57 Milliarden Euro – diese stolze Summe gab Deutschland im Jahr 2012 für umweltschädliche Subventionen aus. Zum Beispiel für die Braun-und Steinkohlewirtschaft. Dieses Geld sollte künftig besser angelegt werden. Mehr dazu in unserer neuen Ausgabe von „UBA aktuell“.
Eng mit diesem Thema verknüpft sind auch unsere Vorschläge für das dringend notwendige Umsteuern in der Landwirtschaftspolitik: Mit öffentlichen Geldern sollte keine Art zu Wirtschaften unterstützt werden, die der Umwelt schadet und der Allgemeinheit hohe Kosten aufbürdet – etwa um Nitrat aus unserem Trinkwasser zu entfernen.
Auch bei unserem Bericht zur Luftqualität 2016 ist das Thema Subventionen spürbar. Denn mit subventioniertem Diesel betriebene Autos sind ein Hauptgrund dafür, dass an über der Hälfte der verkehrsnahen Messstationen der Grenzwert für Stickstoffdioxid noch immer nicht eingehalten wird.
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Umweltschädliche Subventionen schaden Umwelt, Steuerzahlern und Gesellschaft
Der Abbau umweltschädlicher Subventionen schafft finanzielle Freiräume für eine nachhaltige Politik.
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Bei umweltschädlichen Subventionen zahlen Steuerzahlerinnen und Steuerzahler gleich dreifach: Einmal für die Subventionen selbst. Zum zweiten Mal für Umwelt- und Gesundheitsschäden – bei der Stromerzeugung aus Braunkohle im Jahr 2014 etwa 16,7 Milliarden Euro durch Treibhausgase und Luftschadstoffe. Und zum dritten Mal für die Förderung umweltfreundlicher Alternativen; zum Beispiel für erneuerbare Energien, damit diese gegenüber den subventionierten fossilen Energien bei der Stromerzeugung konkurrenzfähig sein können.
Trotzdem stockt der Abbau umweltschädlicher Subventionen seit Jahren. Der neue UBA-Bericht identifiziert etwa 57 Milliarden Euro umweltschädliche Subventionen für das Jahr 2012, vor allem in den Bereichen Verkehr und Energie. Über 90 Prozent dieser Subventionen belasten das Klima – und konterkarieren so die deutsche Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens. Durch die Energiesteuerbefreiung von Kerosin wird zum Beispiel der extrem klimaschädliche Flugverkehr mit über 7 Milliarden Euro gefördert. Strom- und Energiesteuerermäßigungen für Unternehmen senken die Anreize zum Energiesparen. Auch Subventionen in der Landwirtschaft tragen zum Klimawandel bei, etwa die Agrardieselverbilligung, die EU-Agrarförderung und die Mehrwertsteuerbegünstigung für tierische Produkte, wie Fleisch und Milch.
Der UBA-Bericht enthält konkrete Reformvorschläge zum Abbau dieser Subventionen und formuliert erstmals Grundsätze für eine umweltgerechte Subventionspolitik. Eine solche Politik würde nicht nur die Umwelt entlasten, sondern auch Spielräume schaffen, um wichtige Zukunftsaufgaben zu finanzieren oder die Steuern zu senken.
Unser Fleischkonsum hat erhebliche Auswirkungen auf unsere Umwelt. Nitrat im Grundwasser, Ammoniak in der Luft und Antibiotika im Boden sind nur ein paar Beispiele. Ohne Veränderungen unserer Essgewohnheiten, das heißt vor allem einen deutlich geringeren Fleischkonsum, wird es äußerst schwierig, unsere Umwelt und unser Klima wirksam zu schützen.
Ethanol-Feuerstellen werden in Haushalten immer beliebter. Sie sind dekorativ und erzeugen Wärme. Da sie keine Abgasführung besitzen, ist auch keine Abnahme durch den Schornsteinfeger nötig. Auf den ersten Blick ist dies zunächst ein Vorteil und macht die Verwendung von Ethanol-Feuerstellen attraktiv, doch beim Verbrennen des Bioethanols entstehen Schadstoffe, die die Innenraumluft belasten.
Auf dem Agrarkongress "Landwirtschaft mit Zukunft – ökologisch und gerecht" lautete das Fazit der Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik, Umwelt und Landwirtschaft: Ein "weiter so" in der Landwirtschaftspolitik kann es nicht geben. "Es ist höchste Zeit zu handeln", findet Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes und Mitorganisatorin.
2015 wurden in Deutschland insgesamt 901,9 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente ausgestoßen. Das sind 2,3 Millionen Tonnen bzw. 0,3 Prozent weniger als 2014 und 27,9 Prozent weniger im Vergleich zu 1990.
Das Ziel im Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung ist eindeutig: Bis 2030 muss die Energiewirtschaft ihre Treibhausgasemissionen gegenüber 2014 um die Hälfte senken. Dazu muss 2030 aber deutlich weniger als die Hälfte an Kohlestrom produziert werden, so eine neue Studie.
Windenergieanlagen produzieren Strom CO2-frei, stoßen im Betrieb keine Luftschadstoffe aus und benötigen im Vergleich mit anderen Technologien, die erneuerbare Energiequellen nutzen, weniger Fläche. Wie steht es jedoch mit Auswirkungen auf die Gesundheit? Das Positionspapier „Mögliche gesundheitliche Effekte von Windenergieanlagen“ fasst den aktuellen Stand der Wissenschaft zusammen.
Wie könnten Produkte so gekennzeichnet werden, dass Verbraucherinnen und Verbraucher leicht erkennen können, wie viel Wasser, Energie und andere Ressourcen für die Herstellung aufgewandt wurden? In einem Forschungsvorhaben des UBA wurden Vorschläge erarbeitet und an den Fallbeispielen Notebook und Waschmaschine erprobt.
Der Vorrat an organisch gebundenem Kohlenstoff im Boden steht im Zusammenhang mit vielen essenziellen Ökosystemdienstleistungen. Ein Rückgang dieses Vorrats kann auf eine Verschlechterung bzw. sogar auf den Verlust von Böden hindeuten. Daher wird ihm eine besondere Rolle als möglicher Indikator bei der Umsetzung der bodenbezogenen globalen Nachhaltigkeitsziele zugeschrieben.
Sammelstationen für Meeresmüll, Fassaden, die atmen oder bionische Trennwände für Flugzeuge: Der Bundespreis Ecodesign sucht auch 2017 mutige Design-Pioniere und Erfinder nachhaltiger Produkte. Bewerben können sich Unternehmen, Designagenturen, Start-Ups und Studierende. Die Bewerbungsfrist endet am 10. April 2017.
Hochfeste metallische Werkstoffe sind zum Beispiel für den Gasturbinen-Bau gefragt. Sie mit Bohren, Drehen oder Schleifen zu bearbeiten, kostet jedoch viel Zeit und Energie. Sowohl der Zeit- als auch der Energieaufwand konnten jetzt in einem Projekt des Umweltinnovationsprogramms auf ein Fünftel gesenkt werden: mit dem neuen Bearbeitungsverfahren „elektrochemischer Abtrag“ (PECM-Verfahren).
Auch beim Mahlen von Branntkalk für die Industrie, Lebensmittel- und Stahlherstellung kann noch viel Strom gespart werden: Mit einer innovativen, energieeffizienten Mahlanlage gelang es in einem Projekt des Umweltinnovationsprogramms in der ersten Betriebsphase, 40 Prozent des Stroms einzusparen. Durch weitere Optimierungen mit dem Anlagenhersteller sollen 50 Prozent erreicht werden.
Die MSW Mineralstoffwerke Südwest GmbH & Co. KG hat mit Hilfe des Umweltinnovationsprogramms die Ressourceneffizienz ihres Steinbruchs in Mönsheim (Baden-Württemberg) von etwa 65 auf über 90 Prozent erhöht. Mit einem neuen Verfahren kann der abgebaute Kalkstein besser von anhaftendem Lehm gereinigt werden, es fällt weniger Ausschuss an.
Die neue europäische Prüfmethode, DIN CEN/TS 16637-3, ermöglicht es, Angaben zur Umweltverträglichkeit von Bauprodukten in die CE-Kennzeichnung zu übernehmen.
Wie wirkt sich die Anordnung von Tempo 30 an innerörtlichen Hauptverkehrsstraßen aus? Darüber bestehen vielerorts Unsicherheiten. Das UBA hat die wichtigsten Erkenntnisse aus Messungen und Untersuchungen in einer Broschüre zusammengetragen. Fazit: Tempo 30 verbessert überwiegend Umweltqualität, Sicherheit und Verkehrsfluss. Anwohnerinnen und Anwohner nehmen die Entlastung wahr.
Ohne eigenen Pkw mobil sein? Für jeden Anlass einfach das passende Verkehrsmittel nutzen? Ein Zugangsmedium für alle Verkehrsmittel und am Ende des Monats eine gemeinsame Abrechnung für alle zurückgelegten Wege erhalten? Funktioniert das? Der ökologische Verkehrsclub Deutschland (VCD) zeigt integrierte – also multimodale – Angebote, die den ÖPNV mit Car- und Bikesharing verknüpfen.
Um die Datenlage zum Human-Biomonitoring in den Mitgliedstaaten der EU anzugleichen und die gesundheitlichen Folgen der Schadstoffbelastung besser zu verstehen, fördert die EU-Kommission das Projekt „European Human Biomonitoring Initiative – HBM4EU“ mit über 74 Millionen Euro. Ziel ist die Zusammenführung bereits vorhandener Daten und die Durchführung gemeinsamer Studien.
Gemeinsam mit dem Umweltministerium und der Agentur für internationale und interregionale Beziehungen des Kaliningrader Gebietes der Russischen Föderation veranstaltete das Umweltbundesamt am 27.10.2016 in Kaliningrad den 13. Deutsch-Russischen Umwelttag mit über 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
Das Umweltbundesamt förderte und begleitete mit Unterstützung des Bundesamtes für Naturschutz drei Jahre lang das Beratungshilfeprojekt „Umweltverträgliche Raumnutzungskonzepte für den Ostseeküstenraum der Russischen Föderation“. Das Abschlusssymposium fand am 25.10.2016 im Rahmen des XV. All-Russian Forum "Strategic Planning in the Regions and Cities of Russia“ in St. Petersburg (Russland) statt.
Das Umweltbundesamt begrüßt, dass mit dem neuen Verpackungsgesetz mehr Verpackungen recycelt werden sollen – durch höhere Recyclingquoten und durch differenzierte Lizenzentgelte für besser recycelbare Verpackungen. Bedauerlich ist jedoch, dass die Wertstofftonne nicht verbindlich vorgeschrieben wird.
Die UBA-Präsidentin Maria Krautzberger hat Anfang des Jahres Prof. Dr. Bernd Hansjürgens zum neuen Vorsitzenden der Kommission Bodenschutz beim UBA (KBU) berufen. Er folgt auf Prof. Dr. Franz Makeschin, der Ende 2016 nach 8 Jahren Amtszeit in den Ruhestand ging.
Nach der flächendeckenden Ausweisung von Tempo-30-Zonen im Nebennetz wenden nun immer mehr Kommunen Tempo 30 an Hauptverkehrsstraßen an. Gründe sind meist eine höhere Verkehrssicherheit, besserer Lärmschutz, Luftreinhaltung und auch häufig die Förderung von Fuß- und Radverkehr sowie eine höhere Aufenthaltsqualität. Vielerorts bestehen Unsicherheiten über die tatsächlichen Auswirkungen einer Tempo…
Die umweltschädlichen Subventionen in Deutschland sind weiterhin viel zu hoch und liegen 2012 bei nunmehr 57 Milliarden Euro. Dies zeigt eine aktuelle Studie des Umweltbundesamts (UBA). Über 90 Prozent dieser Subventionen belasten das Klima – und konterkarieren so die deutsche Umsetzung des Pariser Klimaschutzabkommens. Allein drei Milliarden Euro kostet es die Bürgerinnen und Bürger, weil der…
Der Gartenboden, in der Fachsprache Hortisol, entwickelte sich durch gärtnerische Bewirtschaftung aus anderen Böden. Er ist ein von Menschenhand über Generationen geschaffener Boden mit einem mächtigen, humusreichen Oberboden, der sehr fruchtbar ist.Der Hortisol zeichnet sich durch ein besonders aktives Bodenleben mit vielen Regenwürmern und Mikroorganismen aus: Diese zersetzen und durchmischen…
Diese Auswertung der Luftqualität im Jahr 2016 in Deutschland basiert auf vorläufigen, noch nicht abschließend geprüften Daten aus den Luftmessnetzen der Bundesländer und des Umweltbundesamtes, Stand 23.01.2017. Aufgrund der umfangreichen Qualitätssicherung in den Messnetzen stehen die endgültigen Daten erst Mitte 2017 zur Verfügung. Die jetzt vorliegenden Daten lassen aber eine generelle…
Für das Flammschutzmittel Hexabromcyclododecan (HBCD) gilt seit Frühjahr 2016 in der EU ein weitgehendes Handels- und Verwendungsverbot. HBCD war lange das wirtschaftlich wichtigste Flammschutzmittel für Polystyrol-Dämmstoffe – entsprechend gibt es für Dämmstoffe aus expandiertem Polystyrol (EPS) noch Übergangsregeln. Das weltweite Aus war 2013 eingeleitet worden, als HBCD unter der…
Der kontinuierliche technologische Fortschritt führt dazu, dass immer mehr neue Technologien entwickelt und eingesetzt werden. Grundsätzlich kann die Einführung neuer Technologien potenzielle Gefahren, auch für die Gesundheit, bergen. Auch im Rahmen der Energiewende werden neue Technologien eingesetzt, weshalb eine kritische Auseinandersetzung mit möglichen gesundheitlichen Effekten notwendig ist…
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