Der Sommertourismus wird im Wesentlichen von den Klimafaktoren Lufttemperatur, Wassertemperatur, Sonnenscheindauer und Niederschlag beeinflusst. Geht man von vorhandenen Szenarien aus, so zeigt sich durch steigende Temperaturen, geringere Niederschläge sowie eine Verlängerung der Sommersaison grundsätzlich eine Verbesserung der klimatischen Bedingungen für den Sommertourismus. Die einzelnen Typen des Sommertourismus unterscheiden sich dabei in ihren klimatischen Ansprüchen und der Stärke der Abhängigkeit. Zudem hängen die Auswirkungen stark von der geographischen Lage der Urlaubsregion ab.
Der Bade- und Strandtourismus dürfte von steigenden Lufttemperaturen, einer höheren Sonnenscheindauer, geringeren Sommerniederschlägen, einer Verlängerung der Sommerperiode sowie einem Anstieg der Oberflächenwassertemperaturen profitieren. Negativ könnte sich eine damit einhergehende Verschlechterung der Wasserqualität der Badegewässer auswirken (z. B. durch „Algenblüten“). Längerfristige Badeverbote würden dem Bade- und Strandtourismus schaden. Risiken ergeben sich zudem durch eine Zunahme an Hitzetagen, die zu einer Hitzebelastung von vulnerablen Personengruppen (z. B. ältere Menschen, Kleinkinder) führen kann. Durch längere Trockenperioden kann der Wasserstand in Badebereichen beeinflusst werden und so die Bademöglichkeiten einschränken. Die Intensivierung touristischer Nutzung kann zudem zu einer erhöhten Belastung sensibler Küstenökosysteme führen.
Die Aktivitäten Wandern, Nordic Walking und Spazierengehen werden von vielen Erholungssuchenden in ihrem Sommerurlaub ausgeübt. Über das gesamte Jahr hinweg werden sich die klimatischen Rahmenbedingungen für diese Aktivitäten insgesamt verbessern. Insbesondere die Frühjahrs- und die Herbstsaison werden attraktiver. Hierfür ist vor allem die Erhöhung der Sonnenscheindauer verantwortlich. Aufgrund des angenehmen Klimas in den Bergen wird mit einer Zunahme des Gebirgs- und Alpintourismus (z. B. Bergwandern, Klettern, Hochgebirgstouren) gerechnet. Davon profitieren werden die Gast- und Beherbergungsbetriebe. Beeinträchtigungen können bei ausgedehnten Wanderungen durch schwere Gewitter eintreten. Eine Bedrohung für das Berg- und Hochgebirgswandern und Klettern stellt die Zunahme von Naturgefahren wie Lawinen, Steinschläge und Erdrutsche dar, hervorgerufen durch starke Niederschläge und das Auftauen des Permafrosts in höheren Gebirgslagen. Zudem können hierdurch Wanderwege, Steige, Berghütten sowie Seilbahn- und Liftanlagen geschädigt werden.
Viele der in Deutschland aus Naturschutzsicht geschützten Landschaftsteile (z. B. Nationalparks, Biosphärenreservate, Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete) besitzen eine hohe Bedeutung für den Tourismus und bieten besondere Naturerlebnisangebote (z. B. Führungen, Lehrpfade) an. Im Hinblick auf den Klimawandel wird erwartet, dass dieser Schutzgebietstourismus durch die Temperaturerhöhung und einer verlängerten Saison ebenfalls verbesserte Rahmenbedingungen vorfindet, die den Aufenthalt in der Natur begünstigen werden. Negative Effekte werden hier u.a. durch den Verlust an Biodiversität sowie Beeinträchtigungen der Naturerlebnisse durch Wetterextreme erwartet.
Der Radtourismus (Radfahren, Mountainbiken) gehört neben dem Bade- und Wandertourismus zu den beliebtesten Urlaubsarten im Sommer. Auch hier wirkt sich eine Verlängerung der Saison grundsätzlich positiv aus. Insbesondere die Frühjahrs- und Herbstsaison werden attraktiver. Radtourist*innen können durch Starkregenereignisse und längere Hitzeperioden betroffen sein. So können Hitzetage die üblichen Streckenabschnitte pro Tag einschränken und zu gesundheitlichen Problemen führen. Beim Mountainbiken kommen bei starken Niederschlägen zudem Gefahren durch Erdrutschungen und Steinschlag hinzu.
Für Wassersportaktivitäten (Kanusport, Wildwasserfahren und Segeln) ist der Einfluss des Klimawandels auf die Gewässer und insbesondere die Wassertiefe von besonderer Relevanz. Da alle Flüsse und Seen nur bei geeigneten Wasserständen befahren werden, gefährdet ein niedriger Wasserstand durch eine Abnahme der Sommerniederschläge die Sportausübung insgesamt. In flachen Gewässern steigt zudem die Gefahr der Grundberührung oder der Sedimentaufwirbelung, wodurch es vermehrt zu ökologischen Belastungen kommen kann.
Bei den Auswirkungen des Klimawandels auf den Golftourismus wird davon ausgegangen, dass sich durch den Klimawandel voraussichtlich die Golfsaison insgesamt verlängert. Je nach Region wird allerdings mit erheblichen Problemen durch Trockenheitsstress gerechnet, wodurch erhebliche Schäden an der Rasenvegetation auftreten können. Der Wasserbedarf der Rasenflächen ist in heißen Sommerperioden dementsprechend hoch.
Indikator aus dem Monitoring zur DAS: Badetemperaturen an der Küste