Motorboot
Dieses Boot wird von der Segelschule als Begleitboot für Segelkurse und für Regattabegleitungen genutzt und wird daher mehrfach wöchentlich bewegt. Die Geschwindigkeit liegt zwischen 2 – 5 Kn. Es besitzt einen Polypropylen-Rumpf und blieb daher unbeschichtet. Über die komplette Saison 2012 befand sich das Boot ungereinigt im Wasser. Es hatte sich ein Biofilm gebildet, welcher im November 2012 mittels Hochdruckreiniger (100 -120 bar) bis auf einen schwärzlichen Biofilm abgereinigt wurde. Im Jahr 2013 wurde der Rumpf im Mai, Juni, August und September nur inspiziert und nicht gereinigt, da sich in diesem Zeitraum nur ein dünner, schwach haftender Biofilm gebildet hatte.
Im September 2013, nach 19 Wochen, hatte sich ein stabiler, gut haftender Biofilm etabliert. Eine Reinigung mit dem Tausendbein war leicht zu handhaben und sehr schnell durchzuführen. Es waren zwei Reinigungen vom Bug zum Heck und zurück mit einer Dauer von je 3 Minuten pro Durchgang notwendig. Die Kontrolle durch leichtes Krängen zeigte eine gute Wirksamkeit.
Bei der folgenden Inspektion im November 2013 zeigte sich, dass die hintere Hälfte des Rumpfes einen dichten Bewuchs in Form von Zebramuscheln (Dreissena polymorpha) in Größen von 5 – 10 mm aufwies. Der restliche Rumpf war mit einem Biofilm sowie einigen Brackwasserpolypen (Cordylophora caspia) bedeckt. Die Haftung war relativ gering. Es erfolgte eine Reinigung an Land mit einem Hochdruckreiniger (mit rotierender Düse) mit ca. 150 bar. Ein schwärzlicher Biofilm blieb auch nach dieser Reinigung teilweise haften.
Segelboot Typ Skippi 650
Dieses Segelboot wurde Ende März 2013 mit einer Teflonbeschichtung beschichtet und Anfang April 2013 zu Wasser gelassen. Es diente der Segelschule für Freifahrten und Regatten. Es wurde mindestens einmal pro Woche bewegt. Die Geschwindigkeit war naturgemäß variabel und betrug je nach Windverhältnissen in Gleitfahrt maximal 8- 10 Kn.
Die Skippi wurde im Mai nach 4 Wochen inspiziert. Es hatte sich ein ausgeprägter, grünlicher Biofilm mit weicher, schleimiger Konsistenz gebildet der leicht abwischbar war.
Bei einer zweiten Inspektion im Juni, nach 9 Wochen, war der Biofilm stärker ausgebildet. Es wurde eine Reinigung mit dem Reinigungspad vorgenommen, die für einen Reinigungsvorgang ca. 20 Minuten beanspruchte. Der Aufwand war relativ gering, dennoch wurde festgestellt, dass es schwierig war, exakt alle Bereiche des Rumpfes zu erreichen. Zudem kam es leicht zu seitlichen Verkantungen des Pads. Außerdem wäre eine zusätzliche Winkelverstellung der Halterung wünschenswert gewesen, da die Stange für die tieferen Rumpfbereiche an der Bordwand scheuerte. Außerdem stellte sich heraus, dass das Reinigungspad zur Reinigung des Schwerts nicht geeignet war, da es in senkrechten Positionen keinen Andruck durch Auftrieb erzeugen konnte.
Bei der dritten Inspektion im Juli, nach 13 Wochen, zeigte sich ein dichter Biofilm, auf dem sich nun Larven der Zebramuschel (Dreissena polymorpha) angesiedelt hatten. Die Größe der jungen Muscheln variierte zwischen 0,5 und 1 mm.
Für die Reinigung wurde dieses Mal das Tausendbein benutzt. Die Handhabung erwies sich als äußerst einfach und angenehm, da es vom Heck aus kontinuierlich unter dem Rumpf hin- und hergezogen werden konnte, wodurch keine Flächen ausgespart wurden. Als großer Nachteil wirkte sich aber aus, dass das Schwert nicht aufgeholt werden konnte und daher die Rumpfbereiche oberhalb des Schwertes anfangs nicht gereinigt werden konnten. Die Dauer der Reinigung für einen Durchgang betrug 15 Minuten. Wie durch leichtes Krängen des Bootes festzustellen war, erwies sich der Reinigungserfolg als sehr gut. Es stellte sich aber auch heraus, dass die Schot länger gewählt werden könnte, um ein Ausrutschen aus der Hand zu verhindern oder beide Enden während der Reinigung miteinander verbinden zu können.
Im August, nach 16 Wochen, war nur ein Biofilm auf den oberen Bereichen des Rumpfes festzustellen, es schien keine Reinigung erforderlich zu sein.
Vor der Inspektion im September war von der Segelschule bemerkt worden, dass die Jolle deutlich langsamer geworden war und bei Regatten ein deutlicher Nachteil zu spüren war. Daher wurde das Boot um 90° gekrängt, um den Rumpf komplett inspizieren zu können. Hierbei stellte sich heraus, dass der Rumpf in den tieferliegenden Bereichen beidseitig dicht mit Zebramuscheln bewachsen war. In den oberen Bereichen des Rumpfes war ein dichter Biofilm mit vereinzelten Schwämmen vorhanden. Dieser Bewuchs war weder mit dem Reinigungspad noch mit dem Tausendbein hinreichend zu reinigen. Daher wurde die Krängung dazu benutzt, den Rumpf von einem Beiboot aus mit einem Schwamm (mit einseitigem rauen Vlies) zu reinigen. Diese Reinigungsmethode erwies sich als effektiv, aber zeitaufwendig, wobei die Haftung der Muscheln und Schwämme gering war.
Die Zebramuscheln besaßen eine durchschnittliche Länge von 3 – 10 mm, die Bewuchsdichte in den unteren Bereichen lag bei 80 %. Der Bewuchs auf dem unbeschichteten Schwert war so stark, dass er nur mit einem Paddel abgestochen werden konnte. Offensichtlich hatte sich der Bewuchs des Rumpfes vom Schwert sehr stark ausgebreitet, da dieses mit den bisher eingesetzten Methoden nicht zu reinigen gewesen war. Durch die Reinigung wurden die Muscheln und die Schwämme, nicht aber der Biofilm entfernt. Nach Aufrichten des Bootes wurde trotzdem noch einmal das Tausendbein als Nachsorge benutzt. Der gesamte Reinigungsvorgang inklusive der Krängung betrug zwei Stunden.
Eine weitere Inspektion und Reinigung erfolgte Ende September. Das Segelboot wurde hierzu wieder leicht gekrängt. Schwacher Bewuchs aus verzweigten Kolonien des Brackwasserpolypen und ein dichter Biofilm wurden sichtbar. Muscheln wurden nicht wieder beobachtet. Es erfolgte eine zweimalige Reinigung mit dem Tausendbein, welche je 6 Minuten dauerte. Bei einer Erfolgskontrolle durch abermaliges Krängen war nur noch ein Biofilm feststellbar. Um die bisherige Schwachstelle der Aussparung des Schwertbereichs zu überwinden, wurde das Tausendbein diagonal zum Schiffsrumpf eingesetzt, was durch eine Führung der Schot an einer Fußreling im Bugbereich möglich war. Hierdurch konnten auch die Rumpfbereiche seitlich des Schwertes gereinigt werden, allerdings nicht das Schwert selbst. Bei der Krängung hatte sich aber gezeigt, dass kein neuer Larvenfall mit Muschelsaat stattgefunden hatte.
Anfang November fand die Abschlussinspektion statt. Dazu wurden die Skippi mit einem Kran aus dem Wasser gehoben, um die Rumpffläche genau inspizieren zu können. Der Rumpf wies eine flächige Biofilm-Bedeckung sowie Bewuchs mit dem Brackwasserpolypen (Cordylophora caspia) auf. Zebramuscheln waren auf dem Rumpf nicht vorhanden. Das Schwert war fast komplett mit einem Biofilm und einem lokalen Bündel aus Zebramuscheln bedeckt. Nach der Reinigung mit einem Hochdruckreiniger (150 bar) zeigte sich, dass der Biofilm auf dem Schwert wesentlich stärker haftete als derjenige auf dem Rumpf. Aber auch auf dem Rumpf konnte der Biofilm nicht vollständig durch die Einwirkung des Hochdruckreinigers entfernt werden. Es blieb dennoch ein dünner, bräunlicher Film zurück.
Die Beschichtung hatte die Reinigungsaktivitäten insgesamt gut überstanden. Nur in der Nähe der Wasserlinie war sie kleinräumig beschädigt worden.
Galerie: Beispiel Hamburg Außenalster
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