Aussehen und Vorkommen
In Deutschland gibt es etwa 900 verschiedene Wanzenarten. Sie bilden die Unterordnung der Heteroptera. Allen gemein ist, dass sie stechend-saugende Mundwerkzeuge haben. Die meisten Wanzen saugen Pflanzensaft, einige wenige auch Blut, wie die Bettwanzen. Wanzen besiedeln fast alle Lebensräume und einige Arten haben sich auch an ein Leben im Wasser angepasst, zum Beispiel die Rückenschwimmer (Familie Notonectidae) und die Wasserläufer (Familie Gerridae).
Im Folgenden werden bekannte Vertreter der Wanzen näher vorgestellt:
Eine erwachsene Feuerwanze (Pyrrhocoris apterus) wird etwa 9 bis 12 mm lang und besitzt lange Fühler. Der Kopf ist schwarz, der flache Hinterleib hat eine auffällige, leuchtende rotschwarze Zeichnung, die viele Variationen aufweisen kann. Sie bevorzugen die Bodennähe von Laubbäumen wie Linden, Rosskastanien, Akazien sowie von Malven und Hibiskus. Sie überwintern im Boden und treten meist in großen Ansammlungen auch in unmittelbarer Nähe von Häusern auf. An warmen Frühlingstagen verlassen die Tiere ihre Verstecke im Boden, in denen sie den Winter verbracht haben. Im Herbst suchen sich die Tiere Verstecke zum Überwintern im Boden oder unter Laub, wo sie sich meist in größerer Ansammlung zusammenfinden. Die Feuerwanzen ernähren sich von abgefallenen Samen sowie von Pflanzensäften und den Säften toter und lebender Tiere wie Milben, Blattläuse und auch Tiere derselben Art, die von ihnen ausgesaugt werden.
Seit einigen Jahren tritt gelegentlich die Lindenwanze (Oxycarena lavaterae) in Deutschland auf. Diese Art stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum, ist aber bedingt durch den Klimawandel mittlerweile auch in Deutschland zu finden. Erwachsene Tiere werden bis zu 6 mm groß, haben einen schwarzen Kopf und rötliche Flügeldecken. Die hintere Flügelmembran ist silbrig-weiß gefärbt. Die Art wird oft vergesellschaftet mit der Feuerwanze gefunden.
Die Grüne Stinkwanze (Palomena prasina) ist, wie der Name bereits vermuten lässt, im Sommer hellgrün gefärbt, zum Herbst hin bräunlich. Sie kommt bevorzugt an Wäldern und auf Wiesen vor und ist, genau wie die Feuerwanze, häufig in Gärten anzutreffen. Sie saugen an verschiedenen Pflanzenarten, besonders beliebt sind auch reife Beeren.
Eine Art, die gelegentlich im Winter mit Brennholz ins Haus gelangt, ist die Gemeine Bodenwanze (Rhyparochromus vulgaris). Erwachsene Tiere werden bis zu 8 mm lang und haben eine schlanke Körperform. Typisch sind die Fühler, die aus vier langen Gliedern bestehen. Sowohl Halsschild als auch die Flügeldecken sind kontrastreich schwarz, weiß und rotbraun gefärbt. Auf dem Halsschild ist ein typisches, schwarzes Dreieck. Sie haben, wie alle Wanzen, Stinkdrüsen, die Sekrete mit einem süßlichen unangenehmen Geruch absondern, welches ihre Feinde (zum Beispiel Vögel) abschrecken soll.