10 Jahre Übereinkommen von Paris
Wo stehen wir heute beim Klimaschutz? Eine Bilanz und Interviews mit Menschen, die 2015 in Paris dabei waren.
Wo stehen wir heute beim Klimaschutz? Eine Bilanz und Interviews mit Menschen, die 2015 in Paris dabei waren.
Die Ergebnisse der Weltklimakonferenz im brasilianischen Belém (COP30) sind enttäuschend und spiegeln die komplexe geopolitische Situation wider, die substanzielle Fortschritte verhinderte. Der angedachte Fahrplan für den vollständigen Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas scheiterte an starken Widerständen. Trotz der immensen Differenzen konnten viele Detail-Beschlüsse und kleine Erfolge erzielt werden.
Alle fünf Jahre sind die Vertragsstaaten des Übereinkommens von Paris dazu aufgerufen, neue nationale Klimaschutzbeiträge (NDC) vorzulegen. 2025 ist es wieder so weit. Mit den bis Mitte 2024 eingereichten NDCs steuert die Welt auf eine Erwärmung von 2,6 bis 3,1 Grad bis Ende des Jahrhunderts zu. Auf der COP28 verständigte man sich darauf, dass die neuen NDCs im Einklang mit 1,5 Grad stehen sollen.
In einem Eigenforschungsprojekt arbeitet das UBA an der Nutzung und Weiterentwicklung eines integrierten Bewertungsmodells (IAM), das durch das unabhängige Forschungsinstitut IIASA entwickelt wurde. IAMs verbinden wirtschaftliche, soziale und ökologische Aspekte zur Entwicklung von Klimaschutzszenarien und sind zentral für den IPCC-Prozess. Nun ist die Kooperation zwischen UBA und IIASA offiziell.
Der Sechste Sachstandsbericht des Weltklimarats IPCC liegt nun vollständig vor. Demnach ist es nach wie vor möglich, die globale Erwärmung auf 1,5°C bis 2100 zu begrenzen. Dafür sind allerdings eine sofortige globale Trendwende sowie tiefgreifende Treibhausgas-Minderungen in allen Weltregionen und allen Sektoren nötig.
Die Globale Bestandsaufnahme bewertet alle fünf Jahre den kollektiven Fortschritt bei der Umsetzung der Ziele des Übereinkommens von Paris. Die erste Globale Bestandsaufnahme wurde 2023 mit einem Beschluss bei der COP28 über das weitere Vorgehen zur Verstärkung der Maßnahmen und der Unterstützung zur wirksamen Bekämpfung des Klimawandels abgeschlossen.
Das Übereinkommen von Paris (ÜvP) wurde auf der 21. Vertragsstaatenkonferenz der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (COP21) im Dezember 2015 in Paris verabschiedet und trat im November 2016 in Kraft. Die beigetretenen Staaten verpflichten sich, die Erderwärmung auf deutlich unter 2 °C, möglichst jedoch auf 1,5 °C, gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen.
Viele Länder des Übereinkommens von Paris haben ihre aktualisierten Beiträge zum Klimaschutz vorgelegt. Jedoch weniger als die Hälfte der im Auftrag des UBA analysierten Länder steigern ihre Anstrengungen. Vielen fehlt dazu ein klarer Plan zur Umsetzung. Das ist das Ergebnis einer neuen Methode, die 20 aktuelle nationale Klimaschutzbeiträge untersuchte.