Eine Übertragung von Krankheitserregern durch Ae. albopictus ist nur möglich, wenn die Stechmücken in ausreichender Dichte zeitgleich dort auftreten, wo sich infizierte Personen aufhalten. In diesem Zusammenhang müssen geeignete klimatische Bedingungen für die Entwicklung sowohl der Stechmücke als auch des Erregers herrschen.
In Südeuropa sind in den vergangenen Jahren wiederholt Krankheitsfälle und auch -ausbrüche von Dengue- (Frankreich, Kroatien) und Chikungunya-Fieber (Italien, Frankreich, Spanien) aufgetreten, bei denen es sich um vor Ort erworbene (autochthone) Infektionen handelte und bei denen Ae. albopictus als Überträger diente.
In Deutschland wird das Risiko einer Übertragung von Viren durch Ae. albopictus derzeit als gering erachtet, da die Anzahl von Virusträgern gering und das Vorkommen der Stechmücken begrenzt ist. Allerdings weisen die zunehmenden Nachweise der Asiatischen Tigermücke in Deutschland darauf hin, dass sich die Stechmücke auch hierzulande etablieren und ausbreiten kann. Darüber hinaus gibt es erste Berichte über eine erfolgreiche Überwinterung der Asiatischen Tigermücke in Baden-Württemberg. Die in den Sommermonaten auftretenden Populationen könnten bereits jetzt für den Ausbruch kleinerer Epidemien ausreichend sein. Auf Grund der Tatsache, dass auch die Anzahl der importierten Dengue- und Chikungunyafälle massiv zugenommen haben, ist auch schon jetzt das Auftreten von Ae. albopictus als potenzielles Risiko für die menschliche Gesundheit in Deutschland einzustufen.