Maßnahmen zur Reduzierung von Schäden an Gebäuden durch Starkregen und Flusshochwasser
Technische Anpassungsmaßnahmen können Gebäude vor Starkregen, Sturzfluten und Flusshochwasser schützen oder deren Folgen abmildern. Um das Eindringen von Wasser durch Gebäudeöffnungen zu verhindern, eignen sich beispielsweise Aufkantungen im Eingangsbereich, vor Kellertreppen und Lichtschächten. Für Hochwassersituationen sind auch Barrieresysteme geeignet, die Gebäudeöffnungen absichern. Maßnahmen zur Versickerung und zum Wasserrückhalt, wie Dachbegrünung, Entsiegelung und Versickerungsmulden, halten Regenwasser länger zurück und tragen dazu bei, Überflutungen am Gebäudesockel zu vermeiden. Eine funktionierende Dachentwässerung mit Notüberläufen an Dachrinnen, Balkonen und Terrassen ist ebenso wichtig wie der Rückstauschutz bei Sanitärobjekten unterhalb der Rückstauebene. In hochwassergefährdeten Gebieten sollte bei Neubauten erwogen werden, auf die Unterkellerung zu verzichten. Von großer Bedeutung ist auch die sichere Lagerung wassergefährdender Stoffe (zum Beispiel Öl und Chemikalien).
Eine weitere wichtige Maßnahme ist die Erstellung von Starkregen- und Hochwassergefahrenkarten. Sie dienen sowohl Kommunen als Grundlage für die Planung von Vorsorge- und Notfallmaßnahmen als auch Grundstücks- und Gebäudeeigentümern zur Information und Bewusstseinsbildung.
Auf politischer Ebene müssen Anpassungserfordernisse in bestehenden technischen Normen und Regelwerken im Bauwesen stärker berücksichtigt werden. Zudem sind bauliche Standards erforderlich, die einer klimawandelbedingt höheren Frequenz und Intensität von Hochwasser- und Starkregenereignissen Rechnung tragen. So kann dazu beigetragen werden, Bauweisen anzupassen oder gar Baugenehmigungen auf gefährdeten Flächen zu versagen.
Darüber hinaus sind Instrumente der Bau- und Planungspraxis weiterzuentwickeln. So sind beispielsweise seit dem Jahr 2020 in der Städtebauförderung Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel und zur Verbesserung der grünen Infrastruktur wichtige Fördervoraussetzungen.
Auch die Bewusstseinsbildung und Wissensvermittlung hinsichtlich der Klimarisiken und des bestehenden Anpassungsbedarfs ist ein wichtiger Baustein. Dies betrifft Berufsverbände, wie Ingenieur-, Handwerks- und Architektenkammern, ebenso wie Gebäudeeigentümer*innen, Verwaltungen und Mieter*innen.
Indikator aus dem Monitoring zur DAS: Versicherungsdichte der erweiterten Elementarschadenversicherung für Wohngebäude