Mit der engen Einbeziehung der Bundesländer in die Ausarbeitung der DAS-Monitoringindikatoren im Wasserbereich über die Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser (LAWA) / Kleingruppe Klimaindikatoren konnte eine breite Datenbasis für das DAS-Monitoring erschlossen werden. Die Diskussionen in der Kleingruppe haben außerdem dazu beigetragen, dass weitere Initiativen angestoßen wurden, um die Datenverfügbarkeit zu verbessern und zu weiteren relevanten Themen Monitoringdaten zu liefern. So wurden vom Expertenkreis Seen der LAWA bundesweit Seen ausgewählt, die mit spezieller Messtechnik ausgestattet wurden, um Tiefenstufen-differenzierte Messdaten unter anderem zur Temperatur zu liefern. Damit lassen sich künftig auch aussagekräftige Daten zur Entwicklung der Zirkulations- und Schichtungsverhältnisse der Seen gewinnen. Ferner wurde vom LAWA-Ausschuss Oberirdische Gewässer und Küstengewässer der Auftrag vergeben, die Kartieranleitungen der Gewässerstrukturkartierung stärker über die Bundesländer hinweg zu vereinheitlichen. Damit sollen künftig vergleichbare Daten zur Entwicklung der Struktur der Gewässer und Uferbereiche generiert werden. Vor diesem Hintergrund wurde auf die erneute Präsentation des im Monitoringbericht 2019 eingeführten Response-Indikators zum Uferbewuchs kleiner und mittelgroßer Gewässer verzichtet. Die Fallstudie für Brandenburg, Rheinland-Pfalz und Sachsen ließ sich nicht erweitern.
Im Rahmen eines parallel zur Weiterentwicklung des DAS-Monitorings im Auftrag des UBA durchgeführten Forschungsvorhabens zur Nutzung von Satellitendaten wurden zur Verbesserung der Monitoringindikatoren im Wasserbereich Möglichkeiten erprobt, Daten zu generieren, deren In-situ-Erhebung mit erheblichem Aufwand verbunden oder flächendeckend gar nicht möglich ist. Es wurde vor allem am Aufbau von Zeitreihen zu Temperatur und Eisbedeckung sowie zum Eintreten der Frühjahrsalgenblüte in Seen gearbeitet. Die Zeitreihe zur Frühjahrsalgenblüte wurde in das Indikatorenset des DAS-Monitorings eingebunden. Für Eisbedeckung und Temperatur sind die Zeitreihen hingegen bisher noch vergleichsweise kurz.
Größere Datendefizite gibt es bei den Qualitätsparametern für die Fließgewässer. Die Erhebungen, die im Rahmen der Umsetzung der WRRL durchgeführt werden, sind zu Zwecken des Klimafolgenmonitorings nur sehr eingeschränkt nutzbar. Die Überblicksüberwachung dient der Bewertung des Gesamtzustands der Oberflächenwasserkörper und findet nur in größeren zeitlichen Abständen statt. Die operative Überwachung ergänzt die Messungen der Überblicksüberwachung, um ausreichend abgesicherte Daten im Hinblick auf Schwankungsbreiten zu erhalten. Sie findet aber nur an wenigen Messstellen statt. Die Überwachung zu Ermittlungszwecken soll weitere Erkenntnisse zu Ursachen von Beeinträchtigungen und zu Möglichkeiten ihrer Beseitigung bringen. Diese Messungen erfolgen in der Regel höherfrequent, die Messstellen liegen aber so, dass sie gezielt anthropogene Beeinträchtigungen erfassen können. Sie entsprechen damit nicht den Auswahlkriterien für das Klimafolgenmonitoring, denen zufolge anthropogene Einflussfaktoren möglichst ausgeschlossen sein sollen. Für die dem DAS-Monitoringindikator zu den Fließgewässertemperaturen zugrunde gelegten Messstellen (siehe Indikator WW-I-10) wurde bestmöglich abgesichert, dass diese wenig anthropogen beeinflusst sind. Ausgeschlossen werden können diese Einflüsse aber nicht. Für das Klimafolgenmonitoring wäre es erforderlich, gezielt zu diesem Monitoringzweck Messstellen zu identifizieren und dort hochfrequente Erhebungen sicherzustellen.
Mit den bisherigen Indikatoren des DAS-Monitorings lassen sich zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die Gewässerökologie nur Risikoaussagen ableiten. Eine direkte Erfassung beziehungsweise Auswertung von Daten zu biologischen oder auch stofflichen Veränderungen der Gewässer gibt es bisher nicht. Dies liegt zum einen an begrenzten Datenverfügbarkeiten vor allem zur Beschreibung und Interpretation von Veränderungen der Gewässerökologie. Im Falle der stofflichen Veränderungen sind aber auch noch viele fachliche Fragen ungeklärt. Es ist schwierig, die spezifischen Auswirkungen des Klimawandels von anderen, vor allem anthropogenen Einflüssen abzugrenzen.
Während das DAS-Monitoring auf der Impact-Ebene mehrere aussagekräftige Indikatoren enthält, fehlt es auf der Response-Ebene nach wie vor an aussagekräftigen Indikatoren. Auch hier stößt die Indikatorentwicklung an Grenzen der Datenverfügbarkeit. So ist der bundesweite Indikator zum Wassernutzungsindex (WW-R-1) lediglich ein „Proxy“, um die Thematik der nachhaltigen Wassernutzung im Einklang von Wasserverfügbarkeit und -verbrauch im Monitoringbericht thematisieren zu können. Weitere Überlegungen unter anderem zu einer hochfrequenten Erfassung und zur Interpretation von Daten zu Spitzenwasserverbräuchen sind erforderlich. Auch das Thema Abwasserbewirtschaftung ist bisher im Monitoringbericht nicht verankert. Immer wichtiger wird auch der Blick auf den Landschaftswasserhaushalt, den stärkeren Wasserrückhalt in der Fläche und die Wiedervernässung, die bisher auch nur am Rande im Monitoringbericht thematisiert sind.