorkommen.
Gründling (Gobio gobio)
Der Gründling (Gobio gobio) ist ein geselliger, schwarmbildender Fisch, der in klaren, stehenden und fließenden Gewässern mit sandigem oder kiesigem Grund vorkommt. Er wird in der Regel bis 15 cm, selten bis maximal 20 cm groß, bis zu 8 Jahre alt und ernährt sich von Kleintieren, Algen und totem organischem Material.
Als Sandlaicher mit benthischen (am Boden lebenden) Larven benötigt der Gründling sandige Bodensubstrate ohne Schlammauflage zur Fortpflanzung. Gründlinge laichen von Mai bis Juli und die Weibchen legen dabei bis zu 3.000 Eier in mehreren Schüben ab. Geschlechtsreif werden die Tiere mit 2 bis 3 Jahren. Aufgrund ihres schmackhaften Fleisches waren Gründlinge früher geschätzte Speisefische.
Schwarzerle (Alnus glutinosa)
Schwarzerlen (Alnus glutinosa) sind sehr wichtige strukturgebende Elemente in sandigen, ansonsten eher strukturarmen Fließgewässern. Sie wachsen vorwiegend an Gewässerrändern oder in Feuchtgebieten der Auen. Die Wurzeln der Schwarzerlen wirken oft wie ein natürlicher Uferschutz gegen Ausspülung. Sie werden aber auch von Fischen als Unterstände genutzt und dienen Wirbellosen als Besiedlungs- und Nahrungshabitat. Die Kronen der Schwarzerlen beschatten die Gewässer und beeinflussen damit die Temperatur – und Sauerstoffbedingungen des Gewässers, so dass diese auch in warmen Sommertagen kühl und sauerstoffreich bleiben und sauerstoffbedürftige Organismen wie Fischlarven und –eier überleben können. Auch der regelmäßige Eintrag abgestorbener Äste, Wurzelteile oder ganzer Erlenstämme ist in natürlichen Fließgewässern wichtig, da es durch diesen Eintrag zur ständigen Neubildung verschiedener Habitate kommt und auch die Strömungsbedingungen sich dynamisch verändern. Der herbstliche Laubeintrag bildet darüber hinaus eine wichtige Nahrungsquelle für die Lebensgemeinschaft kleiner Fließgewässer.
Brunnenkresse (Nasturtium officinale)
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Die Brunnenkresse (Nasturtium officinale) ist eine wintergrüne, ausdauernde krautige Sumpf- und Wasserpflanze, welche im 19. Jahrhundert in Europa intensiv kultiviert wurde und zum Teil auch heute noch angebaut wird. Der Grund für diesen Anbau besteht in ihrem hervorragenden, leicht scharfen senfartigen Geschmack, ihrer vielfältigen Verwendbarkeit in der Küche in Form von Salaten oder als Beilage zu anderen Gerichten und ihrem Vitamingehalt. Die Brunnenkresse wurde und wird als Heilpflanze verwendet – so gilt sie u.a. als Aphrodisiakum, appetitanregend, stoffwechselfördernd, harn- und wehentreibend und entzündungshemmend. Da im 20. Jahrhundert saubere Fließgewässergewässer immer seltener wurden, nahm der Anbau mehr und mehr ab. Die Brunnenkresse ist eine Charakterart kleiner, kühler und sandig-kiesiger Fließgewässer und bildet wichtige Nahrungshabitate für wirbellose Organismen und Verstecke für Fische.
Europäischer Biber (Castor fiber)
Der Europäische Biber (Castor fiber) ist das größte Nagetier Mitteleuropas. Er ernährt sich rein pflanzlich und wird über 1 Meter lang und bis zu 30 kg schwer. Von Bibern bewohnte Gewässer und deren Uferbereiche werden von ihnen aktiv durch den Bau von Dämmen umgestaltet. Durch den Biber lokal angestaute Fließgewässer ermöglichen oft eine Koexistenz von vielen anderen Tier- und Pflanzenarten fließender und stehender Gewässer, was zu einer lokalen Zunahme der Artenvielfalt führen kann. Aufgrund seinen dichten Fells, seines Fleischs und Fetts sowie des Drüsensekrets (Bibergeil) wurde der Biber seit dem Mittelalter stark bejagt. Heute gilt der Biber gemäß Bundesnaturschutzgesetz als streng geschützte Art. Dennoch ist der Biber auch heute nicht immer in unserer Kulturlandschaft willkommen und aufgrund seiner sehr aktiven Lebensraumgestaltung treten häufig Konflikte mit Grundeigentümern auf. Zur Minimierung dieser Konflikte mit dem Menschen werden in Deutschland Managementpläne im Gewässer-, Natur- und Artenschutz entwickelt.