Bodenerosion durch Wasser
Bei der Wassererosion wird Bodenmaterial an der Bodenoberfläche durch Wasser verlagert. Der so abtransportierte Oberboden wird entweder an anderer Stelle abgelagert oder in ein Gewässer gespült. Das Erosionsrisiko wird durch die Menge und Stärke des Niederschlags, der Hangneigung, der Bodenart, der Bodenstruktur (u. a. Humusgehalt), den Grad der Bodenbedeckung sowie die Nutzung und Bearbeitung des Bodens beeinflusst. Übersteigt die Niederschlagsmenge die Versickerungsleistung des Bodens fließt das Wasser oberflächlich ab und steigert somit das Risiko für Bodenerosion. Dies gilt insbesondere für Böden, die verdichtet und zeitweise ohne Pflanzenbewuchs sind. Besonders wassererosionsgefährdet sind geneigte Flächen mit sandreichen Böden.
Der Bodenabtrag durch Wassererosion hat zur Folge, dass die Bodenmächtigkeit verringert wird, nährstoff- und humusreicher Oberboden und damit die Bodenfruchtbarkeit verloren gehen. Bei einem Eintrag in Gewässer kann dies zur Gewässereutrophierung durch verstärktes Wachstum von Algen- und Cyanobakterien führen. Folgeschäden des Bodenabtransports und der Materialablagerung wären weiterhin die Beeinträchtigung der landwirtschaftlichen Nutzung durch Verschlämmung, die Verschlämmung von Gewässer bzw. Vorflutern, die Beeinträchtigung von Verkehrs- und Siedlungsflächen und Kanalsystemen sowie der Rückgang der biologischen Vielfalt.
Durch den Klimawandel kann es zu einer Verschiebung der Niederschlagsmuster kommen, d. h. Perioden mit hohen Temperaturen und geringen Niederschlägen in den Frühjahrs- und Sommermonaten und einer Zunahme der Niederschläge in den Wintermonaten. Häufigere und längere Trockenperioden im Sommerhalbjahr führen zu einer Verstärkung der Austrocknung des Oberbodens. Da ein stark ausgetrockneter Boden bei einsetzendem Niederschlag zunächst ein schlechtes Wasseraufnahmevermögen hat, kommt es zu einem Oberflächenabfluss, der Bodenpartikel mitnimmt. Durch den Klimawandel könnte die Wahrscheinlichkeit von Bodenerosionsereignissen durch eine Zunahme von Starkregenereignissen besonders im Winter erhöht werden.
Indikator aus dem Monitoring zur DAS: Regenerosivität