Einsatz von Verbrennungsmotoranlagen
Die Emissionen von Stickstoffoxiden (NOx) aus Verbrennungsmotoranlagen sind ohne Emissionsminderung um ein Vielfaches höher als bei reinen Verbrennungsanlagen wie etwa Kesseln und Öfen. Auch die Ruß-Emissionen von Anlagen mit flüssigen Brennstoffen sind relativ hoch. Anlagen mit gasförmigen Brennstoffen stoßen Formaldehyd- und Methan aus. Eine Minimierung der NOx-Emissionen ist erforderlich, um die Zielwerte der Richtlinie über nationale Emissionshöchstmengen für bestimmte Luftschadstoffe (NEC-Richtlinie) einzuhalten.
Motoranlagen mit flüssigen Brennstoffen
Flüssige Brennstoffe werden in der Regel in Diesel-Aggregaten verbrannt. Dabei entstehen die für den Dieselbetrieb typischen Schadstoffe wie Ruß und Stickstoffoxide. Besonders problematisch sind die Emissionen an Krebs erzeugendem Dieselruß.
Für Anlagen unter einem Megawatt Feuerungswärmeleistung bestehen keine bundesweit gültigen Emissionsgrenzwerte. Entsprechend hoch fallen die Emissionen aus: Zur Minimierung von Stickstoffoxiden findet in der Regel keine Abgasreinigung statt. In der Praxis gemessene Emissionswerte für NOx können ohne Abgasreinigung zwischen zwei und drei Gramm pro Kubikmeter liegen. Die Konzentrationen an Stickstoffoxiden in der Umgebung solcher Anlagen überschreiten häufig die durch die 22. Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) vorgegebenen Immissions-Grenzwerte. Auch ein Rußfilter ist für kleine Anlagen keine Selbstverständlichkeit. Ohne Abgasreinigung können die Staubemissionen bis zu 100 Milligramm pro Kubikmeter betragen. Darüber hinaus kommt es bei Pflanzenöl-Motoren ohne Abgasreinigung häufig zu Geruchsbeschwerden.
Mororanlagen mit gasförmigen Brennstoffen
Bei Erdgas-Motoranlagen handelt es sich zum Teil um Lambda-1-Motoren mit Drei-Wege-Katalysator. Diese Technik ist von Kraftfahrzeugen bekannt und gewährleistet sehr niedrige Emissionen von Kohlenmonoxid, Kohlenwasserstoffen und Stickstoffoxiden.
Die Mehrheit der Erdgasmotoranlagen sind Magermotoren. Dabei wird der Brennstoff bei Luftüberschuss verbrannt, um einen höheren elektrischen Wirkungsgrad zu erzielen. In der Regel wird für die Minderung von Kohlenmonoxid (CO) ein Oxidationskatalysator verwendet. Für die Einhaltung der Grenzwerte der 44. und 13. BImSchV für NOx ist eine Abgasreinigung in Form einer Selektiven Katalytischen Reduktion (SCR) erforderlich . Für Magermotoren unter einem Megawatt Feuerungswärmeleistung ist eine Abgasreinigung für NOx in Deutschland nicht üblich.
Bei der mageren Verbrennung entsteht in bedeutendem Ausmaß Formaldehyd, welches durch Oxidationskatalysatoren gemindert werden kann. Allerdings liegen die verbleibenden Emissionskonzentrationen deutlich über den Werten, die Lambda-1-Motoren mit Drei-Wege-Katalysatoren erreichen.
Ein weiteres Problem von Gasmotoren stellt der Methanschlupf dar. Er entsteht dadurch, dass im Motor stets Zonen vorhanden sind, in denen der Brennstoff nicht vollständig umgesetzt wird. Die Emissionen können bei Magermotoren bis zu mehreren Gramm pro Kubikmeter betragen. Bei Lambda-1-Motoren mit Drei-Wege-Katalysator liegen sie in der Regel unter 300 Milligramm pro Kubikmeter.
Bei Motoranlagen zur Verbrennung von Biogas, Klärgas, Deponiegas und weiteren Sondergasen handelt es sich nahezu ausschließlich um Magermotoren und Zündstrahlmotoren. Dadurch bedingt sind entsprechend hohe Emissionen an NOx, CO, Formaldehyd und Methan. Die Einhaltung der NOx-Emissionsgrenzwerte der 44. BImSchV erfordert den Einsatz einer SCR. Zur Nachrüstung sind Übergangsfristen vorgesehen. Für Anlagen unter einem Megawatt Feuerungswärmeleistung ist diese Abgasreinigung in Deutschland nicht üblich.