Wanderkorridor und Lebensraumentwicklung im Elbe-Lübeck-Kanaltal
Ziel der Maßnahme ist der Erhalt und die Wiederansiedlung von geschützten und gefährdeten Arten (Verantwortungsarten aus der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie und nach den Roten Listen) sowie die Wiederherstellung von Magerlebensräumen im Elbe-Lübeck-Kanaltal bei Breitenfelde.
Der Kreis Herzogtum Lauenburg hat mit seinem eher kontinentalen Klima im Vergleich zum übrigen Schleswig-Holstein eine besondere Stellung für den Artenschutz. Etliche Arten finden hier ihre nordwestliche Verbreitungsgrenze in Deutschland. Im Bereich südlich von Mölln wird dieser klimatische Effekt durch die sehr durchlässigen Böden des Naturraums Büchener Sander verstärkt, die besonders die Entwicklung von Trockenlebensräumen begünstigen. Diese Region mit der Schmelzwasserrinne des Stecknitz-Delvenau-Systems war und ist daher ein Einfallstor für zahlreiche wärmeliebende Pflanzen- und Tierarten seit der Nacheiszeitphase. Der Aufbau eines Biotopverbundsystems ist in diesem Raum deshalb besonders wichtig. Das Stecknitz-Delvenau-System mit dem Tal des Elbe-Lübeck-Kanals ist als Nord-Südachse die Hauptverbindung zwischen Ostsee und Elbe und besitzt daher landes- bis bundesweite, im Zusammenhang mit dem baltischen Raum sogar europaweite Bedeutung.
Der Kreis Herzogtum Lauenburg erwirbt in diesem Verbundraum Flächen, um sie im Sinne des Naturschutzes und des Biotopverbundes zu entwickeln. Es wird angestrebt, zukünftig den gesamten Talausschnitt zwischen Alt-Mölln und der Bundesautobahn A24 als Teil des Biotopverbundsystems möglichst uneingeschränkt für den Arten- und Lebensraumschutz nutzen zu können. Über Entwicklungsmaßnahmen soll die Durchgängigkeit dieses Raumes für viele wild lebende und gefährdete Arten verbessert werden. Hierbei soll insbesondere auch der Artenwanderung im Zusammenhang mit dem Klimawandel Raum gegeben werden.
Eckdaten zur Maßnahme
Maßnahmenträger
- Maßnahmenträger
- Kreis Herzogtum Lauenburg http://www.herzogtum-lauenburg.de/
- Kooperationspartner
- Artenagentur Schleswig-Holstein, Deutscher Verband für Landschaftspflege (DVL) e.V., Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (MLUR) in Schleswig-Holstein
Dauer und Finanzierung
- Beginn der Umsetzung
- Finanzierungsinstrumente: EU-Mittel aus LIFE, INTERREG, 7. Forschungsrahmenplan und ELER-Fonds, öffentliche Mittel vom Land Schleswig-Holstein
Weiterführende Links
Beteiligung
- Landnutzende (Landwirt*innen, Forstwirt*innen, etc.), Lokale Bevölkerung, Öffentliche Verwaltung, Umweltverbände, Wissenschaft
- Erläuterung
- Bürgerversammlungen, Einzelakteursrunden, Pressearbeit
Erfolge
- Welche Erfolge konnten Sie mit Ihrer Maßnahme erzielen?
- Es wurden bereits im gesamten Talraum erhebliche Flächen erworben, um insbesondere auch der Artenwanderung im Zusammenhang mit dem Klimawandel Raum zu geben. Das Ziel den gesamten Talausschnitt zu erwerben ist zwar noch nicht erreicht, als Voraussetzung für die Lebensraumgestaltung konnte aber Flächenerwerb in einem solchen Umfang durchgeführt werden, dass mit einem Konzept insbesondere zur Entwicklung von Trocken- und Magerlebensräumen begonnen werden kann.
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- Hat die Maßnahme positive Nebeneffekte?
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- Ja, Klimaschutz: Einsparung von Treibhausgasemissionen oder Entfernung von Treibhausgasen aus der Atmosphäre
- Ja, Natur-, Umwelt- und Ressourcenschutz: z. B. Erhaltung der biologischen Vielfalt, Luftreinhaltung, Gewässerschutz, Ressourceneinsparung
- - Auf den ursprünglich oder noch vorhandenen feuchten Bereichen tragen Wiedervernässung, Moorrenaturierung, Renaturierung von Niedermoorflächen, Extensivierung der Nutzung und Grundwasserbildung zum Klimaschutz bei.
- Wandermöglichkeiten für Arten sollen entwickelt werden, damit diese besser auf die Folgen des Klimawandels reagieren können. Dabei wird berücksichtigt, dass insbesondere die feuchten und nassen Standorte aufgrund der Klimaerwärmung bedroht sind.
Hindernisse
- Welche Hindernisse gab es während der Umsetzung?
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Vernetzte dynamische Projektansätze passen noch nicht in die Handlungslogiken (die „Denke“) der Betroffenen.
Die wissenschaftliche Untermauerung fehlt, weil es für solche Arbeiten keine Projektmittel gibt. Der Ansatz ist zu weit voraus und der internationale Verbund fehlt.
Lösung: Andere Menschen überzeugen und gewinnen.
Kontaktdaten
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Dr. Carl-Heinz SchulzKreis Herzogtum LauenburgLange Twiete 121493 SchretstakenDeutschland
- Abteilung
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c.schulz@kreis-rz.de
- Telefonnummer
-
+49-(0)4156-669
- Faxnummer
Ort der Umsetzung
Lange Twiete 1
21493 Schretstaken
Deutschland