Wassersparende Außenanlagen
Ausgeprägt auftretende Trockenperioden, steigende Temperaturen und zunehmende Starkregenereignisse wirken sich auf die Außenanlagen von Beherbergungseinrichtungen oder andere touristisch genutzte Grünflächen, wie z. B. Golfplätze aus. Wärmere Temperaturen äußern sich in erster Linie durch einen erhöhten Wasserbedarf und einen spürbar größeren Aufwand zur Erhaltung der Grünanlage. Zudem können in bewässerungsintensiven Zeiten Nutzungskonflikte um Trinkwasser entstehen. Die Umsetzung von gartenbaulichen Maßnahmen, Veränderungen in der Pflege der Anlage und die Regenwassernutzung können daher dazu beitragen, auf zukünftige klimatische Veränderungen zu reagieren.
Regenwassernutzung:
Durch den Klimawandel nehmen die Niederschlagsmengen in Deutschland insbesondere im Sommerhalbjahr ab. Obwohl in Deutschland bisher keine Wasserknappheit herrscht, ist regional in Gebieten, in denen ohnehin nur eine geringe verfügbare Wassermenge vorhanden ist, insbesondere in sehr trockenen Sommern mit Versorgungsengpässen zu rechnen. Es ist aus ökologischer Sicht sinnvoll, den Wasserbedarf für die Bewässerung von Außenanlagen so weit wie möglich durch Regenwasser zu decken. Zudem ist Regenwasser aufgrund seiner chemischen Eigenschaften besser für die Pflanzen geeignet.
Ob eine Regenwassernutzung realisiert werden kann, hängt von der lokalen Niederschlagsmenge, dem Wasserbedarf und der Größe und Beschaffenheit der Dachfläche ab. Wasser von beschmutzten Dächern oder unbeschichteten Kuper-, Zink- oder Bleidächern kann nicht verwendet werden. Einen Anhaltspunkt kann hier z. B. der Regenwasserrechner der Fachvereinigung Betriebs- und Regenwassernutzung e.V. bieten. Dieser gibt an, wie viel Wasser potenziell zur Verfügung steht und zu welchem Prozentsatz der Bedarf dadurch gedeckt werden kann. Der Richtwert für die über das Jahr gemittelte zusätzlich zum Niederschlagswasser notwendige Wassermenge beträgt nach DIN 1989-1 ca. 60 Liter je m² intensiv betreuter Gartenfläche.
Um das Regenwasser nutzen zu können, wird das Fallrohr des Daches angezapft und das abfließende Wasser in einem Behälter gesammelt, wobei je nach individuellen Anforderungen unterschiedliche Systeme in Frage kommen. Darüber hinaus sollten die in kommunalen Satzungen festgelegten rechtlichen Rahmenbedingungen, wie Meldepflichten oder Benutzungszwänge, beachtet werden.
Neben der Reduzierung des Trinkwasserbedarfs durch die Nutzung von Regenwasser kann bei der Pflege und Bewässerung von Grünanlagen Wasser gespart werden, wenn folgende Punkte berücksichtigt werden:
- Vermeidung von Wasserverlusten z. B. durch die Anpassung des Zeitpunkts der Bewässerung und die Art der Bewässerung.
- Gießmulden oder Gießränder bei neu gepflanzten Pflanzen.
- Verwendung weißer Farbe/heller Oberflächen als Verdunstungs- und Sonnenschutz.
- tiefes Umgraben des Bodens vermeiden.
- Rasenflächen nicht zu kurz schneiden.
- Nutzung automatischer, sensorgesteuerter Bewässerungssysteme.
- gezielte Bewässerung statt flächendeckender Beregnung.
- Wird zu oft bewässert, bilden sich die Wurzeln der Pflanzen weniger tief aus, wodurch die Anfälligkeit der Pflanzen gegenüber Trockenstress ansteigt.
- Für Golfplätze oder vergleichbare Außenanlagen gelten insbesondere die Empfehlungen zu größeren Schnitthöhen, dem Vermeiden mechanischer Maßnahmen während Hitzeperioden sowie der zeitlichen und mengenmäßigen Anpassung der Bewässerung.
Des Weiteren kann die Außenanlage durch gartenbauliche Maßnahmen an veränderte klimatische Bedingungen angepasst werden. Dies kann wiederum dazu beitragen, den Aufwand für die Pflege zu reduzieren:
- Ersatz der bestehenden Pflanzen durch robuste und standortangepasste Arten mit geringem Wasserbedarf.
- Erhalt und Neupflanzung von Laubbäumen (der Kühleffekt durch Schattenwurf und Verdunstung kann mehrere Grad betragen, wobei die Kühlleistung u.a. von der Blatt- und Kronendichte und dem Blattflächenindex abhängt).
- Anteil der Rasenflächen möglichst reduzieren, da diese viel Wasser verbrauchen.
- Umsetzung von Maßnahmen gegen Erosion an gefährdeten Stellen.
- Sicherstellung einer ständigen Pflanzendecke mit möglichst dichtem Pflanzenbestand oder Mulchung.
- Versiegelung des Bodens verringern (z. B. durch die Verwendung von wasserdurchlässigen Belägen für Wege).
- Vermeidung von Monokulturen und Förderung einer hohen Artenvielfalt.
- (Garten-)Teiche können zur Kühlung der Umgebung beitragen (siehe auch “Wiederherstellung, Pflege und Neuanlage von Kleingewässern“).
- Schaffung eines Trockenbiotops.
- hügelige Flächen schützen sowohl vor Austrocknung als auch vor Überflutung (z. B. Kraterbeete).
Da sich die Möglichkeiten je nach den individuellen Gegebenheiten unterscheiden, empfiehlt es sich, die Beratung einer Expertin oder eines Experten in Anspruch zu nehmen.