Aussehen und Vorkommen
Die Scheibenböcke gehören zu den Bockkäfern (Cerambycidae), einer artenreichen Käferfamilie. In der Natur leben Scheibenböcke in lebenden, geschädigten Bäumen oder in frisch gefällten berindeten Laub- beziehungsweise Nadelbäumen. Einige wichtige Vertreter werden im Folgenden vorgestellt.
Der Veränderliche Scheibenbock (Phymatodes testaceus), auch als Variabler Schönbock bezeichnet, hat eine variable Färbung, die von hellbraun über rot und blau bis schwarz reicht. Die Käfer sind langgestreckt und zwischen 8 bis 14 mm groß. Männchen sind durch körperlange Fühler und verdickte Schenkel zu erkennen. Die Eiablage erfolgt im Sommer in die Rinde lebender, abgestorbener oder gefällter Bäume. Die Larven sind weißlich und deutlich segmentiert. Sie werden bis zu 18 mm lang und entwickeln sich unter der Rinde an der Splintholzoberfläche. Die Käfer leben bevorzugt in Eichenholz, befallen jedoch auch andere Laubbäume wie Buchen oder verschiedene Obstbäume und selten auch Nadelhölzer. Die geschlüpften Käfer des Variablen Scheibenbocks verbergen sich am Tag unter der Borke oder in Spalten und sind erst in den Abendstunden aktiv. Die Käfer werden von Mai bis Juli angetroffen. Die Ausfluglöcher sind oval und etwa 5 mm lang.
Der Blaue Scheibenbock (Callidium violaceum) ist 8 bis 16 mm lang. Die Oberseite ist metallisch dunkel-bis violettblau gefärbt. Die Fühler sind beim Männchen etwas kürzer als der Körper und erreichen beim Weibchen etwa die Hälfte der Körperlänge. Der blaue Scheibenbock lebt in Nadelhölzern unter der Rinde, seltener auch in Laubhölzern. Die Ausfluglöcher sind oval und 6 bis 8 mm lang.
Der Rote Scheibenbock (Pyrrhidium sanguineum), auch als Rothaarbock bezeichnet, hat rötlich gefärbte Flügeldecken und ist 8 bis 12 mm lang. Der Kopf ist braunschwarz. Die Fühler erreichen beim Männchen Körperlänge und sind beim Weibchen etwa halb so lang wie der Körper. Er befällt verschiedene Laubhölzer (Eiche, Buche) und ist eher in lichten Alteichenbeständen anzutreffen. Die Käfer des Roten Scheibenbocks kommen in großen Teilen Europas von April bis Juni vor.