Die Potenziale annotierter Umweltdatensätze
Die Herausforderungen bei der Verzahnung von Digitalisierung, Umweltschutz und Nachhaltigkeit sind enorm. Methoden der künstlichen Intelligenz können die Entscheidungsfindung und Forschung in diesen Bereichen maßgebend vorantreiben und verändern. Annotierte Daten nehmen dabei eine Schlüsselrolle ein. Annotierte Daten, das sind Daten, die mit einem Tag oder Label versehen wurden, damit ML-Modelle diese verstehen können. Sie bilden die Grundlage für eine gute Modellbildung und dienen als treibende Kraft für die Weiterentwicklung KI-gestützter Umweltforschung.
Die Verfügbarkeit geeigneter Trainingsdaten ist entscheidend für die Ergebnisqualität von ML-Modellen. Der Aufwand, der für die Datensammlung und -aufarbeitung notwendig ist, ist in der Regel sehr hoch und wird oft für einzelne Modellentwicklungen wiederholt. Insbesondere die Identifizierung von Anwendungsbereichen mit großem Bedarf, das Füllen von Datenlücken und die Entwicklung von effizienten Annotationsstrategien sind daher essenziell für den erfolgreichen und wirksamen Einsatz von KI im Umweltbereich.
Ziel des Projekts ist es, für das Umweltressort strategische Empfehlungen zu erarbeiten, in welchen Anwendungsbereichen und mit welchen Daten die größten Potenziale für den Einsatz von ML-Modellen bestehen. Das Projekt wird auch die Frage behandeln, wie das Teilen von sogenannten „gelabelten“ beziehungsweise annotierten Umweltdaten aus der Ressortforschung des Bundes unterstützt werden kann.
„Das Forschungsvorhaben soll uns helfen, wissenschaftsbasiert politische Maßnahmen vorzuschlagen, welche den Austausch und die gemeinsame Nutzung von Umweltdaten und umweltrelevanten Daten in kollaborativen Datenräumen über Sektoren hinweg weiter fördern und verbessern können. Dabei soll das Projekt nicht nur die Zurverfügungstellung von annotierten Daten für Umwelt- und Nachhaltigkeitsanwendungen unterstützen, sondern auch der Annotationsprozess an sich soll möglichst nachhaltig gestaltet werden“, so Cathleen Mitzschke, Referat Z 2.3 „Digitale Transformation und Beratungsstelle Green IT“ im UBA.