nicht erst seit der Coronavirus-Pandemie sind die Schattenseiten der Fleischindustrie offensichtlich. Welches Potenzial haben Tofu-Würstchen, Insekten-Burger oder Steaks aus dem Labor, künftig Umwelt- und Gesundheitsprobleme zu lösen? Dies ist Thema unseres Schwerpunktartikels im „UBA aktuell“-Newsletter. Auch weitere Gesundheitsthemen sind diesmal mit dabei, etwa die Ergebnisse der repräsentativen Deutschen Umweltstudie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, die leider Anlass zur Sorge geben: Kinder und Jugendliche haben zu hohe Konzentrationen von per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen (kurz PFAS) im Blut – Chemikalien, die zum Beispiel für die Beschichtung von Kaffeebechern, für Outdoorjacken oder für Löschschäume verwendet werden, weil sie fett-, wasser- und schmutzabweisend sind. Dem Thema PFAS widmet sich auch unsere neueste Ausgabe des Magazins „Schwerpunkt“.
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Fleischersatz aus Pflanzen schont Klima, Umwelt und Gesundheit
Fleischersatzprodukte versuchen, Geschmack und Textur von Fleisch nachzuahmen.
Quelle: Westend61 / Getty Images
Der weltweit zunehmende Fleischkonsum verursacht erhebliche Probleme: Die Viehhaltung und die Abholzung von Regenwald für den Futtermittel-Anbau belasten das Klima, es werden zu viele Antibiotika in den Stallanlagen eingesetzt und die Haltungsbedingungen sind eine Tierquälerei. Sowohl für Klima-, Umwelt und Tierschutz als auch für die Gesundheit des Menschen wäre ein deutlich niedrigerer Fleischkonsum als aktuell in Deutschland förderlich.
Für alle, denen ein Verzicht schwerfällt, können Fleischersatzprodukte eine gute Lösung sein. In seiner Studie „Fleisch der Zukunft“ hat das Umweltbundesamt nun untersucht, welche Auswirkungen Fleischersatz aus Pflanzen, aus Insekten oder künstlich im Labor erzeugtes Fleisch auf Umwelt und Gesundheit haben und welche Rolle sie in einer zukünftigen Ernährung spielen könnten. Das Ergebnis: Fleischersatz auf Pflanzenbasis schneidet in der Bilanz am besten ab. Zum Beispiel werden für die Produktion eines Kilos Fleischersatz auf Sojabasis nur 2,8 Kilogramm Treibhausgase ausgestoßen, für Rindfleisch mehr als das Zehnfache. Erzeugnisse aus Insekten liegen aus Umweltsicht auf Platz zwei. Fleisch aus dem Labor befindet sich noch in der Phase der Erforschung, so dass Aussagen derzeit schwer zu treffen sind.
UBA-Präsident Dirk Messner: „Fleischproduktion schadet nachweislich der Umwelt und trägt zur Erderhitzung bei. Unsere Studie zeigt: Fleischersatz könnte eine große Rolle bei einer umweltschonenderen und auch gesünderen Ernährung spielen. Solange der Preis der Lebensmittel aber nicht auch die Umweltschäden widerspiegelt, wird das billige Nackensteak noch länger den Vorzug vor einem Sojaschnitzel bekommen. Hier ist die Politik gefragt, diese Rahmenbedingungen zu verändern.“
Müll ist überall: als gigantischer Strudel im Pazifik, Feinstaub in der Luft und Mikroplastik in der Nahrungskette. Die Gruppenausstellung „Zero Waste“ zeigt internationale Positionen zeitgenössischer Kunst, die auf die Dringlichkeit verweisen, Ressourcen zu schonen, weniger zu konsumieren und nachhaltiger zu leben. Ausstellung vom 25.06.2020 bis 08.11.2020 im Museum der bildenden Künste Leipzig.
In Deutschland haben Kinder und Jugendliche zwischen 3 und 17 Jahren zu viele langlebige Chemikalien aus der Stoffgruppe der per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen, kurz PFAS, im Blut. Das zeigt die Auswertung der repräsentativen Deutschen Umweltstudie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen, GerES V.
Das Umweltbundesamt hat die finalen Daten für Stickstoffdioxid (NO2) für das Jahr 2019 vorgelegt. Demnach überschritten im vergangenen Jahr die NO2-Konzentrationen nur noch in 25 Städten den Luftqualitätsgrenzwert von 40 Mikrogramm NO2 pro Kubikmeter Luft (µg/m³) im Jahresmittel. Im Vorjahr waren es noch 57 Städte.
Am 9. Juli wurde der Nitratbericht 2020 veröffentlicht. Der Bericht zeigt: Die Nitratsituation des Grundwassers hat sich seit dem vorherigen Bericht aus dem Jahr 2016 nur geringfügig verbessert. Aktuell weisen 26,7 Prozent der Grundwassermessstellen des EU-Nitratmessnetzes im Mittel Konzentrationen über 50 mg/l Nitrat auf und verfehlen damit das Qualitätsziel der Nitratrichtlinie.
Im Rahmen der Deutschen Umweltstudie zur Gesundheit von Erwachsenen (GerES VI) erheben Untersuchungsteams im Auftrag des UBA deutschlandweit aktuelle Daten zur Umweltbelastung der erwachsenen Bevölkerung. Die Teams besuchen die Teilnehmenden zuhause und messen Schadstoffe in Urin- und Blutproben, führen Interviews und untersuchen u.a. Trinkwasser, Hausstaub und Innenraumluft.
Welchen Einfluss haben Klimawandel und Umweltzerstörung auf die Gesundheit? Und was können in Gesundheitsberufen Tätige für den Klimaschutz und die Anpassung an die Folgen des Klimawandels tun? Dies und mehr erläutern Expertinnen und Experten in 15 Videovorlesungen, die teilweise zum Nachhören und Nachlesen online stehen. Die Vorlesungsreihe wurde vom UBA über die Verbändeförderung unterstützt.
Heizbedarf, Auto- und Flugreisen sowie Fleischkonsum beeinflussen den persönlichen CO2-Fußabdruck sehr stark. Aber sind diese „Big Points“ eines klimafreundlichen auch die eines umweltfreundlichen Konsums? Eines Konsums also, der auch Umweltaspekte wie Material- und Wasserverbrauch, Flächenbedarf oder die Biodiversität berücksichtigt? Eine neue UBA-Studie bejaht diese Frage für die meisten Fälle.
Das Projekt ERGO, Endocrine Disruptor Guideline Optimization, zielt darauf ab, die Identifizierung und Regulierung von hormonell wirksamen Stoffen (endokrine Disruptoren) zu verbessern. Dafür soll gezeigt werden, inwieweit die Auswirkungen von diesen Stoffen in Säugetieren auf Nicht-Säugetiere extrapolierbar sind und umgekehrt. Grundlage der Untersuchungen ist dabei das Schilddrüsenhormonsystem.
Eine Studie im Auftrag des UBA kommt zu dem Ergebnis, dass sogenannte Passivsammler sehr nützlich für die chemische Gewässerüberwachung sind. Diese Probenahmetechnik arbeitet mit Silikonstreifen und ist konventionell genommenen Wasserproben häufig überlegen, da sie auch sehr niedrige Konzentrationen, kurzzeitige Stoffeinträge und unbekannte Einleitungen in Gewässer nachweisen kann.
853.000 Tonnen Elektroaltgeräte wurden im Jahr 2018 laut Umweltbundesamt (UBA) in Deutschland gesammelt. Dies entspricht einer Sammelquote von 43,1 Prozent, womit Deutschland das EU-Sammelziel von 45 Prozent leicht verfehlt. Um die ab 2019 für Deutschland geltende Sammelquote von mindestens 65 Prozent zu erreichen, braucht es ein ganzes Bündel an Maßnahmen.
Über eine Liste aller deutschen Anlagen, die unter die Industrieemissionsrichtlinie der EU fallen, können Sie ab sofort Informationen etwa zu Ausnahmegenehmigungen von Vorgaben der Emissionsminderung oder Daten der Emissionsüberwachung öffentlich übers Internet einsehen. Unter die Richtlinie fallen zum Beispiel Kohlekraftwerke und Intensivtierhaltungsanlagen.
Der global wachsende Rohstoffbedarf wird in den nächsten Jahrzehnten überwiegend durch den Bergbau gedeckt werden müssen, auch wenn Recycling an Bedeutung gewinnt. Dabei kann die Umwelt stark belastet werden. 50 Rohstoffe wurden für eine UBA-Studie dahingehend bewertet, über die Hälfte weist ein hohes Umweltgefährdungspotential auf.
Das Umweltbundesamt hat sich heute, 7.7.2020, mit den landwirtschaftlichen Vereinigungen „Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft“, dem „Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft“, dem „Deutschen Bauernverband“, der „Deutschen Landwirtschafts-gesellschaft“ und „Land schafft Verbindung – Deutschland“ in Dessau-Roßlau zu einem Austausch getroffen.
Zement ist Bestandteil von Beton, einem der wichtigsten Baustoffe. Die Produktion von Zement ist energie- und rohstoffintensiv. Ein Projekt im Auftrag des UBA arbeitet heraus, dass die Zementindustrie durch effizienten Energie- und Materialeinsatz einen Beitrag zur Ressourcenschonung und zum Klimaschutz leisten kann, die CO2-Minderungspotentiale mit klassischen Technologien aber begrenzt sind.
Gemeinsam mit UNDP, UNEP, Future Earth, ISC, ITU und Kenia setzt sich das Umweltbundesamt (UBA) für die Coalition for Digital Environment Sustainability - kurz „CODES“ ein. Die Initiative bringt Forschende, Regierungseinrichtungen, UN-Organe, Technologieunternehmen und die Zivilgesellschaft für mehr Nachhaltigkeit im digitalen Zeitalter auf internationaler Ebene zusammen.
Am 1. Juli 2020 übernimmt Deutschland für zwei Jahre den Vorsitz der Helsinki Kommission zum Schutz der Meeresumwelt der Ostsee (HELCOM). Überversorgung mit Nährstoffen, Munitionsaltlasten, Meeresmüll, Unterwasserlärm und Klimawandel sind diejenigen Belastungen für die marinen Ökosysteme der Ostsee, die Deutschland in der Vorsitzzeit bearbeiten möchte.
Das vom UBA koordinierte Projekt „EcoDesign Circle“ ist einer der Finalisten für die „Regiostars Awards“, einem Wettbewerb EU-finanzierter Projekte, die inspirierende Ansätze in der regionalen Entwicklung vorstellen. Bis zum 15. September kann für den Publikumspreis noch auf der Webseite des Wettbewerbs abgestimmt werden.
Der Großteil der Bundesländer verfügt über Landesabfall- und Vergabegesetze sowie andere rechtliche Regelungen, die die Beachtung von Umweltaspekten in der öffentlichen Beschaffung aufgreifen. Der Verbindlichkeitsgrad ist jedoch unterschiedlich. Vor allem Berlin, Hamburg und Bremen haben weitreichende Vorgaben und Handlungshilfen.
Beschaffen Dienststellen des Bundes Produkte, für die es ein Energieverbrauchslabel gemäß EU-Verordnung gibt, müssen sie ab sofort immer das Produkt mit der besten Energieeffizienzklasse wählen. Dies ergibt sich aus der Neufassung der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Beschaffung energieeffizienter Leistungen (AVV-EnEff), die am 27.5.2020 in Kraft getreten ist.
Luftqualität, Treibhausgasemissionen, Nitrat im Grundwasser oder Ökolandbau – die „Daten zur Umwelt“ geben einen umfassenden Überblick über den Umweltzustand, die Verursacher und Ansatzpunkte für verbessernde Maßnahmen. Mit dem neuen Indikatorenbericht kann jetzt online ein individueller Bericht aus insgesamt 50 verschiedenen Umwelt-Indikatoren zusammengestellt und als PDF heruntergeladen werden.
Wie in den vergangenen Jahren gleichen die Bundesregierung und die Bundesverwaltung auch 2019 alle Treibhausgasemissionen aus, die durch ihre Dienstreisen und Dienstfahrten entstanden sind. Die Bundesregierung wird hierfür Emissionsminderungsgutschriften – meist als Klimaschutzzertifikate bezeichnet – aus anspruchsvollen internationalen Klimaschutzprojekten erwerben und anschließend löschen.
Das UBA in den Medien
„Umweltverbrauch muss teurer, Arbeit billiger werden“
UBA-Präsident Dirk Messner im Interview mit der Frankfurter Rundschau
Zwei UBA-Fachleute in der ARD-Fernsehsendung "[w] wie wissen": Wasch- und Reinigungsmittel-Experte Marcus Gast zu Benzotriazol in Spülmaschinentabs und Toxikologin Dr. Marike Kolossa-Gehring zu per- und polyflorierten Chemikalien (PFC) in Imprägniermitteln und beschichteten Bratpfannen und zu Duftstoffen.
Das Magazin "Schwerpunkt" des Umweltbundesamtes widmet sich in jeder Ausgabe relevanten Themen im Bereich Umweltschutz. Es erscheint halbjährlich. In der Ausgabe 1-2020 betrachtet das UBA die Chemikalien mit dem Kürzel PFAS: per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen. Diese Chemikalien werden in vielen Anwendungen für ihre wasser-, fett- und schmutzabweisende Funktion genutzt. So sind Coffee-to-go…
Trendbericht zur Abschätzung der Umweltwirkungen von pflanzlichen Fleischersatzprodukten, essbaren Insekten und In-vitro-Fleisch
Fleisch ist in den letzten Jahren zunehmend in die Kritik geraten. Fleischersatzprodukte werden in Deutschland immer beliebter und könnten eine Alternative sein. Das UBA hat in einer Studie „Fleisch der Zukunft“ nun untersucht, welche Auswirkungen die drei aufkommenden Fleischalternativen pflanzlicher Fleischersatz, essbare Insekten und Invitro-Fleisch auf Umwelt und Gesundheit haben und, welche…
European priority measure: establishing leakage-proof vehicle registration systems
In 2020, the EU Commission is evaluating and subsequently revising the End-of-Life Vehicles (ELV) Directive 2000/53/EC. When it comes to ELV recycling, the issue of unknown whereabouts of vehicles is the most crucial aspect to be solved. In a Scientific Opinion Paper, the German Environment Agency (UBA) outlines the negative impacts of the unknown whereabouts and presents recommendations to…
Besonders in Ballungsräumen, Innenstädten und schutzbedürftigen Gebieten ist es wichtig, die durch Kommunalfahrzeuge verursachten Schadstoff- und Geräuschemissionen zu begrenzen. Der Leitfaden enthält entsprechende Anforderungen an Kommunalfahrzeuge und gibt weitergehende Hinweise für öffentliche Ausschreibungen. Die Anforderungen basieren auf dem Umweltzeichen Blauer Engel für Kommunalfahrzeuge…
In dieser Publikation wird ein Überblick über die Daten des deutschen PRTR (Pollutant Release and Transfer Register) gegeben. Für jeden Schadstoff werden die Anzahl der gemeldeten Betriebe und deren Freisetzungen in Luft, Wasser und Boden, sowie deren Verbringungen mit dem Abwasser übersichtlich dargestellt. Getrennt nach Industriebranchen werden Daten für das aktuelle Berichtsjahr 2023 in…
How Germany can achieve greenhouse gas neutrality by 2050 and resulting raw materials demand
The RESCUE study describes in six scenarios possible development paths towards a resource-efficient and greenhouse-gas (GHG) neutral Germany until 2050. The GreenSupreme scenario achieves the reduction of emissions along a global 1.5 °C path towards GHG-neutrality by 2050, while at the same time substantially lowering Germany’s material footprint. This publication discusses possible synergies and…
Scientific Opinion Paper
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Nachgezählt
310.000
Im Jahr 2018 fielen rund 560.000 Altfahrzeuge in Deutschland an. Bei der Verwertung dieser Altfahrzeuge wurden die vorgeschriebenen Recycling- und Verwertungsquoten eingehalten. Gleichzeitig gab es jedoch schätzungsweise rund 310.000 Fahrzeuge mit unbekanntem Verbleib. Das UBA empfiehlt daher u.a., Mindestanforderungen an die Fahrzeugzulassungssysteme für die Abmeldung von Fahrzeugen einzuführen.