Wenn diese Stickstoffverbindungen (als sog. reaktiver Stickstoff zusammengefasst) in terrestrische Ökosysteme eingetragen werden, tragen sie maßgeblich zu deren Versauerung und Eutrophierung bei. Um den Eintrag von Stickstoff in Ökosysteme bewerten zu können, werden im Auftrag des UBAs regelmäßige Modellrechnungen der deutschlandweiten Stickstoffdeposition im Rahmen der PINETI-Projektreihe durchgeführt (PINETI = Pollutant INput and EcosysTem Impact). Die aktuellsten Ergebnisse sind im „PINETI 3“ - Projektbericht veröffentlicht, die Daten werden über einen Kartendienst bereitgestellt.
Die hier dargestellten Ergebnisse (Abb. 2.1-2.4) zeigen, dass die Deposition stark mit den Emissionen von Stickstoffgasen in einer Region korreliert. So treten die höchsten Depositionsraten von reduziertem Stickstoff (Abb. 2.2) in Ostniedersachsen auf, die Region mit den höchsten Ammoniakemissionen aus der Viehhaltung. In Nordrhein-Westfalen sind Emissionen aus Verkehr und Industrie und der Energie- und Wärmerzeugung die Ursache für die hohe Depositionsfracht von oxidiertem Stickstoff (Abb. 2.3). Betrachtet man die über Deutschland gemittelte Deposition (Abb. 2.1), so können etwa 2/3 der Deposition den reduzierten und 1/3 den oxidierten Stickstoffverbindungen zugeschrieben werden, was die Bedeutung von Ammoniakemissionen aus der Landwirtschaft unterstreicht. Dabei sind die Anteile aus trockener und nasser Deposition ungefähr gleich groß, wobei der Eintrag über Nebel- und Wolkentröpfchen (feuchte Deposition) deutschlandweit keine Rolle spielt und nur lokal, z.B. in Mittelgebirgsregionen, einen Einfluss haben kann.