UBA deckt auf, wie Antibiotika ins Grundwasser gelangen
Antibiotika gehören nicht in die Umwelt. Denn unter anderem können so multiresistente Keime entstehen, die für den Menschen gefährlich sind, weil sie sich mit üblichen Antibiotika nicht mehr bekämpfen lassen. Doch leider finden sich Antibiotika im Grundwasser. 2016 deckt das UBA mit einer Studie in Norddeutschland auf, woher sie kommen: Die Antibiotika-Rückstände an den elf untersuchten Messstellen stammen überwiegend aus der auf Feldern ausgebrachten Gülle von Nutztieren, die mit Antibiotika behandelt wurden. An zwei Messstellen gelangten Rückstände aus menschlichen Ausscheidungen über Kleinkläranlagen ins Grundwasser.
Aus Vorsorgegründen empfiehlt das UBA, einen Schwellenwert für Human- und Tierarzneimittel im Grundwasser von 100 Nanogramm pro Liter in die Grundwasserverordnung einzuführen. So würden das Grundwasser regelmäßiger auf Arzneimittel untersucht, Überschreitungen rechtzeitig erkannt und Eintragsursachen systematisch festgestellt werden.
2017 lässt das UBA untersuchen, wie mit einer Arzneimittelabgabe die Einträge von Mikroverunreinigungen reduziert werden können. 2018 legt das UBA sieben Maßnahmenschwerpunkte für den Kampf gegen Antibiotika und -resistenzen in der Umwelt vor. Außerdem startet das UBA ein Internetportal für Landwirte und Veterinäre mit praxisnahen Tipps und Lehrmaterialien, wie der Antibiotikaeintrag in die Umwelt verringert werden kann.
- Pressemitteilung von 2016 zur Studie
- Studie
- Pressemitteilung von 2018 zu den sieben Maßnahmenschwerpunkten
- Hintergrundpapier von 2018 zu den Maßnahmenschwerpunkten
- Pressemitteilung von 2018 zum Internetportal Tierarzneimittel
- Internetportal „Tierarzneimittel in der Umwelt“
- Studie von 2017 zur Arzneimittelabgabe