Auf die letzten Meter kommt es an
Auf dem Weg vom Wasserzähler zum Wasserhahn kann das Trinkwasser eine Vielzahl von Stoffen aus den Installationsmaterialien aufnehmen. Am bekanntesten ist hier Blei. Das Schwermetall wurde lange Zeit aufgrund seiner guten technischen Materialeigenschaften unter anderem als Werkstoff für Wasserrohre verwendet. Blei löst sich aber zu gesundheitlich bedenklichen Konzentrationen im Wasser und ist als Werkstoff für Trinkwasserinstallationen daher nicht geeignet. Es sollte schnellst möglich und vollständig durch besser geeignete Materialien ausgetauscht werden. Bereits seit 1. Dezember 2013 gilt ein neuer Grenzwert von 10 µg/l für Blei im Trinkwasser. Dieser Wert wird zum 12. Januar 2028 weiter auf 5 µg/l abgesenkt, wodurch sogar einige bisher als trinkwasserhygienisch geeignet eingestufte bleihaltige Legierungen ihre Verwendungserlaubnis verlieren werden. Außerdem sieht die am 24. Juni 2023 in Kraft getretene, novellierte Trinkwasserverordnung ein Verbot von Bleileitungen vor. Demnach sind bis zum 12. Januar 2026 alle Bleileitungen und auch Teilstücke zu entfernen oder stillzulegen.
Werkstoffe im Kontakt mit Trinkwasser
Im Bereich der Trinkwasserinstallation kommen eine Vielzahl an Werkstoffen und Materialien – wie Kunststoffe und Metalle für Rohre, Dichtungsmaterialien und Armaturen – zur Anwendung, aus denen sich Stoffe im Trinkwasser lösen und so dessen Qualität beeinträchtigen können. Besonders organische Stoffe können zudem das Wachstum von Bakterien begünstigen und zu einer mikrobiellen Verkeimung des Trinkwassers führen.
Ausführung und Planung der Trinkwasserinstallation
Aber auch Planung, Ausführung und Betrieb einer Trinkwasserinstallation sind für die Qualität des Wassers entscheidend. Unnötig lange Rohrleitungen, nicht durchflossene „tote“ Leitungsstränge, wenig genutzte Rohrabschnitte, schlecht wärmeisolierte Rohre und zu niedrige Temperaturen bei der Warmwasserbereitung verschlechtern die Qualität des Trinkwassers. Planung und Ausführung einer Trinkwasserinstallation sollte unbedingt durch Fachbetriebe erfolgen.
Erhalt der Trinkwasserqualität durch Nutzerinnen und Nutzer
Als Nutzerin und Nutzer können Sie auch einiges für den Erhalt der Trinkwasserqualität tun, in dem Sie abgestandenes Wasser (Stagnationswasser) ablaufen lassen, wenig genutzte Leitungsabschnitte regelmäßig durchspülen und den Betreiber (Eigentümer, Verwaltung) auf Missstände aufmerksam machen.