Naturstein prägt das Erscheinungsbild unserer Städte, z.B. als Fassadenverkleidung, im Innenausbau, als Stadtmobiliar, als Grabstein. Die Vielfalt der Natursteine gibt durch Materialeigenschaften und Bearbeitung Gebäuden und städtebaulichen Zusammenhängen ihr charakteristisches Aussehen. Auftraggeber und Planer wählen aus einer breiten Palette deutscher und europäischer aber auch internationaler, exotischer Steinsorten. Gerade bei letzteren sind deren Herkunft sowie die damit verbundenen ökologischen, sozialen und ökonomischen Konflikte einer breiten Öffentlichkeit nicht geläufig. Bei vielen Sorten handelt es sich um Importe aus sogenannten Drittwelt- oder Schwellenländern. Die Produktion erfolgt häufig unter problematischen Bedingungen wie fehlender sozialer Absicherung der Arbeiter oder mit Kinderarbeit, der Transport hat durch weite Wege und hohen technischen Aufwand eine schlechte Ökobilanz, Umwelt- und Landschaftsschäden werden bei uns kaum thematisiert. Deutschland steht als wichtiger Importeur dabei jedoch in der Verantwortung. Bei der Umgestaltung oder des Abbruchs von Bauwerken sollte die Wieder- oder Weiterverwendung des Steins geprüft werden. Neben sparsamem Verbrauch und sorgfältigem Einsatz von Rohstoffen ist Recycling Grundlage für nachhaltiges und ressourcenschonendes Wirtschaften.
Das Projekt untersucht die gegenwärtige Praxis der Verwendung von Natursteinen und lotet Möglichkeiten für deren umweltschonende Gewinnung und v.a. für deren Recycling als Beitrag zu ökologisch und sozial verantwortungsvollem Handeln aus. Empfehlungen werden bei einem Expertenworkshop erarbeitet und bundesweit verteilt – sie sollen öffentliches Bewusstsein für das Thema wecken und die Entscheidungs- und Handlungsoptionen herausstellen. Eine Publikation mit Fachbeiträgen flankiert diese Empfehlungen. Im Fokus steht die Gestaltung lebenswerter Innenstädte, baukulturell attraktiv und ökologisch verantwortlich.
Fördersumme: 69.220 €