StadtRaumMonitor - Wie lebenswert finde ich meine Umgebung?
Wie lässt sich eine Kommune lebenswerter gestalten? Bei dieser Frage unterstützt der StadtRaumMonitor, ein Beteiligungstool zur Bedarfserhebung des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG). Kommunen können damit Bürgerinnen und Bürger einfach und strukturiert befragen, wie sie ihren Stadtteil oder ihre Gemeinde wahrnehmen und wie diese/r gesundheitsförderlicher gestaltet werden kann. Der StadtRaumMonitor basiert auf der Erkenntnis, dass Gesundheit sehr stark durch die Bedingungen im eigenen Wohnumfeld beeinflusst wird (Health in all Policies). Er bietet dafür 15 Kategorien in den vier Themenbereichen Mobilität, Öffentlicher Raum, soziales Miteinander sowie Versorgung, Arbeit, Wohnen.
Seit Ende 2023 steht auch optional ein neuer Themenbereich zur kommunalen Klimaanpassung zur Verfügung. Explizit beinhaltet der neue Themenbereich die Kategorien: Trinkwasser, Abkühlung draußen, kühle Räume und Schutz vor Extremwetter. Auch in den Kategorien Naturräume, Straßen und Plätze, Verkehr und Öffentlicher Nahverkehr wird das Thema Klimaanpassung aufgegriffen.
Alle Kategorien beinhalten eine thematische Einführung, eine Leitfrage sowie Hinweise, die bei der Bewertung hilfreich sein können. Die Bewertung erfolgt zum einen zahlenmäßig auf einer Skala von 1 bis 7. Zum anderen sind auch Freitextantworten möglich und erwünscht. Alle Texte sind in einfacher Sprache verfasst.
Das Tool kann online, in Diskussionsrunden oder in Einzelgesprächen flexibel angewendet werden. Verschiedene Stadtgebiete können verglichen werden. Auf Basis der Erhebungen wird erkennbar, welche Stärken die bewertete Umgebung hat und in welchen Lebensbereichen Verbesserungsbedarfe deutlich werden. Die Ergebnisse können über das Online-Tool ausgewertet, anschaulich visualisiert und in kommunalen Planungs- und Entwicklungsprozessen genutzt werden.
Interessierte Kommunen können sich zur kostenfreien Nutzung unter www.stadtraummonitor.bzga.de registrieren.
Eckdaten zur Maßnahme
Measure carrier
Maßnahmenträger
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) https://www.bioeg.deKooperationspartner
Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen, Ministerium für Soziales, Gesundheit und Integration Baden-WürttembergDuration and Financing
Beginn der Umsetzung
Dauer der Umsetzung
Der StadtRaumMonitor basiert auf dem „Place Standard Tool“, welches in Schottland entwickelt wurde. Deutschland startete im Jahr 2019 mit der Adaptierung des Instruments. Die Anwendung des StadtRaumMonitors verläuft in drei Phasen, die sich in der Regel über mehrere Monate erstrecken.Wie hoch waren die (geschätzten) Kosten für die Umsetzung?
153.000 €Mit welchen Mitteln wurde die Maßnahme finanziert?
BundErläuterung
Die Nutzung des StadtRaumMonitors ist kostenlos. Die Weiterentwicklung des StadtRaumMonitors wurde im Zeitraum 2021-2023 gefördert durch das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags.Beteiligung
Wurden neben den Kooperationspartnern andere Personengruppen/Institutionen in die Planung/Umsetzung der Maßnahmen eingebunden?
- Breite Öffentlichkeit
- Forschung/Beratung/Bildung
- Öffentliche Verwaltung/Politik
- Presse
- Sonstige
Welche Formen der Beteiligung fanden statt?
- Aufsuchende Formate (z.B. Informationsstände)
- Bereitstellung von Informationsmaterialien
- Dialogveranstaltungen, Konferenzen, Workshops
- Online-Befragung / -Dialog
- persönliche Befragung / Bürgeranhörung
Erfolge
Welche Erfolge konnten Sie mit Ihrer Maßnahme erzielen?
Das Tool hat das übergeordnete Ziel, gesundheitliche und soziale Chancenungleichheiten abzubauen und Lebensumfelder nachhaltig zu verbessern. Die Einführung in Deutschland wurde wissenschaftlich von der HS Gesundheit Bochum begleitet, um eine evidenzbasierte Herangehensweise zu gewährleisten. Vor der breiten Einführung wurde der StadtRaumMonitor in einer Pilotphase mit vier Modellkommunen getestet. Dies ermöglichte es, das Instrument unter realen Bedingungen zu erproben und anzupassen, bevor es allen Kommunen zur Verfügung gestellt wurde. Das Tool setzt auf einen partizipativen Ansatz, der die Bevölkerung als Expert*innen für ihr Lebensumfeld einbezieht, was den aktuellen Erkenntnissen der Gesundheitsförderung entspricht. Ähnliche Versionen des Tools werden auch in anderen Ländern wie den Niederlanden und Spanien genutzt. Dies spricht für eine breite Evidenzbasis und internationale Validierung des Konzepts.Anwendungsbeispiele des StadtRaumMonitors sind in der Mediathek verfügbar.
Wie wird der Erfolg der Maßnahme evaluiert?
- Analyse (z.B. Soll-Ist-Abgleiche, Meilensteinabgleich, Medienanalyse)
- Feedback-Gespräche (z.B. Gruppendiskussion, Fokusgruppe, Erfahrungsberichte)
- Monitoring (z.B. Messung, Erfassung von Daten, TN-Zahlen, Webseitenklicks)
- qualitative Interviews
- quantitative Befragung (mittels Fragebögen)
Erläuterung
Durchführung und Auswertung von Projekten zur Pilotierung, regelmäßige Nutzendenbefragungen, Auswertung der Nutzungsstatistik.Wie planen Sie Ihr Projekt weiterzuentwickeln?
Die Mitglieder der StadtRaumMonitor Steuerungsgruppe arbeiten ständig an einer Verbesserung und Weiterentwicklung des StadtRaumMonitors, der Webseite www.stadtraummonitor.bzga.de sowie der kostenfreien Materialien. Aktuell arbeiten wir unter anderem daran, den StadtRaumMonitor in möglichst vielen Fremdsprachen zur Verfügung stellen zu können. Zudem planen wir die Erstellung von E-Learning-Angeboten, um die Nutzung des StadtRaumMonitors zu erleichtern.Erzielt die Maßnahme über Klimaanpassung hinaus positive Nebeneffekte?
- Ja, soziale Gerechtigkeit und Lebensqualität: z. B. Erhöhung der Wohnqualität in Städten, Beitrag zu sozialem Ausgleich oder sozialer Integration, besondere Berücksichtigung der Interessen benachteiligter Bevölkerungsgruppen
Hindernisse
Konflikte
Wirkt sich die Maßnahme negativ auf andere Bereiche aus?
- Nein
Ansprechperson
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)
Maarweg 149-161
50825 Köln
Deutschland
Ort der Umsetzung
Maarweg 149-161
50825 Köln
Deutschland