Aussehen und Vorkommen
Spinnen gehören wie die Insekten zum Stamm der Gliederfüßer (Arthropoda). Das Typische an Spinnentieren sind ihre acht Beine. Ihr Körper besteht aus zwei Teilen, die entweder deutlich voneinander abgegrenzt (zum Beispiel Webspinnen) oder miteinander verschmolzen (zum Beispiel Weberknechte) sind.
Sie haben keine Facettenaugen, sondern je nach Art acht oder sechs Punktaugen, die ihnen ein weites Gesichtsfeld ermöglichen. Die meisten Spinnen erbeuten Insekten, indem sie Netze bauen, an denen ihre Beute haften bleibt. Manche Arten jagen ihre Beute aber auch im Lauf oder Sprung. Spinnen ernähren sich hauptsächlich von Gliederfüßern, meist Insekten, aber auch von anderen Spinnen, einige Arten auch von Aas. Allerdings können Spinnen auch monatelang ohne Nahrung auskommen.
Mit Spinnen sind im Alltag meist Arten der Ordnung der Webspinnen gemeint. Weitere Ordnungen sind zum Beispiel Weberknechte, Skorpione und Milben (einschließlich Zecken). Im Folgenden werden einige Arten vorgestellt, die häufig in Gebäuden anzutreffen sind.
Die Große Winkelspinne (Eratigena atrica), auch als Hausspinne bekannt, zieht es besonders im Herbst in die Wohnungen. Sie haben eine typische hell-dunkle Fleckenzeichnung auf dem Hinterleib und sind nachtaktiv. Männchen verirren sich auf der Suche nach einem Partner gelegentlich in Waschbecken oder Badewanne. Weibchen leben versteckt, zum Beispiel hinter Schränken. Die Große Winkelspinne ist sehr nützlich, da sie zum Beispiel Mücken, Silberfischchen und auch Mehlmotten fängt.
Die Große Zitterspinne (Pholcus phalangioides) hält sich nur in Gebäuden auf und baut typische, unregelmäßige Fangnetze direkt an der Raumdecke. Da Zitterspinnen es gern warm und feucht mögen, siedeln sie sich gern im Badezimmer an.
Auch Weberknechte (Opiliones) kommen gelegentlich in Gebäude, meist im Sommer auf der Suche nach einem kühlen Unterschlupf.
In den letzten Jahren wird vermehrt die Nosferatu-Spinne (Zoropsis spinimana) in Deutschland gesichtet. Erstmals wurde sie 2005 nachgewiesen, inzwischen ist sie bundesweit verbreitet. Die Spinne hat lange, behaarte Beine und erreicht eine Beinspannweite von bis zu fünf cm. Ihren Namen verdankt sie ihrer typischen Zeichnung auf dem Hinterleib. Obwohl die Mundwerkzeuge dieser Art die menschliche Haut durchdringen können, sind Bisse sehr selten, da Spinnen nur bei direkter Bedrohung beißen. Das Gift ist nicht gefährlich für den Menschen, kann aber lokal zu Reizungen, ähnlich einem Wespenstich, führen.