Die Stabilität und die Verdichtungsempfindlichkeit des Bodens werden entscheidend durch den Wassergehalt beeinflusst. Deswegen müssen die vor Ort herrschenden Verhältnisse bekannt sein, um geeignete Maßnahmen ergreifen zu können und zusätzliche Verdichtungen zu vermeiden.
Grundsätzlich gilt: Nasse Böden sollten gar nicht befahren werden, bei feuchten Böden sollte eine Anpassung der technischen und betrieblichen Möglichkeiten erfolgen.
Die Stabilität des Bodens verbessern
Verbessern lässt sich die Stabilität des Bodens ebenfalls, indem die Bearbeitungstiefe und Bearbeitungsintensität reduziert wird. So trägt ein pflugloses Lockern des Bodens nicht nur dazu bei, das intakte Bodenleben zu erhalten, sondern auch eine stabile Bodenstruktur zu konservieren. Zudem spart die pfluglose Bodenbearbeitung Spritkosten und trägt zur Vermeidung von Bodenerosion bei, da schützende Erntereste auf der Bodenoberfläche verbleiben.
Technische Möglichkeiten an Fahrzeugen und Geräten ausschöpfen
Zur Schonung besonders der oberen Bodenschicht wird der Kontaktflächendruck verringert durch:
- Einsetzen von Breit- und Terrareifen,
- Senken des Reifeninnendruckes bei der Befahrung,
- Nutzen einer Reifendruckregelanlage für den Wechsel von Acker- und Straßenbetrieb,
- Vermeiden von schmalen Reifen oder von Straßenreifen auf dem Acker.
Eine Schonung der tieferen Bodenschicht erreichen Bewirtschafter durch das Verringern von Radlast und Gesamtgewicht:
- Nutzen von gezogenen statt angebauten Geräten,
- Nutzen von aufgesattelten statt angebauten Geräten,
- Anpassen der Zuladung bei der Ernte, je nach Menge an Wasser im Boden,
- gleichmäßige Lastverteilung,
- einsetzen von Fahrzeugen mit Knickgelenk und zusätzlichen Achsen.
Arbeitsabläufe optimieren
Neben den rein technischen Handlungsmöglichkeiten können Arbeitsabläufe im Betrieb optimiert werden. Mit diesen Maßnahmen lassen sich die Anzahl der Überfahrten und die insgesamt befahrene Fläche verringern:
- Fahren außerhalb der Furche bei konventionellem Einsatz des Pfluges („Onland“-Pflügen),
- Zusammenlegen von Arbeitsgängen,
- Vermeiden von Leerfahrten auf der Fläche,
- Vergrößern der Arbeitsbreiten,
- Anlegen von Fahrgassensystemen
- Anpassen der Schlaglängen an die Erntekapazität der Fahrzeuge.
Verdichtungen in der Forst- und Bauwirtschaft vermeiden
In der Forstwirtschaft helfen dieselben Maßnahmen wie auf dem Acker. Eine Besonderheit ist jedoch die lange Regenerationszeit der Waldböden. Waldböden können nicht gelockert werden und sind im Normalfall deutlich geringmächtiger entwickelt und damit noch empfindlicher als Ackerböden. Ein verdichteter oder geschädigter Waldboden weist nach zehn Jahren noch eine deutliche Beeinträchtigung auf. Aus diesem Grund sind spezielle Anforderungen zur Vermeidung zu berücksichtigen:
- Vermeiden flächenhafter und ungeregelter Befahrungen,
- Einrichten eines Systems mit festen Fahrgassen für die Holzernte,
- Verringerung des Holztransports bei sehr ungünstigen und feuchten Bodenverhältnissen.
Die Bauwirtschaft spielt bei der Bodenverdichtung ebenfalls eine Rolle. Denn oft wird bei Bauvorhaben ein Vielfaches der Fläche beansprucht, die für den eigentlichen Bau notwendig wäre. Das kann mit geeigneten Maßnahmen vermieden werden und betrifft oft Ackerböden wie beim Bau von Windkraftanlagen, Trassen zur Ver- und Entsorgung oder dem Erschließen von Wohn- und Gewerbegebieten. Neben den rein technischen Möglichkeiten sind es vor allem organisatorische Anforderungen an die Baustellenplanung, die ein Maximum an Bodenschonung gewährleisten können. Als spezielle Maßnahmen kommen in Betracht:
- Vermeiden flächenhafter und ungeregelter Fahrten,
- Anlegen von geordneten Baustraßen,
- Ausweisen von Flächen zur Lagerung von Baumaterialien,
- Ausweisen von Flächen zur getrennten Lagerung von Bodenaushub,
- Abdecken des Bodens mit flexiblen Modulen oder Stahlplatten bei nassen und feuchten Bodenverhältnissen im Bereich von Baustraßen.