Bewertung ausgewählter Maßnahmen zur Klimafolgenanpassung
Das von der Gesellschaft für wirtschaftliche Strukturforschung (GWS) und dem Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) gemeinsam bearbeitete Forschungsprojekt „Vertiefte ökonomische Analyse einzelner Politikinstrumente und Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel“ hat untersucht, in welchem Ausmaß verschiedene Maßnahmen und Politikinstrumente zur Anpassung an den Klimawandel Schäden reduzieren können, die aus dem Klimawandel resultieren.
Dabei entstanden unter anderem 16 Informationsblätter, sogenannte „Steckblätter“, in denen für einzelne Politikinstrumente und Maßnahmen die Ergebnisse der ökonomischen Modellierung und der erweiterten Bewertung übersichtlich dargestellt werden. Im Folgenden sind die Steckblätter mit ihren einzelnen Maßnahmen und deren Bewertungen aufgelistet.
Artikel
Aufforstung / Wiederaufforstung
Stürme, Schädlingsbefall, Waldbrände oder andere Auswirkungen des Klimawandels können Wälder oder Teile davon zerstören. Um die schützenden und klima-verbessernden Funktionen, wie CO2-Speicherung, zu erhalten, können neue Wälder gepflanzt werden (sog. Erstaufforstung) oder zerstörte Teile neu bepflanzt werden (Wiederaufforstung).
Angepasste Abwassersysteme
Bei nicht ausreichender Kapazität des Kanalnetzes können zunehmende Starkregenereignisse einerseits zu lokalen Überflutungen und andererseits dazu führen, dass überschüssiges Wasser aus der Kanalisation unbehandelt in die Vorfluter austritt, was zu Schadstoffeinträgen in umliegende Gewässern führt.
Aufbau von zusätzlichen Regenwasserbecken u. Kanaldimensionierung
Starkregenereignisse erhöhen die Menge an Wasser, die von Kanalnetzen aufgenommen werden und sie durchlaufen. In Folge dessen tritt überschüssiges Wasser aus den Kanalnetzen aus, was zu Überflutungen und Schadstoffeinträgen in umliegenden Gewässern führt.
Erhöhung der Anlagensicherheit
Anlagen und Kraftwerke können durch Extremwetterereignisse Schaden nehmen. Dadurch ist die Versorgungssicherheit und in extremen Fällen auch die Bevölkerungssicherheit gefährdet.
Reduktion des Kühlwassereinsatzes bei industriellen Prozessen
Im Sommer kann die Verfügbarkeit von Kühlwasser durch niedrige Flussstände und eine erhöhte Wassertemperatur eingeschränkt werden. In Folge dessen müssen Kraftwerke und Industrieanlagen gegebenenfalls ihre Leistung drosseln. Dies kann durch den Einsatz von alternativen, nicht auf Durchlauf-Kühlwasser basierenden Kühlungssystemen und somit der Reduktion des Kühlwassereinsatzes vermieden werden.
Nachrüsten von Flughäfen gegen Hitze und Niederschlagsereignisse
Um Flughäfen gegen Hitze und Niederschlagsereignisse nachzurüsten, gibt es mehrere technische Anpassungsoptionen. Gegen Überflutungsschäden oder Störungen auf der Startbahn durch Starkregen können angepasste Entwässerungssysteme und Versickerungsflächen den Wasserabfluss verbessern.
Angepasstes Design und Wartung von Brücken und Tunneln
Tunnel und Brücken sind besonders gefährdet, durch Klimafolgen beschädigt zu werden. Brücken können bei Stürmen Schäden erleiden. Tunnel können geflutet oder durch Hangrutsche blockiert werden.
Angepasste Hafeninfrastruktur
Häfen sind vor allem von Klimafolgen wie Stürmen oder dem Anstieg des Meeresspiegels betroffen. Um Schäden zu vermeiden, kann eine angepasste Hafeninfrastruktur die Überflutung von niedrig gelegenen Anlagen vorbeugen. Auch Infrastrukturen zum Anschluss des Hafens ans Binnenland, wie Schienenstrecken oder Straßen, können angepasst werden.
Technische Maßnahmen Verkehrsinfrastruktur Straße
Veränderte Klimabedingungen können Schäden an Straßeninfrastrukturen herbeiführen: Durch Hitze beispielsweise dehnt sich das Material aus, bei Starkregen können Straßen unterspült werden. Technische Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur Straße, wie die Verwendung modifizierter Baustoffe können Hitzeschäden an der Fahrbahn vorbeugen.
Angepasster Waldumbau
Steigende Temperaturen und länger andauernde Trockenphasen lösen Hitze- und Trockenstress bei Bäumen und Wäldern aus. Weitere Gefahren sind Sturmschäden und das erhöhte Risiko des Schädlingsbefalls durch das veränderte Klima.
Anbau angepasster Pflanzensorten/ Kulturen
Viele hiesige Pflanzensorten sind an die graduell steigenden Temperaturen nicht angepasst und reagieren darauf zum Teil sensibel. Der Anbau angepasster Pflanzensorten und –kulturen kann Ernteausfällen vorbeugen.
Effiziente Bewässerungssysteme in der Landwirtschaft
Ernteausfall bei Hitzewellen und ausbleibendem Niederschlag kann durch vermehrte Bewässerung verhindert werden. Durch eine effiziente Gestaltung der Bewässerungssysteme kann dabei der Verbrauch von Energie und Wasser geringgehalten werden.