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Klimafolgenanpassungskonzept der Stadt Velbert (KFAK)

Farbig dargestellte Handlungszonen aus dem Klimafolgenanpassungskonzept der Stadt Velbert. Farbig markierte Beteiligungskarte Klima.Map (Ausschnitt) im Rahmen des Klimafolgenanpassungskonzepts der Stadt Velbert.

Die Maßnahme besteht aus der Erstellung eines Klimafolgenanpassungskonzeptes sowie der Etablierung des anknüpfenden Umsetzungsmanagements durch eine Personalstelle.
Im Rahmen der Konzepterstellung wurden diverse Klimaanalysen in einer Auflösung von 10x10 Metern erstellt. Unter Einbindung von Gebäudedaten, einer Realnutzungskartierung, topographischer Ausgangsdaten und einer Satellitenbefliegung wurde daraus die „Handlungskarte Klimaanpassung“ aggregiert. Diese teilt vulnerable Stadtgebiete in fünf Zonen ein, die Handlungsempfehlungen für die kommunalen Akteur*innen enthalten. Zeitgleich wurde eine umfangreiche Akteursbeteiligung durchgeführt. Fachakteure wurden über vier Fachworkshops eingebunden, die lokale Bevölkerung konnte über die „Klima.Map“ Maßnahmenvorschläge in einer Karte platzieren und im Rahmen einer Online-Umfrage ihre Betroffenheiten darlegen. Darüber hinaus wurden Schulen, Kitas u. Pflegeeinrichtungen über eine separate Umfrage beteiligt.
Viele Konzeptmaßnahmen befassen sich mit dem Hitzeschutz vulnerabler Bevölkerungsgruppen, welcher in Velbert aufgrund der topographischen Lage als besondere Herausforderung angesehen wird. Durch die Kuppenlage erreichen Kaltluftabflüsse den Ortskern nicht. Infolgedessen kann sich während Hitzewellen in den Nächten keine wesentliche Entspannung einstellen. Gleichzeitig profitieren zwar die angrenzenden Tallagen von diesen Kaltluftabflüssen, weisen dafür jedoch eine erheblich höhere Starkregengefährdung auf. Auch Starkwind ist insbesondere in Kuppen- und Hanglagen ein Problem. Daher wurde ein ganzheitliches Konzept entwickelt welches für all diese Gefahren mit seinen insgesamt 48 Maßnahmen adäquate Lösungsansätze liefert.
Zum Ende der Förderlaufzeit befanden sich bereits 31 der 48 Maßnahmen in der Umsetzung. In Kürze soll gemeinsam mit dem Kreis Mettmann ein Hitzeaktionsplan aufgestellt werden. Die Einstellung eines/r zweiten Klimafolgenanpassungsmanager*in soll die Initiierung weiterer Maßnahmen vorantreiben.

Eckdaten zur Maßnahme

Measure carrier

Maßnahmenträger

Stadt Velbert, Stabsstelle 06 Klimaschutz https://www.velbert.de

Kooperationspartner

Klima.Umwelt & Planung GmbH, EPC - Projektgesellschaft für Klima. Nachhaltigkeit. Kommunikation. mbH

Duration and Financing

Beginn der Umsetzung

Dauer der Umsetzung

Die Gesamtdauer beläuft sich auf 36 Monate. Die Erstellung des Konzeptes dauerte 13 Monate. Die politische Beratung bis zur Beschlussfassung hat 8 Monate in Anspruch genommen, weitere 15 Monaten standen für Umsetzungen zur Verfügung.

Wie hoch waren die (geschätzten) Kosten für die Umsetzung?

bislang ca. 300.000 €

Mit welchen Mitteln wurde die Maßnahme finanziert?

Bund

Erläuterung

- 100.000 € Erstellung des Klimafolgenanpassungskonzepts
- 170.000 € Personalstelle Klimafolgenanpassungsmanagement
- 20.000 € Fördervolumen für Dach- und Fassadenbegrünungen
- geringfügige Sachausgaben für Werbematerialien, Reisekosten etc.
- jährlich werden zudem 50.000 € für Umsetzungsmaßnahmen im städtischen Haushalt der Stabsstelle reserivert.

Der finanzielle Aufwand betroffener Fach- und Geschäftsbereiche außerhalb der Stabsstelle Klimaschutz kann nicht zuverlässig bemessen werden.

Beteiligung

Wurden neben den Kooperationspartnern andere Personengruppen/Institutionen in die Planung/Umsetzung der Maßnahmen eingebunden?

  • Betriebe, öffentliche Unternehmen oder Wirtschaftsverbände
  • Breite Öffentlichkeit
  • Forschung/Beratung/Bildung
  • Grundstücksbesitzer
  • Öffentliche Verwaltung/Politik
  • Presse
  • Stadtwerke
  • Umwelt- und Sozialverbände

Welche Formen der Beteiligung fanden statt?

  • Aufsuchende Formate (z.B. Informationsstände)
  • Bereitstellung von Informationsmaterialien
  • Dialogveranstaltungen, Konferenzen, Workshops
  • Online-Befragung / -Dialog
  • Sonstiges

Sonstige

Kartenanwendungen.

Erläuterung

Klima-Map: Bürger konnten Orte markieren und mit Handlungserfordernissen versehen.
Umfragen: Bewohner wurden nach Einschätzungen zu lokalen Klimafolgen, sowie veränderten Verhaltensweisen befragt. Eine abgestimmte Version wurde separat an die Leitungen der Pflegeeinrichtungen, Schulen und Kindertagesstätten versandt.
Fachworkshops: Es wurden vier halbtägige Fachworkshops zu den Themenfeldern Gesundheit und Soziales, Bauen und Planen, Wirtschaft sowie Umwelt durchgeführt.

Erfolge

Welche Erfolge konnten Sie mit Ihrer Maßnahme erzielen?

Das Klimafolgenanpassungskonzept schafft einen verbindlichen Rahmen für die Stadtverwaltung und bindet dabei Personal sowie finanzielle Ressourcen für die Maßnahmenumsetzung. Da das Themenfeld jedoch bereits vor Konzepterstellung weitgehend über das Energie- und Klimakonzept der Stadt Velbert (2015) etabliert war, konnten viele der formulierten Maßnahmen ohne große Vorbereitungszeit begonnen oder auf Basis des Umsetzungsstands fortgeführt werden. Über die Stabsstelle Klimaschutz hinaus, welche sich im Jahr 2023 als solche gebildet hat, wurden in unterschiedlichen Fachbereichen zusätzliche Personalstellen für den Klimaschutz geschaffen. Aufmerksamkeit generieren konnte unter anderem eine Refill-Offensive aus dem Sommer 2023, über welche das Regionalfernsehen (WDR Lokalzeit, Bergisches Land) berichtet hat.

Wie wird der Erfolg der Maßnahme evaluiert?

  • Analyse (z.B. Soll-Ist-Abgleiche, Meilensteinabgleich, Medienanalyse)
  • Monitoring (z.B. Messung, Erfassung von Daten, TN-Zahlen, Webseitenklicks)
  • quantitative Befragung (mittels Fragebögen)

Erläuterung

Für jede Teilmaßnahme wurde, sofern möglich ein Parameter zur Überprüfung des Umsetzungserfolgs festgelegt. Ein Controllingkonzept legt fest, in welchen Abständen Umsetzungen überprüft werden sollen. Dafür werden die Maßnahmenträger*innen in regelmäßigen Abständen mittels einer Excel-Tabelle befragt. Neben den Erfolgsparametern wird auch der Fortschritt der jeweiligen Maßnahme festgehalten.

Wie planen Sie Ihr Projekt weiterzuentwickeln?

Die Stadt Velbert verfügt seit dem 15.Juli 2025 über zwei Klimafolgenanpassungsmanager*innen, wovon eine Person festangestellt sowie eine Person über eine Folgeförderung bis zum Dezember 2027 befristet angestellt wird. Dadurch können auch noch nicht begonnene Teilmaßnahmen angestoßen werden. Zudem plant die Stadt Velbert mit dem Kreis Mettmann ab dem Sommer 2025 die Aufstellung eines Hitzeaktionsplans welcher sowohl Teilmaßnahmen aus dem Konzept umsetzt als auch um weitere Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge ergänzt. Zusätzlich sollen jährlich 50.000€ zur Maßnahmenumsetzung im Haushalt der Stabsstelle Klimaschutz reserviert werden, die u.a. in Förderprogramme für Privatpersonen fließen sollen.

Erzielt die Maßnahme über Klimaanpassung hinaus positive Nebeneffekte?

  • Ja, Natur-, Umwelt- und Ressourcenschutz: z. B. Erhaltung der biologischen Vielfalt, Luftreinhaltung, Gewässerschutz, Ressourceneinsparung
  • Ja, wirtschaftliche Leistungsfähigkeit: z. B. Innovation, Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen oder Regionen
  • Ja, soziale Gerechtigkeit und Lebensqualität: z. B. Erhöhung der Wohnqualität in Städten, Beitrag zu sozialem Ausgleich oder sozialer Integration, besondere Berücksichtigung der Interessen benachteiligter Bevölkerungsgruppen

Erläuterung

Synergien mit Zielen der Biodiversität sind in den Maßnahmensteckbriefen stets mit aufgeführt. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit kann positiv beeinträchtigt werden, beispielsweise monetär durch die Nutzung von Förderangeboten, als auch in der Verbesserung der Mikroklimas. Das Konzept schafft einen gesundheitlichen sowie sozialen Mehrwert für vulnerable Bevölkerungsgruppen als auch für Bewohner von Quartieren in denen Anpassungsmaßnahmen durchgeführt werden.

Hindernisse

Das Thema Klimaanpassung lässt sich nur mit Mühe bei den lokalen Gewerbebetrieben platzieren. Der Versuch ein kostenfreies Format unter dem Namen „Klima.Profit“ unter der Führung der EPC gGmbH zu etablieren ist an mangelndem Interesse der Gewerbetreibenden gescheitert. Als Gründe können die angespannte wirtschaftliche Lage und anderweitige, unternehmerische Verpflichtungen genannt werden. Derzeit wird die Entwicklung von Anreizprogrammen auf Quartiersebene geprüft.

Konflikte

Wirkt sich die Maßnahme negativ auf andere Bereiche aus?

  • Nein

Erläuterung

Klimaanlagen werden im vorliegenden Konzept aufgrund Ihrer CO2-Bilanz nicht zur Kühlung empfohlen. Synergien mit Zielen der Biodiversität sind in den Maßnahmensteckbriefen stets mit aufgeführt. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit wird nicht zwingend beeinträchtigt, da die Empfehlungen aus dem Konzept nicht bindend sind.

Ansprechperson

Stadt Velbert, Stabsstelle 06 Klimaschutz
Thomas Geißler
Thomasstraße 1
42551 Velbert
Deutschland

Telefonnummern
02051-26/2779
thomas.geissler@velbert.de

Ort der Umsetzung

Thomasstraße 1
42551 Velbert
Deutschland

Associated content

Links

Kurzlink: www.umweltbundesamt.de/n117003de