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HandwerkGoesGreen - Maßnahmen zur Klimaanpassung im Handwerk in Ostbrandenburg

Veranstaltung  zum Thema klimaangepasstes Bauen mit Handwerksbetrieben. Teilnehmende sitzen am Konferenztisch. am Veranstaltung zum Thema klimaangepasstes Bauen mit Handwerksbetrieben. Nina Wood steht vor dem Veranstaltungslogo.

Das Thema Klimawandel ist im Handwerk angekommen - der Umgang damit wird aber, je nach Branche, unterschiedlich stark in den Arbeitsalltag eingebunden. Die Herausforderung liegt in der großen Bandbreite von 130 verschiedenen Handwerksbranchen: von diversen Baugewerken wie Straßenbauende, Maurer, Sanitär, Elektro und weiteren über Bäcker*innen und Friseur*innen bis zum KFZ-Gewerbe. Der Fokus liegt häufig auf Arbeiten zum Klimaschutz, die eigene Vulnerabilität dagegen ist vielen noch nicht bewusst.

Ziel des Projekts war daher die Sensibilisierung und Bewusstseinsentwicklung der eigenen Vulnerabilität, die branchenübergreifende und -spezifische Beratung sowie die Unterstützung bei der Entwicklung einer individuellen nachhaltigen Strategie, das Thema Klimaanpassung in den Alltag zu integrieren.

Dazu wurden Checklisten und Bildungsmodule entwickelt, Veranstaltungen durchgeführt und ein umfangreicher Handlungsleitfaden entwickelt, der die dringendsten Herausforderungen wie Hitzestress, Gesundheit und Extremwetterereignisse, aber auch Wasser- und Ressourcenmanagement adressiert.

Betriebe in Ostbrandenburg werden voraussichtlich verstärkt mit Trockenheit und Hitze konfrontiert werden. Wasser kann sowohl als Hochwasser der Oder als auch in Form von Starkregen eine Gefahr für Betriebe werden. Häufig sind Mitarbeitende auf Baustellen unterwegs, abhängig von den dortigen örtlichen Gegebenheiten und den Elementen ausgesetzt. Gemietete Gewerbegebäude sind nur bedingt baulich anpassbar. Darauf müssen sie flexibel reagieren können. Die durchschnittliche Mitarbeitendenanzahl liegt bei vier, viele Betriebe sind also sehr klein. Doch selbst für größere Betriebe ist die Implementierung von Klimaanpassungsmaßnahmen oft eine große strategische, zeitliche und finanzielle Herausforderung.

Eckdaten zur Maßnahme

Measure carrier

Maßnahmenträger

Handwerkskammer Frankfurt (Oder) Region Ostbrandenburg - Bildungszentrum https://www.weiterbildung-ostbrandenburg.de/

Duration and Financing

Beginn der Umsetzung

Dauer der Umsetzung

Vom 01.11.2022 bis 31.12.2024

Wie hoch waren die (geschätzten) Kosten für die Umsetzung?

142.700 €

Mit welchen Mitteln wurde die Maßnahme finanziert?

Bund

Erläuterung

Das Projekt wurde gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) im Rahmen des Förderprogramms: Förderung von Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels.
129.650 € Personalausgaben
4.700 € Honorare für Dozenten
880 € Dienstreisen
1.150 € Weiterbildungen Mitarbeiter
6.320 € Laptop und verschiedene Sachausgaben

Beteiligung

Wurden neben den Kooperationspartnern andere Personengruppen/Institutionen in die Planung/Umsetzung der Maßnahmen eingebunden?

  • Betriebe, öffentliche Unternehmen oder Wirtschaftsverbände
  • Presse

Welche Formen der Beteiligung fanden statt?

  • Aufbau von Netzwerken
  • Aufsuchende Formate (z.B. Informationsstände)
  • Bereitstellung von Informationsmaterialien
  • Dialogveranstaltungen, Konferenzen, Workshops
  • Informationsveranstaltungen
  • Online-Befragung / -Dialog
  • persönliche Befragung / Bürgeranhörung

Erläuterung

Der Austausch mit Kreishandwerkerschaften und Innungen diente der Evaluierung der Probleme des Handwerks und dem Vertrauensaufbau. Bei Veranstaltungen fand reger Austausch zwischen den Betrieben und mit Dozent*innen zur Strategieentwicklung statt. Presseartikel dienten der Steigerung der Bekanntheit des Projekts und des Themas Klimaanpassung. Theorie und Praxis zu verbinden war auch Ziel des Austausches mit der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde, Wirtschaftsförderungen und IHK.

Erfolge

Welche Erfolge konnten Sie mit Ihrer Maßnahme erzielen?

Zunächst ging es um die Sensibilisierung der Betriebe zum Thema Klimaanpassung und die Erhebung ihrer Ist-Zustände mittels eines eigens dafür entwickelten Fragebogens. 49 Betriebe und Handwerkende wurden auf diese Weise befragt und sensibilisiert. Nach Auswertung des Fragebogens und eines zusätzlich entwickelten Quick-Checks konnten branchenbezogene und -übergreifende Themen herauskristallisiert werden, die in Form von Bildungsmodulen und PowerPoint-Präsentationen zur Beratung genutzt wurden. In 15 Veranstaltungen bzw. Workshops mit insgesamt 45 Stunden konnten 194 Teilnehmende mit diesen Modulen zu relevanten Themen rund um Klimaanpassung informiert werden. In 17 Betrieben wurden Folgeberatungen durchgeführt und zielgerichtet auf individuell zu erwartende Herausforderungen eingegangen. Schließlich wurde ein umfangreicher Handlungsleitfaden "Grüner Werkzeugkasten" als Wissensratgeber für das Handwerk entwickelt und verteilt, der nach Projektende weiterverwendet werden kann.

Wie wird der Erfolg der Maßnahme evaluiert?

  • Analyse (z.B. Soll-Ist-Abgleiche, Meilensteinabgleich, Medienanalyse)
  • Feedback-Gespräche (z.B. Gruppendiskussion, Fokusgruppe, Erfahrungsberichte)
  • Monitoring (z.B. Messung, Erfassung von Daten, TN-Zahlen, Webseitenklicks)

Wie planen Sie Ihr Projekt weiterzuentwickeln?

Da das Projekt von Beginn an zeitlich begrenzt geplant war, ist eine Weiterentwicklung in der bisherigen Form nicht möglich und daher auch nicht geplant.

Jedoch werden sowohl die Erkenntnisse, Bildungsmodule und Sensibilisierungsmaßnahmen als auch der Handlungsleitfaden bei Betriebsberatungen der Handwerkskammer Frankfurt (Oder) Region Ostbrandenburg weiterhin eingesetzt.

Erzielt die Maßnahme über Klimaanpassung hinaus positive Nebeneffekte?

  • Ja, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit: z. B. Innovation, Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen oder Regionen

Erläuterung

Die durchgeführten Maßnahmen stärken die Resilienz und langfristige Leistungsfähigkeit der Unternehmen.

Voraussichtlich werden auch Klimaschutz, Umwelt- und Ressourcenschutz und Lebensqualität langfristig gesehen positive Nebeneffekte sein, wenn Betriebe die Maßnahmen umsetzen.

Hindernisse

Ein Hindernis war das meist noch fehlende Bewusstsein sowohl für die eigene Vulnerabilität als auch für die Dringlichkeit, eine Strategie zu Klimaanpassung zu entwickeln. Den Fokus auf den (auch medialen) Schwerpunkt Klimaschutz um das Thema Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu ergänzen, erforderte einen hohen Kommunikationsaufwand.
Auch fehlende Zeit im Alltagsgeschäft erschwerte häufig die Umsetzung.

Konflikte

Wirkt sich die Maßnahme negativ auf andere Bereiche aus?

  • Nein

Ansprechperson

Handwerkskammer Frankfurt (Oder) Region Ostbrandenburg
Nina Wood
Bahnhofstraße 12
15230 Frankfurt (Oder)
Deutschland

Telefonnummern
03355619-107
nina.wood@hwk-ff.de

Ort der Umsetzung

Spiekerstraße 11
15230 Frankfurt (Oder)
Deutschland

Associated content

Links

Kurzlink: www.umweltbundesamt.de/n115610de