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Luft-Wasser-Wärmepumpe und PV im sanierten Altbau

Austausch der Gas-Brennwerttherme durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe in einem sanierten Altbau – Optimierung und Integration des bestehenden Radiatoren-Wärmeverteilsystems.

Unser Einfamilienhaus (110 m²) in Oberbayern, Baujahr 1954, wurde 2002 umfassend saniert und gedämmt. Es handelt sich um ein typisches kleines Einfamilienhaus mit 36-zölligen Ziegelmauern, ergänzt durch moderne Korkdämmung, was den energetischen Standard weiter verbessert. Ursprünglich wurde das Gebäude mit Radiatoren und einer Gas-Brennwerttherme beheizt. Bereits länger bestand der Plan, auf eine umweltfreundlichere Lösung umzusteigen.

Als Anfang Januar 2023 die Gas-Brennwerttherme aufgrund eines Defekts ausfiel, musste schnell gehandelt werden. Zunächst wurde das Haus notdürftig mittels eines Heizstabs im Pufferspeicher beheizt. Langfristig fiel die Entscheidung auf eine Wärmepumpe.

Im Februar 2023 beauftragten wir den Heizungsbauer und Ende März 2023 erfolgte die Installation unserer Luft-Wasser-Wärmepumpe, die mit Propan als Kältemittel arbeitet. Zur Optimierung des Wärmeverteilsystems wurden zwei größere Radiatoren eingebaut sowie ein Radiator aus dem Keller ins Arbeitszimmer verlegt.

Auf dem Dach, dem Nebengebäude und der Garage wurde eine Photovoltaikanlage installiert. Diese versorgt nicht nur den Haushalt, sondern ermöglicht auch den Betrieb unseres Elektroautos – das primär mit eigenem PV-Strom geladen wird. Überschüssiger Strom kann dank eines 25-kWh-Batteriespeichers gespeichert und sogar den Nachbarn als Ladestrom angeboten werden.

Das Ziel, in der Heizperiode möglichst viel PV-Strom zu nutzen, wurde erreicht: Von Oktober bis Februar 2025 stammten 40 % des Heizstroms aus unserer Photovoltaikanlage, was den Strombezug auf 300–350 € für die gesamte Heizperiode senkte. Nach der Heizperiode wird das Warmwasser ebenfalls mit Heizstab und PV-Strom erzeugt.

Angaben zum Projekt

Implementer

Kooperationspartner
HIBO HAUSTECHNIK GMBH & CO. KG
Betriebsdaten vorhanden (ja/nein) 
ja

Dauer und Finanzierung

Datum Inbetriebnahme der Wärmepumpe
Dauer der Umsetzung
2 Monate
Kosten Wärmepumpe (inkl. Einbau)
29100 €
Gesamtkosten (inkl. begleitender Maßnahmen)
30800 €
Fördermittel
9200 €

Eckdaten Gebäude

PLZ Gebäudestandort
85356 Freising
Gebäudeart
Ein-/Zweifamilienhaus
Baujahr
1946-1976
Sanierungsstand
Altbau vollsaniert
Beheizte Fäche
110 m²

Herausforderungen

Die wesentlichen Herausforderungen lagen in der Integration der vorhandenen Radiatoren und des Pufferspeichers, der ursprünglich nicht für den Einsatz mit einer Wärmepumpe ausgelegt war und aus Platzgründen nicht ausgetauscht werden konnte.

Lösungsansatz

Die Problemlösung bestand darin, die Vorlauftemperaturregelung optimal anzupassen:

- Pufferspeicher: Dieser wird in der Regel morgens vor dem Duschen auf 42 °C aufgeheizt. Unsere Frischwasserstation sorgt für hygienisch einwandfreies Wasser.

- Radiatoren: Die Vorlauftemperatur wird auf ca. 34–38 °C eingestellt, um einen effizienten Betrieb zu gewährleisten.

Zusätzliche Maßnahmen: An zwei Heizkörpern sind Ventilatoren installiert, die bei Bedarf zugeschaltet werden, um die Wärmeverteilung zu optimieren. Außerdem wurden zusätzliche Temperaturfühler am Pufferspeicher und in Vorlauf und Rücklauf von Wärmepumpe und Heizung eingebaut, um das System präzise zu überwachen und einen zuverlässigen Betrieb sicherzustellen.

Erfahrungen und Ausblick

Nach anfänglicher Optimierung läuft die Wärmepumpe sehr zufriedenstellend.

Die Zusammenarbeit mit einem lokalen Handwerksbetrieb hat sich bewährt – schnelle Kommunikationswege und rasche Vor-Ort-Einsätze sind entscheidend.

Die hydraulische Integration des vorhandenen Pufferspeichers stellte eine Herausforderung dar.

Ausblick: Ich plane, ein T-Stück einzubauen, sodass der gesamte Volumenstrom der Wärmepumpe nicht ausschließlich durch den Pufferspeicher fließt, sondern ein Teil direkt in die Heizung geleitet wird. Dadurch soll die Effizienz des Systems weiter gesteigert werden.

Tipps für Dritte

- Zwei getrennte Speicher: Falls ausreichend Platz vorhanden ist, empfiehlt es sich, einen Pufferspeicher für Heizung und einen separaten Brauchwasserspeicher zu installieren.

- Altbau-Lösung: Im Altbau, insbesondere bei feuchten Kellern, kann der Einbau einer separaten Brauchwasserwärmepumpe eine gute Alternative darstellen.

- Frischwasserstation: Eine Frischwasserstation kann in Erwägung gezogen werden, um die Wasserqualität und -versorgung zu optimieren.

- Fußbodenheizung: Bei einer Fußbodenheizung kann es sinnvoll sein, auf einen Pufferspeicher zu verzichten, um den Wärmefluss direkt zu steuern.

- Photovoltaik: Planen Sie Ihre PV-Anlage möglichst groß, um den maximalen Eigenverbrauch zu ermöglichen.

Eckdaten Energie

Heizungsart alt
Gasheizung
Art Brauchwassererwärmung
Zentral
Art der Raumwärmeübergabe
Heizkörper
Energieverbrauch
7500.00 kWh pro Jahr
Vorlauftemperatur (vorher)
56-60 °C °C
Leistung Wärmeerzeuger in kW
10

Steckbrief Wärmepumpe

Wärmequelle
Außenluft
Thermische Leistung
7 kW/h
Elektrische Leistung
2 kW/h
Saisonale Leistungszahl SCOP
3,77
Maßnahmen Heizsystem
Maßnahmen Heizsystem
Hydraulischer Abgleich
Heizkörpertausch

Betriebsdaten

Vorlauftemperatur (neu)
38 °C
Stromverbrauch Wärmepumpe
2000 kWh pro Jahr
JAZ Wärmepumpe
3,5
Bilanzgrenze der berechneten JAZ
Stromaufnahme der Wärmepumpe und Wärmeabgabe an die Speicher (JAZ1)
Erläuterungen
Es wurde die erzeugte Wärmemenge - Abtauwärmemenge durch einen geeichten Wärmemengenzähler gemessen. Beim Stromverbrauch wurde der Inverter zzgl. Inneneinheit, zzgl. Außeneinheit, zzgl. Heizkreispumpe gemessen und daraus die JAZ errechnet

Die JAZ wurde mit externen Wärmemengen- und Stromzählern ermittelt und beinhaltet die Stromaufnahme von: Wärmepumpe, Heizstab, Heizkreis- und Trinkwarmwasserpumpe. Zudem werden die Speicherverluste berücksichtigt.

Ansprechperson

Kontaktdetails

Solarfreunde Moosburg
Rainer Teschner
Deutschland

anfrage@solarfreunde-moosburg.de

Projekt-Kategorien

  • WP mit natürlichem Kältemittel

Schlagworte

Kurzlink: www.umweltbundesamt.de/n115437de