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Schimmelbekämpfung

Eine Hand mit Gummihandschuh versucht Schimmel an einer Wand mit einem Schwamm zu entfernen
Schimmel liebt Feuchtigkeit
Quelle: Zlatan Durakovic / Fotolia.com

Schimmelpilze sind ein natürlicher Teil unserer belebten Umwelt. Ihre Sporen sind fast überall zu finden, also auch in Innenräumen. Sie sind normalerweise harmlos. Übersteigt allerdings die Schimmelpilzkonzentration ein bestimmtes Maß, kann es zu gesundheitlichen Problemen für die Bewohner kommen.

Inhaltsverzeichnis

Schimmelbekämpfung mit Bioziden

Je nach Anwendungsbereich kommen verschiedene Wirkstoffe in Biozidprodukten gegen Schimmel zum Einsatz. Schimmelentferner zur direkten Behandlung enthalten oft oxidierende Substanzen wie Wasserstoffperoxid, Natriumhypochlorit oder Peressigsäure. Diese Wirkstoffe greifen die Zellstrukturen der Pilze an, die sich in Fugen, auf Fliesen, Putz, Mauerwerk oder Tapeten angesiedelt haben. Der Schimmel lässt sich damit zumindest kurzfristig verlangsamen oder reduzieren. Dennoch können diese Wirkstoffe auch Nachteile für Mensch, Umwelt oder das behandelte Material haben und sollten nur nach gründlicher Abwägung eingesetzt werden.

Produkte zur Langzeitbekämpfung von Schimmel, die als „chlorfrei“ beworben werden, enthalten oft quaternäre Ammoniumverbindungen (QAV) wie ADBAC, BKC oder DDAC. Auch diese Wirkstoffe zerstören die Zellwände der Pilze und hemmen darüber hinaus die Sporenkeimung und das Hyphenwachstum. Quaternäre Ammoniumverbindungen, kurz QAV, zeigen aber auch eine Breitbandwirkung, indem sie nicht nur gegenüber Schimmelpilzen, sondern auch gegenüber Viren und Bakterien wirksam sind. Aufgrund ihrer hohen Adsorptionsneigung binden QAV in Kläranlagen fast vollständig an den Klärschlamm, was Einträge in Oberflächengewässer zwar deutlich minimiert. Jedoch können QAV bei Verwendung des Klärschlammes als Dünger in landwirtschaftlich genutzte Böden eingetragen werden. Im Sinne der Vorsorge sollten Einträge von QAV in die Umwelt, zum Beispiel über das Abwasser, vermieden werden. 

Neben den chemischen Wirkstoffen ist mit Pythium oligandrum M1 (ATCC 38472) auch ein Mikroorganismus als Wirkstoff in Biozidprodukten zur Schimmelbekämpfung auf Mauerwerk in Innenräumen in der EU zugelassen. Dieser Mikroorganismus gehört zu den sogenannten Eipilzen (Oomyceten), wobei die frühere Zuordnung zum Reich der Pilze auf der Bildung von Hyphen beruht. Jüngere, molekularbiologische Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass sie eine eigenständige, zu den Algen gehörende Abstammungslinie darstellen. Die Sporen (Ooosporen) von Pythium oligandrum werden in Wasser oder Farbe vermischt auf die befallene Wand aufgetragen, wo sie auskeimen und mit ihren Hyphen in die Zellwände der Schimmelpilze eindringen, um diese als Nährstoffquelle zu verwenden (Parasitismus). Mit zunehmender Erschöpfung der Nährstoffe bildet der Mikroorganismus erneut widerstandsfähige Oosporen, welche auch im trockenen Zustand bis zu mehreren Jahren überdauern können. Bei Feuchtigkeit keimen diese wieder aus und können somit langfristig gegen Schimmel an Putz und Wänden wirken.

Auch wenn es eine Reihe von Wirkstoffen zur kurz- oder langfristigen Bekämpfung von Schimmel gibt, ist es das Beste die Ursache für den Schimmelbefall zu beseitigen. Denn nur in wenigen Ausnahmefällen ist eine Biozidbehandlung bei der Bekämpfung von Schimmel sinnvoll. Wenn das Baumaterial aus Gründen des Denkmalschutzes nicht entfernt werden darf oder eine schnelle Trocknung nicht möglich ist, kann bei vermutetem Befall eine Biozidbehandlung an schwer zugänglichen Oberflächen zur Verzögerung oder Verlangsamung des Wachstums in Betracht gezogen werden. Ein Beispiel ist das Vernebeln von Wirkstoffen wie Wasserstoffperoxid in schwer zugänglichen Hohlräumen von Konstruktionen, die aus baulichen Gründen nicht erreichbar sind.

Weitere Informationen zum Thema Schimmel und Schimmelvermeidung

Umfangreiche Informationen zu Schimmelbefall und Schimmelvermeidung finden Sie unter dem folgenden Link: https://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/umwelteinfluesse-auf-den-menschen/schimmel

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