Forschung und Beratung über toxische Cyanobakterien - Risikobewertung, Analytik, Management
Cyanobakterien kommen in Oberflächengewässern häufig vor. Viele von ihnen produzieren Giftstoffe – Cyanobakterientoxine – die eine Gesundheitsgefährdung bei der Freizeitnutzung von Gewässern darstellen können und manchmal auch besondere Aufmerksamkeit in der Trinkwasseraufbereitung erfordern, insbesondere wenn Oberflächenwasser als Rohwasser für die Trinkwassergewinnung verwendet wird. Ziel des Umweltbundesamtes ist es, Maßstäbe für eine sichere Trinkwasserversorgung und Badegewässernutzung zu schaffen. Basis dafür ist eine langjährige Forschungstätigkeit über das Vorkommen von toxischen Cyanobakterien und Cyanobakterientoxine, Möglichkeiten ihrer Entfernung in der Trinkwassergewinnung sowie ihrer Vermeidung durch Ressourcenschutz.
Als CyanoCenter berät und unterstützt das Umweltbundesamt bei der Analyse und der gesundheitlichen Bewertung des Vorkommens möglicherweise toxischer Cyanobakterien, bei der Entwicklung und Optimierung von situationsangepassten Überwachungsprogrammen sowie bei der Entwicklung von Strategien zur Beherrschung ihres Vorkommens.
Normungsorientierte Leistungen
- Mitwirkung an der kontinuierlichen Fortentwicklung der WHO-Leitlinien für Trinkwasserqualität zum Thema Cyanobakterientoxine (Link)
- Mitwirkung an methodischen Normierungen (z. B. ISO Methode zur Microcystinbestimmung)
- Fortschreibung von Empfehlungen zu Cyanobakterientoxine (u.a. durch Beratung in den Trink- und Badewasserkommissionen des Umweltbundesamtes)
Wissenschaftliche Leistungen
- Forschung zur Klärung offener Fragen über toxische Cyanobakterien in Deutschland, z. B. zum Vorkommen der bislang in Deutschland weniger untersuchten benthischen Cyanobakterien (DIVATOX), zum Vorkommen nostocaler Cyanobakterien und deren Toxinproduktion (NOSTOTOX) zur Wirksamkeit der Langsamsand- und Uferfiltration bei der Entfernung von Cyanobakterientoxinen (NASRI)
- wissenschaftliche Koordination von WHO-Fachmonographien, z. B. „Toxic Cyanobacteria in Water” und „Protecting Surface Water for Health”
Nationale und internationale Zusammenarbeit
- Fachliche Beratung und wissenschaftlich-technische Unterstützung von Wasser- und Gesundheitsbehörden in Deutschland und in weniger entwickelten Ländern zum Vorkommen und Bewertung von Cyanobakterientoxinen, zum Beispiel in Bangladesch
- Beteiligung an regelmäßig stattfindenden internationalen Konferenzen über toxische Cyanobakterien