Gesunde Tiere
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One-Health: Integratives Management von Gesundheitsrisiken
Informationen aus der Differentialdiagnostik in Monitoring- und Beratungssysteme einzubinden ist ein wichtiger Schritt zum integrativen Management gesundheitlicher Risiken, der auch im One-Health-Ansatz betrachtet wird. Dieser Ansatz begründet das Vorgehen der deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie von 2015. Doch, was bedeutet er in der Praxis?
Erweitertes Gesundheitsmonitoring in der Tierproduktion
Im Gesundheitsmonitoring einer Herde werden systematisch Daten zum Gesundheitszustand und zu möglichen Gesundheitsrisiken erfasst. Erweiterte Monitoringsysteme in Verbindung mit Beratungssystemen können dabei helfen, Probleme früher und gezielter zu erkennen. Monitoringmaßnahmen verringern somit Krankheitsraten, Behandlungskosten, Tierarzneimitteleinsatz und dienen dem Tierwohl.
Förderung der Robustheit und Vitalität von Nutztieren
Leistungsmerkmale waren lange der wichtigste Merkmalskomplex bei Nutztieren. Robustheit, Vitalität, Stressresistenz und Adaptationsvermögen wurden weniger beachtet. Landwirtinnen/-wirte können diese Merkmale durch vermehrte Nachfrage bei den Zuchtorganisationen stärker in den Fokus rücken. Robustere Tiere sind weniger anfällig für Krankheiten. Tierarzneimittel müssen seltener eingesetzt werden.
Tränkwasserversorgung im Stall
Ausreichend sauberes Tränkwasser ist lebensnotwendig für Nutztiere. Verminderte Qualität und Menge kann Gesundheitsprobleme verursachen und begünstigen. Die Sicherstellung einer guten Tränkwasserqualität kann den Einsatz von Tierarzneimitteln und damit auch deren Eintrag in die Umwelt verringern. Neben der Bezugsquelle sind vor allem die Tränketechnik, sowie die Keimflora ausschlaggebend.
Optimale Fütterung
Eine bedarfsgerechte Fütterung mit hoher Futterqualität ist ein Schlüssel für gesunde Tiere. Probleme mit der Futterqualität oder -zusammensetzung können Krankheiten auslösen oder begünstigen. Über die Futterqualität und -quantität hinaus können verschiedene Futtermittelzusätze, z.B. Säuren, Heilpflanzenextrakte oder Mikroorganismen für die Tiergesundheit förderlich sein.
Reduktion des Keimdrucks
Reinigung und Desinfektion sind bedeutende prophylaktische Maßnahmen in der Tierhaltung, die den Infektionsdruck reduzieren. In der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung besteht z. B. ein starker Zusammenhang zwischen hygienischen Bedingungen und dem Auftreten von Magen-Darm-Erkrankungen. Trockene, saubere Ställe erhalten die Gesundheit und reduzieren so den Einsatz von Tierarzneimitteln.
Krankheitsvermeidende Haltungsbedingungen für Nutztiere
Durch gesundheitsfördernde Haltungsbedingungen werden nicht nur Schmerzen, Leiden und Schäden für die Tiere vermieden, sondern auch ihr artgerechtes Verhalten gefördert. Speziell bei wiederkehrenden Erkrankungen kann eine Überprüfung und Bewertung der Haltungsbedingungen wichtige Erkenntnisse für die Prävention von Erkrankungen liefern.